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Bringt „zweite Miete“ Entlastung? Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück zieht Bilanz

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Mit Wärmepumpe beheizt: Neubau der Baugenossenschaft in der Nähe des Bersenbrücker Bahnhof. Foto: BaugenossenschaftMit Wärmepumpe beheizt: Neubau der Baugenossenschaft in der Nähe des Bersenbrücker Bahnhof. Foto: Baugenossenschaft

Alfhausen Die „zweite Miete“ ist entscheidend: Mit geringen Nebenkosten sieht sich die Baugenossenschaft Landkreis Osnabrück auf dem richtigen Weg zu bezahlbarem Wohnraum. Die Genossenschaft schloss ein glänzendes Geschäftsjahr ab und hat viele Pläne.

Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr 2017 um sechs Millionen auf 35,2 Millionen Euro, berichtet Geschäftsführer Werner Hesse in der Jahresversammlung der Genossenschaft in ihrer Zentrale in Alfhausen. Die Steigerung erklärte Hesse mit verstärkter Bautätigkeit, die Genossenschaft hat momentan praktisch kein Bauland mehr zur Verfügung.

Sie baut nicht nur, sie bewirtschaftet im gesamten Osnabrücker Land auch 2250 Wohnungen, 40 Prozent davon gehören zum eigenen Bestand. 74 ihrer Wohnungen hat die Genossenschaft in das 2017 gegründete Tochterunternehmen BGLO Wohnen ausgelagert. Es wurde gegründet zum Einstieg in den mit öffentlichen Mitteln geförderten Sozialwohnungsbau. Erstes Projekt soll der Bau von zwölf Wohnungen in Dissen sein, ergänzt Michael Strehl Hesse Bericht später. Bauantrag ist gestellt.

Hesse erläutert, was die Baugenossenschaft zu einem begehrten Vermieter macht: Sie steckt viel Geld in die Modernisierung ihrer Häuser. Sie verbessert die Wärmedämmung und baut neue verbrauchsarme Heizungen ein. Und sie rüstet die Häuser mit Balkonen nach. Hesse sprach von einer regelrechten „Balkonoffensive“ in Zusammenarbeit mit einem Bersenbrücker Metallbauunternehmen. 13 Millionen Euro investierte die Baugenossenschaft im Geschäftsjahr 2017 in ihren Bestand.

Projekt Mieterstrom

Aber sie baut eben auch, machte Michael Strehl deutlich. Im Nordkreis stellt sie gerade 66 Wohnungen fertig für 9,3 Millionen Euro, von diesem Geld geht der Löwenanteil an regionale Unternehmen. In Quakenbrück schuf sie in zwei Bauabschnitten 28 Wohnungen an der Artlandstraße, in Bersenbrück waren es 22 auf einer Brache direkt am Bahnhof. Nicht nur in den Zentralorten, auch im abgelegenen Kettenkamp entstanden 16 Wohnungen, auf einem von der Gemeinde günstig abgegebenen Grundstück. Die Wohnungen dort seien zum Teil schon verkauft worden.

Ihre neuen Wohnungen in Quakenbrück und Bersenbrück vermietet die Genossenschaft zum Quadratmeterpreis von 6,50 Euro. Damit bleibt sie zwar 80 Cent über dem von der N-Bank geforderten Mietpreis von 5,70 Euro im sozialen Wohnungsbau. Doch mit Wärmepumpen als Heizung und optimaler Isolierung seien die Nebenkosten weit günstiger als in Häusern mit konventionellen Heizungsanlagen, betont Strehl. Und jeder, der hier einzieht, macht woanders eine ältere und günstigere Wohnung für Nachrücker frei. Das Osnabrücker Land habe zwar Probleme, die aber nichts mit einer echten Wohnungsnot zu tun hätten.

In Zusammenarbeit mit den Bramscher Stadtwerken plant die Genossenschaft ein „Projekt Mieterstrom“ mit einer Fotovoltaikanlage, so Strehl weiter. Die Hochschule Osnabrück begleite das Projekt mit einer wissenschaftlichen Untersuchung.

In den Aufsichtsrat wiedergewählt wurden Heiner Pahlmann und Jürgen Kiesekamp (beide Bramsche, Horst Baier (Rieste) und Claus Peter Poppe (Quakenbrück). Die Entlastung des Vorstandes beantragte Bernhard Heinemann, Chef der Kreissparkasse Bersenbrück mit der Bemerkung, die Genossenschaft bewerte ihr Vermögen sehr konservativ. Ihre Bonität sei besser, als die Zahlen verraten würden.


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