„Was geht ihr Lieben?“ Milliarden der krönende Abschluss des Talge Open Air

Von Miriam Heidemann

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mihe Bersenbrück. Nach einem gelungenen Auftakt-Abend am Freitag hat auch der Samstag zahlreiche Fans zum Talge Open Air ins Warnefeldstadion gezogen. Fünf Bands sorgten für rockige Sounds in Talge und Headliner Milliarden brachte die Menge zum Beben.

Stand der Freitag noch ganz im Zeichen des Punk-Rock, setzte der Samstagabend mit teils härteren Spielarten der Rockmusik noch einen drauf. Bei blauem Himmel und sengender Sommersonne startete Toni Trash als erste Band in den Abend. Die vier Jungs aus Osnabrück legten mit Alternativ-Rock, dynamischen Songs und deutschen Texten ordentlich vor. „Wie spielen gerne mit den Kontrasten, spielen ruhige Parts und dann brechen wir aus“, sagt Leadsänger Fabian Striethorst. (Weiterlesen: So lief der Freitag beim Talge Open Air)

Mit einer Mischung aus Alternative und Stoner Rock unterhielt das Duo Paul aus Bremen ihr Publikum. Paul, das sind Paul Post und Paul Richter, die mit vielen Elektro-Einflüssen verschiedene Klangfarben der Rockmusik ausloteten. „Wir sind zwar zu zweit, dafür aber genauso laut wie eine Vier-Mann-Band“, meint Sänger Post. Auch der Kontakt zu den Festival-Besuchern sei den beiden immer wichtig.

Eine weitere Zwei-Mann-Formation folgte: From Willows überzeugten mit durchdringenden Beats und einem furiosen Wechsel von harten Gitarrenriffs, tiefen Bässen bis hin zu stellenweise einfühlsameren Tönen. Die Band gewann den Rock in der Region-Wettbewerb im letzten Jahr und zeigte nun auch in Talge, was sie drauf hat.

In gesunden Schritten wachsen

„Wir möchten mehr Leute aus der Region ansprechen. Daher laden wir jedes Jahr auch Bands aus der Umgebung ein,“ sagt Guido Remmert von „Zukunftsmusik“. Seit 2014 übernimmt die Osnabrücker Agentur die Organisation des Talger-Festivals. Dieses Jahr kamen deutlich mehr Besucher als im Jahr zuvor. „Wir möchten Jahr für Jahr in gesunden Schritten wachsen“, so Remmert weiter über das Open Air.

Die 24. Ausgabe dieses Jahr ging reibungslos und mit guter Stimmung über die Bühne. Im nächsten Jahr folgt dann das große Jubiläum. Dabei fing das Ganze einst ganz klein beim FC Talge an. „Das ist damals angefangen mit der Band Tresimul, die zu unserem Saisonabschluss vom FC auf einem Anhänger spielten, den uns ein benachbarter Landwirt zur Verfügung gestellt hatte. Für damalige Verhältnisse ein richtiges Event“, erzählt Jürgen Gast. Der gebürtige Talger ist Open-Air-Urgestein der ersten Stunde und hat noch keines der 24 Ausgaben des Talger Festivals ausgelassen. In den Jahren danach entwickelte sich das Open Air zu einer alljährlichen Veranstaltung mit mehreren Bands weiter und ist heute immer noch eine feste Größe in der Region. „Das Schöne ist, dass man immer viele Weggefährten hier von früher trifft, die man sonst im Jahr nicht sieht“, so Gast weiter.

Rocken bis in die Nacht hinein

Ordentlich Gas gab am Samstagabend die Band Fibel und brachte das Publikum zum mitrocken. Post-Wave, eine fantastische Lichtinszenierung und rohe Sounds setzten Akzente. Mit heftigen Beats, dunklen Untertönen und der durchdringenden Stimme des Leadsängers lockten die vier Musiker zahlreiche Fans nach vorne.

Auch die charakteristische weiße Fahne von „Viva con Agua“ schwenkte immer wieder über den Platz. Der Verein ist auf vielen Festivals und Konzerten in der Region anzutreffen. „Wir sammeln Pfandbecher in unseren blauen Tonnen, um von diesen Spenden Sanitär- und Trinkwasserprojekte in Nepal, Äthiopien, Uganda und Ruanda zu fördern“, so Jule Dohrmann von der Osnabrücker Vereinigung des Vereins. Seit gut vier Jahren sind sie auch auf Talge unterwegs.

Die Menge einheizen konnte schließlich Headliner Milliarden. „Ey Talge, wir sind’s! Was geht ihr Lieben?“, begrüßte Frontmann Ben Hartmann sein Publikum und blieb stets im Austausch mit den Fans. Die rockten nämlich vor der Bühne so richtig ab. Mit einer energiegeladenen Mischung aus Indie-Pop und Post-Punk verlieh Milliarden dem Abend einen krönenden Abschluss. Mit dynamischen Rhythmen und deutschen Songs wusste die Band die Menge zu begeistern. Fans sangen mit und feierten auf dem Festival-Gelände bis tief in die Nacht.


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