VGS Gehrde mit geprägt „Frau Walle“ fährt nicht mehr zur Gehrder Schule

Von Cristina Schwietert

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Mechthild Imwalle vor wenigen Wochen bei ihrem 40-jährigen Dienstjubiläum im Kreise ihrer Schüler an der Gehrder Grundschule. Foto: ImwalleMechthild Imwalle vor wenigen Wochen bei ihrem 40-jährigen Dienstjubiläum im Kreise ihrer Schüler an der Gehrder Grundschule. Foto: Imwalle

Gehrde „Meine Oma ist schon alt, aber sie fährt noch jeden Tag zur Schule – die ist nämlich Schülerin.“ Wenn Mechthild Imwalle diese Anekdote ihres Enkels Jonathan erzählt, tut sie es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn für sie geht ein langes, erfülltes Lehrerleben zu Ende.

„Ich bin natürlich die Lehrerin gewesen, aber ich habe in all den Jahren auch sehr viel von meinen Schülern gelernt“, lacht „Frau Walle“, wie sie von den Kindern in der Grundschule Gehrde oft genannt wird. „Lehrer zu sein, heißt, nicht stehenzubleiben, sich immer weiter zu entwickeln, ständig dazuzulernen. Das verdanke ich den Kindern.“

Nach über 40 Dienstjahren beginnt nun für Mechthild Imwalle aus Damme ab August der Ruhestand. In Osnabrück studierte sie Geografie und katholische Theologie, 1979 machte sie ihr Staatsexamen. Imwalles erste Stelle, an der Förderschule im Ludwig-Steil-Hof im nordrhein-westfälischen Espelkamp, wo sie zwölf Jahre lang polnische und russische Aussiedlerkinder unterrichtete, hat sie für ihr Berufsleben geprägt. Das stete Engagement für den Schüleraustausch Gehrdes mit den polnischen Partnerschulen Widuchowa und Krzywin zeugt davon.

Halbes Arbeitsleben in Gehrde verbracht

1994 wechselt sie in den niedersächsischen Schuldienst. Nach einem Zwischenspiel an der Orientierungsstufe Lengerich wird sie an die VGS Gehrde versetzt. Dort hat Mechthild Imwalle mehr als die Hälfte ihres Arbeitslebens unterrichtet, nämlich 22 Jahre, sechs Klassen als Klassenlehrerin über vier Jahre begleitet und die Schule entscheidend mitgeprägt. Seit zwölf Jahren verantwortet Imwalle den Austausch mit den polnischen Partnerschulen mitsamt der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“, sie leitet mit dem Lernstandort Haseniederung das Energieteam der Schule, koordiniert Religion und Sachunterricht.

Ein besonderes Anliegen ist der Lehrerin die Sprachförderung im Kindergarten, um Vorschulkindern den Übergang in die Schule zu erleichtern. Mit dem Kindergarten Sonnenschein arbeitet sie jedes Schuljahr einen gemeinsamen Kalender aus. Ihr Fazit nach 40 Jahren Schuldienst: „Ich wünsche mir, dass die Politik die Schulen einfach mal in Ruhe ihre Arbeit machen lässt. Mit jeder neuen Landesregierung gibt es neue Bestimmungen. Die Umsetzung nimmt uns viel Energie.“

Untätig bleibt sie als Ruheständlerin nicht: Wer sie kennt, weiß, dass das nicht möglich ist. In ihrer Heimat Damme ist sie Mitglied im Arbeitskreis Integration, der Eine-Welt-Gruppe, Caritas und Tafel. „Ich freue mich besonders, Zeit für meine Familie zu haben und außerhalb der Ferien zu verreisen.“


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