Bien: Tagespflege im Blick Samtgemeinde Bersenbrück erhöht Krippen-Gebühren

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Die Samtgemeinde Bersenbrück und ihre Mitgliedsgemeinden unternehmen große Anstrengungen, um Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen. Auch die Betriebskosten sind eine Belastung. Blick durch die Lärmschutzwand auf den neuen Johanna-Kindergarten in Alfhausen. Foto: Margarete HartbeckeDie Samtgemeinde Bersenbrück und ihre Mitgliedsgemeinden unternehmen große Anstrengungen, um Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen. Auch die Betriebskosten sind eine Belastung. Blick durch die Lärmschutzwand auf den neuen Johanna-Kindergarten in Alfhausen. Foto: Margarete Hartbecke

Bersenbrück Die Samtgemeinde Bersenbrück erhöht die Krippengebühren um etwa 15 Euro pro Kind und Monat. Dem ging eine lange kontroverse Debatte im Samtgemeinderat voraus.

Die Erhöhung betrifft auch ältere Kinder, wenn sie länger als die beitragsfreien acht Stunde am Tag betreut werden. Für alle ganztägig betreuten Kinder ist ab 1. August ein Beitrag für das Mittagessen fällig.

CDU-Politiker wie Gerd Uphoff und Michael Johanning kritisierten diesen Beschluss, den der Samtgemeinderat am Donnertagabend in Gehrde fällte. Die große Koalition in Hannover stelle gerade die vier bis sechsjährigen Kinder in den Regelgruppen von Beiträgen frei. Das Land gleiche die finanziellen Verluste der Gemeinden aus, die dadurch entstehen. Hannover bemühe sich um Entlastung der Eltern, während die Samtgemeinde ihnen in die Tasche lange, argumentierten sie.

Seit der letzen Anpassung der Kindergartengebühren 2013 sind die Personalkosten um mehr als 14 Prozent gestiegen. Eine Erhöhung er Gebühren sei unter diesen Umständen nicht zu vermeiden, hielt Dirk Raming von der UWG Ankum dagegen. Sehr wohl aber könne die Samtgemeinde vermeiden, dass die Erhöhungen künftig so drastisch ausfielen. Ab jetzt sollen die Gebühren in jedem Jahr überprüft werden und steigen, falls die Kosten es erforderlich machen.

Private Kinderhorte unter Druck

Es gibt noch einen anderen Grund, die Tageseltern und ihre privaten Kinderhorte nämlich. Dies machte Regina Bein deutlich, unter anderem Leiterin des Familienbüros der Samtgemeinde. Ausnahmsweise wich sie vom Grundsatz der Neutralität ab und nahm in einer politischen Debatte Stellung: Sie begrüßte ausdrücklich, dass die neue Satzung „die Tagespflege in den Blick nimmt“.

In der Tat kann der Altkreis Bersenbrück sich rühmen, in Sachen Tageseltern vorbildlich zu sein. Mit Unterstützung der Gemeinden wurde vor Jahren ein Tageselternverein gegründet, der sich um die Ausbildung von Tageseltern und um ihre Vermittlung kümmert. Sie seien eine wertvolle Ergänzung der Kindertagesstätten, so Bien. Vor allem, wenn es um flexible Betreuungszeiten geht.

Doch die Zahl der privaten Kinderhorte nimmt ab, sie geraten wirtschaftlich immer stärker unter Druck. Viele fürchten nun das Aus, weil ältere Kinder ihnen in die beitragsfreien Kindergärten abwandern könnten, jüngere in die günstigeren öffentlichen Krippen. Mit der Anhebung der Gebühren will die Samtgemeinde auch eine „Gleichbehandlung der Kindertagespflege-Kostenbeiträge“ erreichen, die vom Landkreis Osnabrück geregelt werden.

Das überzeugte auch Grünenvertreterin Elisabeth Middelschulte und Werner Lager (SPD), der von einem „Luxusproblem“ und einer „kleinen Erhöhung“ sprach.


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