Schüler gewinnen Hauptpreis Von Bersenbrück in die Welt der Unternehmer

Von Silke Bork

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Die Gewinner des Hauptpreises Unternehmertum, Laurens Tomoor (links) und Bennet Burlage vor dem Modell ihres Projekts „Staub, nervst du? 3.0 – Gewinnmaximierung in der Lackiererei. Foto: Silke BorkDie Gewinner des Hauptpreises Unternehmertum, Laurens Tomoor (links) und Bennet Burlage vor dem Modell ihres Projekts „Staub, nervst du? 3.0 – Gewinnmaximierung in der Lackiererei. Foto: Silke Bork

Bersenbrück Wie fühlt man sich, wenn man vor rund 250 Zuschauern mit dem Hauptpreis Unternehmertum ausgezeichnet wird? Und das als 16-jähriger Schüler? Nun, Laurens Tomoor und Bennet Burlage haben genau das in Stuttgart auf dem Wissensfabrik-Forum in Stuttgart erlebt.

Die beiden Gymnasiasten aus Bersenbrück haben die Jury mit ihrem Projekt „Staub, nervst du? 3.0 – Gewinnmaximierung in der Lackiererei“ überzeugt und den Forscherpreis gewonnen, der von der Wissensfabrik und deren Mitglied, der Landesbank Baden-Württemberg, in Kooperation mit „Jugend forscht“ vergeben wurde.

Rückblickend habe es vor allem „unglaublich viel Spaß“ gemacht, versichern sie. Allerdings hätten sie sich nach der Vorstellung der Projekte „keine Chance mehr ausgerechnet“. Der Grund: Die anderen Bewerber hätten ihre Projekte schon sehr weit vorangebracht. „Der eine ist am nächsten Tag nach Brüssel gereist, um dem Europäischen Parlament sein Projekt vorzustellen, das andere Team war zur Cebit eingeladen“, erinnern sich die Zehntklässler.

Sprache der Unternehmerwelt

Doch sind die beiden von ihrem Projekt überzeugt und können überzeugend dessen Vorteile vorbringen. Und sie sind in der Sprache der Unternehmerwelt zu Hause. Ein Vorteil, wenn in rund 45 Minuten das eigene Projekt angepriesen werden muss. „Sie sagten, sie hätten bei uns so ein Flackern in den Augen gesehen“, erzählt Laurens Tomoor lachend.

Die Begeisterung für ihr Modell einer vollautomatischen Schleuse, die Arbeiter vor Betreten der Lackierkabine effektiv mit Luft reinigt, ist den beiden deutlich anzumerken.Und bei der anfänglich reinen Freude am Forschen ist es nicht geblieben. „Aus Spaß ist Ernst geworden“, betonen die jungen Tüftler. Es sei für sie beide klar gewesen: Wenn sie den Preis und damit das Mentoring gewinnen, wollen sie ihr Projekt vermarkten.

Kontakte zu potenziellen Partner hätten sich bei ihrem Besuch auf dem Wissensfabrik-Forum ergeben. „Schon beim Abendessen am Vortag wurden wir auf unser Projekt angesprochen“, erinnern sich die Schüler. Zurzeit seien sie mit mehreren Interessenten im Gespräch. Außerdem stünden sie in regelmäßigen Kontakt mit ihrem Mentor, Markus Linha, von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Das Besondere an ihrer Schleuse ist der höhere Reinigungseffekt, denn sie reinigt auch die Kleidung der Lackierer. Mit ihrer Kleidung würden die Arbeiter Staub in die Lackierkabine tragen. „Es ist sehr aufwendig, Staubeinschlüsse auf lackierten Teilen zu entfernen“, erläutert Bennet Burlage. Außerdem sei es kostspielig.

Feinstaub

Ein „schöner Nebeneffekt“ ihres Modells: „Es ist legal“, ergänzt Laurens Tomoor. Um den Staub zu entfernen, sei es in der Praxis üblich, eine Druckluftpistole zu verwenden. Das sehe die Berufsgenossenschaft jedoch nicht gern. „Aufgewirbelter Staub könnte beispielsweise von Büromitarbeitern einer Lackiererei eingeatmet werden, die ja keinen Atemschutz tragen.“ Und dieser Feinstaub stehe in Verdacht, Krebs erregend zu sein. Außerdem bestehe durch die Druckluft Verletzungsgefahr.

Beim Bau ihrer Modellkabine hätten ihnen die Berufsbildenden Schulen in Bersenbrück geholfen. Unterstützung habe es auch seitens ihrer Lehrer, Kerstin Recker-Kopka und Stefan Schmit, gegeben.

Ihre Mitbewerber vom Finale seien mittlerweile zu Freunden geworden. „Die von dem einen Team entwickelte Schul-App haben wir sogar unserem Schulleiter empfohlen, weil sie einfach gut ist.“

Für die beiden Jungforscher bleibt der Besuch im Schwabenland letztlich „ein einmaliges Erlebnis“. Allein des Essens und der Unterbringung wegen hätte sich die Fahrt gelohnt. „Vom Feinsten“, schwärmen die beiden. „Nach dem Abendessen haben wir Cocktails gereicht bekommen und konnten durch die Glasfassade von hoch oben den Blick auf die Skyline genießen.“


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