Kinderbecken vorziehen? Teure Schwimmbadsanierung in Bersenbrück

Von Martin Schmitz

Das Bersenbrücker Freibad soll saniert werden. Auf der Wiese hinter dem Aufsichtsturm soll ein Kinderbecken entstehen. Foto: Horst SchwitallaDas Bersenbrücker Freibad soll saniert werden. Auf der Wiese hinter dem Aufsichtsturm soll ein Kinderbecken entstehen. Foto: Horst Schwitalla

Bersenbrück Die Sanierung des Bersenbrücker Freibades könnte über drei Millionen Euro kosten. Die Samtgemeinde Bersenbrück will in zwei Schritten vorgehen, zuerst ein Kinderbecken bauen.

In der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familie, Jugend und Sport am Dienstag Schwimmbadplaner stellte Thorsten Schütz aus Hildesheim eine Studie zur Sanierung des Bades vor. Sie sieht unter anderen Ersatz vor für das Kinderbecken, das Platz machen musste für ein neues Gebäude mit Umkleide und Café. Der Samtgemeinderat hatte beschlossen, bis zum Beginn der Badesaison 2019 ein neues Becken als zusätzliche Attraktion für das Bad zu schaffen.

Neben dem Kinderbecken schlägt Schütz eine Trennung des großen Beckens in zwei Becken für Schwimmer und Nichtschwimmer vor. Alle Becken sollen mit leicht zu reinigendem und dauerhaftem Edelstahlbelchen ausgelegt werden, Riffelprofile machen sie rutschfest. Um aktuelle Schwimmbadtechnik aufzunehmen, müsste das Gebäude dafür am Sprungturm vergrößert werden.

„Eltern unter Stress“

Die Kosten schätzt der Schwimbadbauer auf 3,1 bis 3,4 Millionen Euro, je nachdem, ob die Samtgemeinde die Sanierung in ein oder in zwei Bauabschnitten angeht. Dazu erklärte Samtgemeindebürgermeister Horst Baier, Technik und Beckenwände seien zwar alt, würden aber durchaus noch einige Jahre halten. Die Samtgemeinde könne die Sanierung also schieben, weil sie noch andere Projekte zu stemmen hat wie den millionenschweren Neubau Hallenbades in Ankum. Das Kinderbeckens könne man aber vorziehen, wie vom Samtgemeinderat gewünscht.

Ob es aber in der Form gebaut wird, die Thorsten Schütz vorschlägt, dürfte zweifelhaft sein. Der Planer legte eine Skizze vor mit zwei miteinander verbundenen Becken und einer kleinen Rutsche. Eines soll bis 30 Zentimeter tief sein und ist für Kleinkinder gedacht. Das zweite soll bis 60 Zentimeter Wassertiefe haben, wegen der Rutsche, und für Kinder bis zum Alter von etwa sechs Jahren attraktiv sein. Diese Kinder könnten in der Regel noch nicht schwimmen, seien deshalb im Nichtschimmerbecken gefährdet.

Ähnliche Pläne realisiert das Büro Schütz zurzeit in zwei anderen Bädern. In Bersenbrück stoßen sie aber nicht auf Gegenliebe. Das Becken für ältere Kinder setze Eltern von Kleinkindern „unter Stress“, kritisiert Michael Johanning (CDU). Statt zu entspannen, müssten sie ihre Kinder im Auge behalten, damit die nicht ertrinken könnten.

Punkt zwei: Die Kosten der Anlage mit Umpflanzung und Technikhaus liegen bei 575000 Euro. Die Samtgemeinde hatte aber mit deutlich weniger als der Hälfte gerechnet. Es wird erwartet, dass der Samtgemeinderat einem abgespeckten Plan den Vorzug geben wird.