Umweltschonend um den Globus Bersenbrückerin bricht zu nachhaltiger Weltreise auf

Nach einem vorerst letzten Besuch in ihrer Heimatstadt Bersenbrück ist Viviane Meyer am 1. Juni 2018 gemeinsam mit ihrem Freund Steffen Mitchell zu einer nachhaltigen Weltreise aufgebrochen. Foto: Ulrike HavermeyerNach einem vorerst letzten Besuch in ihrer Heimatstadt Bersenbrück ist Viviane Meyer am 1. Juni 2018 gemeinsam mit ihrem Freund Steffen Mitchell zu einer nachhaltigen Weltreise aufgebrochen. Foto: Ulrike Havermeyer

Bersenbrück. Abenteuerlust. Mut. Und der solide Optimismus, dass diese Welt im Grunde eine gute ist. Solchermaßen mental gestärkt, wagen sich Viviane Meyer und Steffen Mitchell auf einen Roadtrip, der ihr Leben mit ziemlicher Sicherheit für immer verändern wird.

Die gebürtige Bersenbrückerin Viviane Meyer und ihr Lebensgefährte Steffen Mitchell sind am 1. Juni 2018 – zunächst mit dem Fahrrad nach Griechenland – zu einer ganz besonderen Mission aufgebrochen: zu einer zweijährigen Reise rund um den Globus, bei der die Betonung auf „nachhaltig“ liegt. Die Entschlossenheit, die das umweltbewusste Paar bei seinem kühnen Unterfangen an den Tag legt, ist durchaus beeindruckend.

Nägel mit Köpfen gemacht

Denn sich voll und ganz auf die Herausforderung einer ökologisch korrekten Umrundung des Planeten einzulassen, ist für sie nicht nur ein hehrer Plan. Die zwei Idealisten haben bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Sowohl die studierte Umwelt- und Ressourcenmanagerin, die bei der Naturschutzstiftung EuroNatur als Campaignerin beschäftigt ist, als auch der bei einem süddeutschen Industrieunternehmen tätige Prozessingenieur haben ihre Jobs gekündigt. Schluss. Aus.

Gemeinsamen Traum verwirklichen

Das sei ihnen „zugegeben, sehr schwergefallen“, bedauert Viviane Meyer die berufliche Zäsur, „denn wir beide haben unsere Arbeit ja sehr geliebt.“ Aber wann, wenn nicht jetzt – bevor sie womöglich sesshaft geworden sind, sich beruflich etabliert und eine Familie gegründet haben – sollten sie ein so einschneidendes Wagnis eingehen, gibt die 28-Jährige zu bedenken. Die Sehnsucht, den gemeinsamen Traum zu verwirklichen, war und ist schlichtweg stärker als das Verlangen nach einer abgesicherten Existenz.

Zeichentrickheldin stellt die Weichen

Und außerdem: Wer wie Viviane Meyer schon als kleines Mädchen für die tapfere Häuptlingstochter Pocahontas geschwärmt hat, der Walt Disney einen Zeichentrickfilm widmete, der scheut das Risiko ohnehin nicht. Die Globetrotterin in spe lächelt. Ja, irgendwie scheint die Heldin ihrer Kindertage schon damals die entscheidenden Weichen in Richtung Umweltbewusstsein und Völkerverständigung für sie gestellt zu haben.

Für Greenpeace und den WWF aktiv

Das Engagement in der Umwelt-AG des Gymnasiums Bersenbrück tat dann ein Übriges. Bei ihrem international organisierten Studium in Cottbus lernte sie kurz darauf Gleichgesinnte aus den verschiedensten Nationen kennen. Und durch die Mitarbeit bei Umweltorganisationen wie Greenpeace und dem WWF sowie bei etlichen Projekten und beruflichen Einsätzen im In- und Ausland wuchs einerseits die Faszination über die Einzigartigkeit und die Schönheit der Natur, andererseits aber auch das Gefühl der Verantwortung dafür, das gefährdete biologische Gleichgewicht zu schützen und zu bewahren.

Durchquerung des Ungewissen

Was erhofft sich Viviane Meyer von der Durchquerung des Ungewissen? „Steffen und ich wollen ganz viel von der Welt entdecken, in die Vielfalt der Natur mit all ihren fantastischen Landschaften eintauchen – und nicht zuletzt möglichst viele Bewohner dieses Planeten persönlich kennenlernen.“ Das allerdings immer unter der Prämisse, auf dem Weg durchs Abenteuerland den kleinstmöglichen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen.

Wie funktioniert „nachhaltig“?

Wie das geht? „Der Begriff ,nachhaltig‘ ist ja extrem dehnbar“, merkt Viviane Meyer kritisch an, „daher haben wir einen Reisekodex für uns aufgestellt.“ Der ist auf der eigens für ihren Roadtrip gebauten Internetseite www.leafandsea.net nachzulesen und enthält Vorsätze wie: „Wir werden insgesamt möglichst nachhaltige Fortbewegungsmittel nutzen (zu Fuß, mit dem Rad, Bus, Bahn, mit Schiff).“ Oder: „Wir werden couchsurfen und zelten was das Zeug hält. Hotels und andere touristische Unterkünfte sind tabu.“

Erlebnisse im Blog veröffentlichen

Überhaupt wollen Viviane Meyer und Steffen Mitchell möglichst viel von dem, was sie erleben, in ihrem Blog veröffentlichen. So kann jeder miterleben, wie es sich anfühlt, auf ökologischen Trippelschritten in der Welt unterwegs zu sein – und wohin dieser Weg die beiden überhaupt führen wird. Denn das Ziel ihrer Reise, sagt die gebürtige Bersenbrückerin mit bewundernswert entspanntem Lächeln, sei derzeit noch völlig offen: „Wir ziehen so lange weiter, bis wir einen schönen Ort finden, an dem wir leben wollen.“ Na, dann mal alles Gute, Pocahontas!


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