Interview mit Franz Buitmann KHBB kümmert sich um „Museum im Kloster“ in Bersenbrück

Franz Buitmann, Vorsitzender des Kreisheimatbundes Bersenbrück (KHBB). Foto: BuitmannFranz Buitmann, Vorsitzender des Kreisheimatbundes Bersenbrück (KHBB). Foto: Buitmann

Bersenbrück. Ende Oktober eröffnet das „Museum im Kloster“ in Bersenbrück, bisher bekannt unter dem Namen „Kreismuseum“. Welche Aufgaben auf den Kreisheimatbund Bersenbrück (KHBB) zukommen, erläutert Vorsitzender Franz Buitmann im Interview mit unserer Redaktion.

Herr Buitmann, wie leicht kommt Ihnen die neue Bezeichnung „Museum im Kloster“ über die Lippen?

Ich gebe zu, es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich an die neue Bezeichnung gewöhnt habe. Schließlich war der bisherige Begriff „Kreismuseum“ über all die Jahre so fest eingeprägt, dass er fast automatisch von mir genannt wurde. Hin und wieder rutscht mir der Begriff auch heute noch heraus, aber ich benutze den neuen Begriff „Museum im Kloster“ jetzt ganz bewusst.

Haben Sie schon einen Lieblingsraum?

Das lässt sich sicher erst endgültig sagen, wenn die Räume wiedereingerichtet sind. Aber thematisch freue ich mich darauf, dass ein Raum schwerpunktmäßig mit Bildern des Künstlers Franz Hecker, in Bersenbrück geboren, eingerichtet wird. Natürlich wird der Raum, in dem die Geschäftsstelle des KHBB künftig ihren Platz haben wird, für mich eine Stelle sein, wo die ehrenamtliche Arbeit als Vorsitzender des KHBB noch mehr Spaß machen wird.

Auf den Kreisheimatbund Bersenbrück kommt im Zuge der Umstrukturierung eine herausfordernde Aufgabe zu: Er soll Ehrenamtliche gewinnnen, die sich um den laufenden Betrieb kümmern. Was ist damit gemeint?

Der KHBB hat dem Landkreis gegenüber zugesichert, sich nach der Wiedereröffnung des Museums um den laufenden Betrieb zu kümmern, was nur unter Mithilfe der 31 KHBB-Mitgliedsvereine und weiterer Interessierter aus dem Altkreis Bersenbrück möglich sein wird. Diese Mithilfe bezieht sich auf verschiedene Aufgaben – von der Begrüßung der Museumsgäste, der Ausgabe von Eintrittskarten, der Weitergabe von Informationen, der Betreuung der Dauerausstellung und des Aufbaus von Sonderausstellungen bis hin zu Führungen durch das Museum und der Sicherstellung der vorgesehenen regelmäßigen Öffnungszeiten sowie von Sonder-Öffnungszeiten.

In gut vier Monaten eröffnet das Museum im Kloster: Wie weit sind die Vorbereitungen gediehen?

Der KHBB stellt zur Zeit die Gruppe der Ehrenamtlichen für die Betreuung des Museums zusammen – Interessierte können sich übrigens weiterhin gerne melden – und bereitet die Einrichtung der dem KHBB zur Verfügung gestellten Räume, Geschäftsstelle und Archivraum, vor. Außerdem unterstützt der KHBB die Planungen für das Programm vom 26. bis 28. Oktober zur Wiedereröffnung des Museums.

(Weiterlesen: Die Tage des Bersenbrücker Kreismuseums sind gezählt.)

Erhalten Sie weiterhin Unterstützung vom Landkreis? Wie sieht die aus?

Der Landkreis Osnabrück ist nach wie vor Träger des Museums und damit verantwortlich für die bauliche Umgestaltung und Einrichtung des Museums und die spätere Unterhaltung. Es besteht eine enge Zusammenarbeit vor allem zwischen dem Kulturbüro des Landkreises und dem KHBB. Der Mitarbeiter im Kulturbüro, Fabian Schröder, verbringt einen Teil seiner Arbeitszeit im Museum, nicht nur gegenwärtig, sondern auch nach der Wiedereröffnung. Dadurch wird die fachliche Betreuung der Museumsarbeit gewährleistet.

Was halten Sie denjenigen entgegen, die sagen, dass der ehrenamtliche Betrieb eines Museums auf Dauer schwierig werden könnte, weil es zu wenig helfende Hände gibt?

Diese Ansicht ist durchaus nicht unberechtigt, die ehrenamtliche Arbeit kann nur unterstützend eingesetzt werden. Bekanntlich sind leider in der heutigen Zeit immer weniger bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Aber der KHBB ist zuversichtlich, aufgrund der bisherigen Meldungen, diese Aufgabe zunächst lösen zu können. Vielleicht ist die Hoffnung ja nicht unberechtigt, dass später doch wieder eine hauptamtliche Leitung des Museums möglich wird.

Welche Chance bietet das neue Museum im Kloster? Welcher Impuls könnte bestenfalls von dem runderneuerten Gebäude ausgehen?

Das neue Museum bietet die Möglichkeit, durch die Konzentrierung auf wesentliche und bedeutende Themenbereiche die Geschichte des Altkreises Bersenbrück in einem anderen Licht erscheinen zu lassen. Insoweit ist hier weniger sogar mehr. Die neue, klar strukturierte Darstellung, Altes bewahrend aber auch Neues darstellend, unterstützt durch moderne Techniken macht Geschichte erlebbar. Als Impuls könnte ein Satz von Goethe dienen: „Wer das Gestern nicht kennt, kann das Heute nicht begreifen und das Morgen nicht gestalten“.

Das Museum im Kloster soll ein Museum für den Altkreis Bersenbrück sein, nicht nur für die Stadt Bersenbrück. Wie lässt sich diese Botschaft vermitteln?

Das Kuratorium des Museums setzt sich neben dem Landkreis Osnabrück und dem KHBB zusammen aus den Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Fürstenau, Neuenkirchen und der Stadt Bramsche sowie der Stadt Bersenbrück, dem Förderverein des Museums und dem Heimatkreis Greifenhagen/Pommern. Die Exponate beziehen sich auch auf den Altkreis Bersenbrück und die Themen der geplanten Sonderausstellungen sollen aus dem gesamten Altkreis kommen, Vorschläge dazu sind sehr erwünscht.


Zur Person

Franz Buitmann (75) führt seit dem Jahr 1991 den Kreisheimatbund Bersenbrück (KHBB). Seit 1974 ist der Bersenbrücker ununterbrochen im Vorstand des Heimatvereins Bersenbrück tätig, zurzeit als Vorsitzender. cg

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN