Run auf Kfz-Kennzeichen „BSB“ kommt im Nordkreis an

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Nach 46 Jahren wieder ein BSB-Kennzeichen. Winfried Meyer genießt diesen Moment in Bersenbrück. Foto: Martin SchmitzNach 46 Jahren wieder ein BSB-Kennzeichen. Winfried Meyer genießt diesen Moment in Bersenbrück. Foto: Martin Schmitz

Bersenbrück Manchmal kommt alles anders als gedacht: Nicht nur in Melle gab es einen Run auf die neuen Kfz-Sonderkennzeichen, sondern auch im Altkreis Bersenbrück. Es sind nicht nur die Älteren, die auf das BSB-Kennzeichen abfahren. Und es sind nicht nur Bersenbrücker.

1972 gingen die Kreise Wittlage, Melle und Bersenbrück im Großkreis Osnabrück auf. Die Autokennzeichen WTL, MEL und BSB wichen dem OS. 46 Jahre später lässt der Landkreis die alten Kennzeichen wieder zu, es kommen so viele Onlineanfragen, das die Server überlastet sind. Bis 11 Uhr waren am 1. Juni über 1300 MEL-Kennzeichen reserviert, BSB wollten über 560 Interessenten. In einer Woche hatte sich die Zahl der BSB-Anhänger verdreifacht, MEL brachte es auf knapp 2200 Einträge, BSB 1550, WTL über 1000.

Eine Woche später durften die Kennzeichen abgeholt werden: Ein Ereignis in Melle, das die Wiederzulassung der alten Kennzeichen angestoßen hatte. Auch in der Zulassungsstelle des Landkreises in Bersenbrück gab es spürbar mehr zu tun, zweimal machten die Mitarbeiter in der Woche sogar Überstunden, verlängerten die Öffnungszeiten, so Landkreissprecher Burkhard Riepenhoff. In anderthalb Wochen gaben sie knapp 300 Kennzeichen aus. In den Bürgerbüros der Rathäuser in Bramsche kamen in dieser Zeit 78 zusammen, in Fürstenau 72, in Quakenbrück 45. Über eine Zahl wunderte man sich beim Kennzeichenhersteller Tönjes in Delmenhorst, der Schilderstanzen in Bersenbrück und Quakenbrück betreibt. Ein Kennzeichen, hieß es koste 30 Euro. Bei Tönjes, erklärt Olaf Kruse, gibt es das Paar für 35 Euro.

Winfried Meyer genießt den Moment, als er das Kennzeichen BSB – MY 1 in die Fassung an seinem Mercedes drückt. My war das Kürzel, mit dem der Kreditexperte der Kreissparkasse Bersenbrück Schriftverkehr abzeichnete. „Ich fühle mich im Osnabrücker Land zu Hause“, sagt der 79-Jährige. Als Sparkassenkaufmann ist der Bersenbrückjer seit 1964 beruflich zwischen Quakenbrück und Engter unterwegs. Sein erstes BSB-Kennzeichen schraubte er auf eine BMW Isetta. Die Meyers nutzten den winzigen Kabinenroller als Familienkutsche, er auf dem Fahrersitz, Ehefrau Gertrud mit einem Kind auf dem Schoß daneben, das zweite Kind zwischen den Sitzen.

Der Altkreis ist für den Pensionär immer noch eine Größe, er engagiert sich im Kreisheimatbund Bersenbrück, kennt fast jeden Quadratmeter aus Radtouren.

Meyer entdeckte, dass auch Ankumer trotz aller Vorbehalte gegen Bersenbrück auf das BSB-Kennzeichen abfahren. In der Stadt sichtete er eine Karosse mit Aufkleber des SV Quitt, das er einem prominentem Ankumer zuordnet.

Doris Blachetta verbindet mit dem Kürzel BSB glückliche Kindheitserinnerungen. Und den Moment, als ihr Vater tieftraurig ein OS-Kennzeichen auf seinen Ford Taunus schraubt. Die Mittfünfzigerin hat eine Traumkombination gefunden, mit ihren Initialen und den Daten ihres Geburtstages.

Auch Jonas Meyer findet sein neues Kennzeichen „wirklich cool“, auch wenn es für einen 19-jährigen IT-Auszubildenden nicht ganz billig war. Nun fährt er seinen Opel Corsa als Meyer, Jonas vor, mit den ersten drei Zahlen der Postleitzahl seiner Heimat Nortrup. Mutig bekennt er sich zu einer Panne: Beim Wechsel der Kennzeichen hatte er nur eines der alten von seinem Corsa entfernt. In der Zulassungsstelle hieß es, dass er beide vorlegen müsse. Erst als die Siegel heruntergekratzt waren, fiel auf, dass etwas nicht stimmte: Jonas hatte gedankenverloren den falschen Corsa erwischt, und so mal eben den Wagen einer Mitarbeiterin stillgelegt. Das war ihm sehr peinlich, erzählt er.


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