Praktika über den Altkreis hinaus 22 französische Agrar-Azubis in der BBS Bersenbrück

Von Wilhelm Brüggemann

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Internationaler Erfahrungsaustausch: 22 landwirtschaftliche Azubis aus Frankreich machen ein Praktikum auf hiesigen Höfen. Die BBS Bersenbrück begleitet die Aktion des Partnerschaftsvereins Alfhausen/La Meignanne. Foto: Wilhelm BrüggemannInternationaler Erfahrungsaustausch: 22 landwirtschaftliche Azubis aus Frankreich machen ein Praktikum auf hiesigen Höfen. Die BBS Bersenbrück begleitet die Aktion des Partnerschaftsvereins Alfhausen/La Meignanne. Foto: Wilhelm Brüggemann

Bersenbrück. Seit 2004 organisiert der Partnerschaftsverein Alfhausen/La Meignanne, einer französischen Gemeinde unweit von Angers, Praktika für angehende französische Landwirte auf hiesigen Betrieben. Das Interesse ist so groß, dass auch Höfe außerhalb des Osnabrücker Nordkreises als Gastgeber mitmachen.

Auch der Besuch der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Bersenbrück gehört mittlerweile zu den liebgewonnenen Traditionen dieses Austausches. Dort begrüßte Thomas Kohne, Leiter der BBS Bersenbrück, rund 30 französische Gäste mitsamt Vertretern der Praktikumsbetriebe und des Partnerschaftsvereins aus Alfhausen. Dabei erwiesen die profunden Französischkenntnisse von Theresia Brickwedde sich als hilfreich.

Brickwedde ist Schriftführerin des Partnerschaftsvereins und organisiert das dreiwöchige Praktikum. „In diesem Jahr galt es, Betriebe zu finden, die 22 französische Praktikanten aufnehmen, wobei der Schwerpunkt im Bereich der Milchwirtschaft liegt,“ berichtet sie.

Da die Praktikumsbetriebe verstreut liegen und mit Nordhorn und Bissendorf über den Nordkreis hinausreichen, fand ein erstes Treffen bereits nach wenigen Tagen in der BBS Bersenbrück statt. Die Schule, die sich seit Jahren mit dem Titel Europaschule schmücken darf, hatte zu einem Grillnachmittag eingeladen, zu dem die Hauswirtschaftsabteilung Salate zubereitet hatte. In der dualen Ausbildung in Deutschland kommen landwirtschaftliche Lehrlinge einmal pro Woche zur Berufsschule. In Frankreich hingegen wechseln 14-tätige Praktika mit einem 14-tägigen Theorieunterricht.

Erfahrungsaustausch

Die unterschiedlichen Ausbildungssysteme gaben Gesprächsstoff, und die jungen Französinnen und Franzosen konnten sich in Begleitung ihrer Lehrkräfte und ihrer betrieblichen Ausbilder über erste Erfahrungen mit deutscher Landwirtschaft und Lebensart austauschen.

Die 17-jährige Emilie Heulin aus dem Örtchen Segré absolviert ihr Praktikum auf dem Hof von Felix Elking in Damme. Sie wird zwar nicht den elterlichen Betrieb übernehmen, der sich der biologischen Landwirtschaft mit den Schwerpunkten Milch und Geflügel verschrieben hat, dennoch sieht sie ihre berufliche Zukunft in der Landwirtschaft. Auf die Frage, was ihr im Vergleich zu Frankreich besonders aufgefallen sei, äußerte sie spontan, dass der Mais in Deutschland deutlich weiter gereift sei als in Frankreich. Zudem stellte sie fest: „Es ist sehr interessant hier, denn irgendwie ist alles anders.“

Was denn genau anders sei, konnte sie nach wenigen Tagen noch nicht spezifizieren. Am Ende der drei Wochen wird sie es wissen, über die reine Landwirtschaft hinaus wartet ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die französischen Gäste.

Und Theresia Brickwedde hat bereits das nächste Jahr im Visier, für das bereits wieder 22 Anmeldungen vorliegen, für sie Praktikumsplätze sucht. Sie würde sich über eine Meldung interessierter Betriebe freuen.


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