Oberschule will Schüler halten Schadet gymnasialer Zweig in Ankum dem Gymnasium?

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Die August-Benninghaus-Schule in Ankum möchte sich um eine gymnasialen Zweig erweitern. Foto: SchuleDie August-Benninghaus-Schule in Ankum möchte sich um eine gymnasialen Zweig erweitern. Foto: Schule

Bersenbrück/Ankum Mit einem gymnasialen Zweig möchte die August-Benninghaus-Schule in Ankum Schüler gewinnen, die an Schulen außerhalb der Samtgemeinde Bersenbrück abwandern. Davon könne auch das Gymnasium Bersenbrück profitieren, hieß es im Bildungsausschuss der Samtgemeinde Bersenbrück. Die CDU bezweifelt das.

Schulleiterin Gabriele Balgenort stellte dem Ausschuss am Dienstag Überlegungen vor, die aus einer breiten Debatte innerhalb der Schule zu ihrer Profilierung und Weiterentwicklung stammten. Die Qualität der Schule und ihre Drei- bis Vierzügigkeit sollten damit auf Dauer gesichert werden, erklärte sie.

Dass ein gymnasialer Zweig in Ankum dem Gymnasisum Bersenbrück Schüler nehmen könnte, wie insbesondere Agnes Droste (CDU) im Ausschuss befürchtete, konnte Balgenort nicht nachvollziehen. In sieben Jahren seien 54 Schüler nach der Oberschule in Ankum zur Integrierten Gesamtschule Fürstenau gewechselt, aber nur acht zum Gymnasium Bersenbrück. Diese Bilanz könne der gymnasiale Zweig zugunsten Bersenbrücks verändern, indem er Schüler intensiv auf die Oberstufe vorbereitet. Die Stundentafel wird auf eine breitere Bildung ausgelegt, eine zweite Fremdsprache ist Pflichtfach.

Spätzündern eine Chance

Der Ankumer Oberschule gehe es darum, die Schüler zu halten, die nach der Grundschule zwischen Realschul- und Oberschulempfehlung liegen. Die Schule wolle „Spätzündern“ ein Angebot machen, ihnen eine Chance einräumen, erläuterte Balgenort.

319 Grundschüler verließen 2017 die sieben Grundschulen der Samtgemeinde Bersenbrück. Ein Viertel davon wechselte an Schulen außerhalb der Samtgemeinde, erläuterte Samtgemeindebürgermeister Horst Baier mit einer Aufstellung. Mittlerweile nicht mehr nur an die IGS Fürstenau, die Marienschule Schwagstorf und das Handruper Gymnasium. Riester Schüler zieht es jetzt auch an die neue IGS in Bramsche. Der Druck könnte sich verstärken, fürchtet Detert Brummer-Bange (UWG Ankum). Die Elternschaft setze den Osnabrücker Kreistag massiv unter Druck, die IGS Bramsche mit einer eigenen Oberstufe zu erweitern.

Brummer-Bange findet es verwunderlich, dass sich ausgerechnet CDU-Vertreter gegen einen gymnasialen Zweig sperren. In der Diskussion um die Umwandlung der Oberschule in eine Gesamtschule hätten sie genau den gefordert.

Michael Johanning (CDU) sieht das Problem aber nicht in den Gesamtschulen, sondern im Fehlen einer Realschule: 32 Schüler gingen 2017 zur Marienschule mit getrenntem Haupt- und Realschulzweig, aber nur 26 zur IGS Fürstenau.

Der neue Zweig in Ankum könne aber nur funktionieren, indem er der Mittelstufe des Gymnasiums Bersenbrück Schüler wegnehme, befürchtet Droste. Sei beantragte Rederecht für Falk Kunze, Leiter des Gymnasiums, der die Sitzung als Zuschauer verfolgte. Die Ratsmehrheit lehnte ab, der Zeitpunkt sei nicht passend.

Einstimmig fiel dagegen die Beschlussempfehlung aus, die Verwaltung möge das Thema weiter verfolgen, den nächsten Schritt vorbereiten. Der soll eine Elternbefragung sein, die im Herbst ermitteln soll, ob genügend Interesse an einem gymnasialen Zweig in Ankum besteht. „Wenn wir jedes Jahr über 50 Schüler verlieren, müssen wir etwas unternehmen“ sagt Ralf von der Haar (UWG Samtgemeinde).


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