Politik zum Mitmachen Bersenbrücker Gymnasiasten pimpen ihre Stadt

Von Silke Bork

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Die Schüler in der Samtgemeinderatssitzung beim Abstimmen über einen Antrag. Foto: Sike BorkDie Schüler in der Samtgemeinderatssitzung beim Abstimmen über einen Antrag. Foto: Sike Bork

Bersenbrück. Mit einem Crashkurs in Kommunalpolitik hat es am ersten Vormittag begonnen und mit einer fiktiven Samtgemeinderatssitzung endete es eine halbe Woche später: Die Teilnahme am preisgekrönten Planspiel „Pimp Your Town“ hat den Achtklässlern des Gymnasiums das nötige Wissen und Selbstbewusstsein vermittelt, wie man aktiv in das politische Geschehen vor Ort eingreift.

In der vergangenen Woche haben die Schüler als Fraktion Ideen gesammelt und gelernt, diese als Anträge zu formulieren. Sie hätten den Tipp bekommen, sich an Themen zu orientieren, die ihnen oder ihrer Familie am Herzen liegen. „Die einzige Beschränkung: Sie müssen kommunalpolitisch sein“, erläutert Cinja Schröder, Projektleiterin des gemeinnützigen Vereins „Politik zum Anfassen“ mit Sitz in Hannover, der das Planspiel veranstaltet.

Die drei gebildeten Fraktionen aus den Klassen 8a, 8b und 8c sind dann mithilfe von Ratsmitgliedern der Samtgemeinde Bersenbrück in neun Ausschussgruppen darauf vorbereitet worden, ihre Anträge überzeugend zu vertreten. Nach den fiktiven Ausschuss- und Fraktionssitzungen haben die Jugendlichen am Montagvormittag im Medien Forum ihre „Kür“ abgelegt: die fiktive, öffentliche Ratssitzung.

Aufräumaktionen und Spendenläufe

Die Punkte auf der Tagesordnung mögen durchaus überraschen. Neben Anliegen, von deren möglicher Erfüllung die Schüler persönlich profitieren könnten, wie beispielsweise freies WLAN an öffentlichen Plätzen, mehr Freizeitbeschäftigungsangebote sowie Ferienjob-Offerte für Schüler ab 14 Jahren, finden sich viele gemeinnützige Anträge.

Einige Beispiele: Aufräumaktionen für ein besseres Stadtbild, insbesondere entlang der Hase. Ein- bis zweimal pro Jahr stattfindende Spendenläufe zugunsten von karitativen Einrichtungen. Bessere Straßenbeleuchtung in den Neubaugebieten und der Bau eines Spielplatzes im neuen Baugebiet Woltruper Wiesen.

Agnes Droste: Sie machen das super

Zu jedem Antrag gibt es mehrere Pro und Kontra Wortmeldungen der Schüler. In den Ausschuss- und Fraktionssitzungen hätten die Jugendlichen lebhafte Diskussionen geführt, freut sich Agnes Droste, die die Samtgemeinderatssitzung der Schüler am Montag leitete. „Sie machen das super.“

Die Alfhausener Bürgermeisterin bedauert aber, dass sich in der Ratssitzung stets die selben Jugendlichen zu Wort gemeldet haben. „Wie in der Praxis: Da melden sich auch immer nur die Fraktionsvorsitzenden.“ Neben Anges Droste gehörten zum Gremium Jens Droppelmann und Andreas Güttler (beide von der Samtgemeinde Bersenbrück) und Cinja Schröder, Friederike Seidl und Leoni Cuello Perez vom Verein „Politik zum Anfassen“.

Schnellkurs in Öffentlichkeitsarbeit

Auch Cinja Schröder ist vom Auftreten der Achtklässler überzeugt und freut sich über ihr Engagement. Das Planspiel werde bundesweit veranstaltet, überwiegend aber in Niedersachsen, erläutert sie. „In diesem Jahr haben wir bereits 15 Planspiele durchgeführt.“ Das Projekt werde an allen Schulformen angeboten. Das Planspiel umfasst auch einen Schnellkurs in Öffentlichkeitsarbeit. Die Rolle der Presse hat die Klasse 8d des Gymnasiums übernommen. „Sie filmen, machen Fotos und schreiben Berichte.“

Im Anschluss werde dann ein gedrucktes Magazin erstellt. Die Ergebnisse würden der Politik zur Verfügung gestellt. Daraus könnten dann Anträge entwickelt und den Ausschüssen und dem Rat vorgelegt werden.


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