Verband ruft zu Zurückhaltung auf Wasserverbrauch im Nordkreis deutlich gestiegen

Der Garten braucht in Hitzeperioden viel Wasser. Der Wasserverband Bersenbrück bittet aber um Zurückhaltung beim Verbrauch von Frischwasser Foto: Ina Fassbender/dpa-tmnDer Garten braucht in Hitzeperioden viel Wasser. Der Wasserverband Bersenbrück bittet aber um Zurückhaltung beim Verbrauch von Frischwasser Foto: Ina Fassbender/dpa-tmn

Bersenbrück. Der Wasserverbrauch im Altkreis Bersenbrück ist angesichts der anhaltenden Hitze und Trockenheit deutlich gestiegen. Der Wasserverband Bersenbrück bittet deshalb um zurückhaltendes Wässern in privaten Gärten.

„Die Temperaturen und die momentane Wetterlage machen das Wasser zu einem begehrten Gut und lassen den durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 145 Litern schnell auf das Doppelte ansteigen“, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Verbands. Aktuell liefere der Wasserverband pro Stunde bis zu 1500 Kubikmeter Trinkwasser an die Kunden. Das entspreche „ungefähr einer Befüllung des Schwimmerbeckens des Bersenbrücker Freibads“, wird in der Mitteilung verdeutlicht.

Verbrauch insgesamt gestiegen

„Das veränderte Verbraucherverhalten und das deutliche Wachstum der Bevölkerung“ haben demnach die Entnahmemenge von Trinkwasser in den vergangenen Jahren insgesamt ansteigen lassen. Besonders deutlich werde die hohe Wasserabgabe der Wasserwerke jedoch während der Hitzeperioden. Da die Wasserabnahme in den vergangenen Tagen überproportional zugenommen hat, „ laufen die Förderbrunnen und die Aufbereitungsanlagen in den Wasserwerken auf Hochtouren“.

Auch die sogenannten hydraulischen Voraussetzungen, also die Dimensionierung und die Länge der Leitungen, könnten bei extremen Wasserabnahmen an ihre Grenzen kommen und zu Druckschwankungen im Leitungsnetz führen. Momentan wird in den Spitzenzeiten, also in den Morgen- und in den Abendstunden, das Doppelte des normalen Tagesbedarfs verbraucht. Der Wasserverband bitte seine Kunden deshalb, auf Rasensprengen zu verzichten und Wasser in Pools nicht vorschnell auszutauschen.

„Uns geht es darum, den überdurchschnittlichen Trinkwasserverbrauch zu senken und insgesamt besser auf den Tag zu verteilen. Wenn alle Hähne aufgedreht sind, bleibt für die notwendige Befüllung der Hochbehälter als Reservepuffer kaum mehr die erforderliche Zeit, und der Wasserdruck kann im Leitungsnetz nicht mehr aufrechterhalten werden. Es ist genug Wasser da, es kommt nur nicht schnell genug nach“, erläutert Ralph-Erik Schaffert, Geschäftsführer des Verbandes.

Die Sommerzeit habe gerade erst begonnen, daher sei es wichtig, während der Hitze- und Trockenperioden besonders achtsam mit dem Trinkwasser umzugehen und jeden unnötigen Verbrauch zu vermeiden. Erfahrungsgemäß entspanne sich die Situation wieder, sobald es regnet, so Schaffert.

Kein Verbot geplant

An Maßnahmen wie im Stader Land denkt der Wasserverband Bersenbrück derweil noch nicht: In der Region im Nordosten Niedersachsens ist es derzeit untersagt, mit Trinkwasser Autos zu waschen, private Schwimmbecken zu befüllen oder Rasensprenger im Garten betreiben. Eine solche Anordnung sei „wirklich nur als allerletztes Mittel zu sehen“, betont eine Sprecherin des Wasserverbands Bersenbrück auf Nachfrage unserer Redaktion. „Es geht uns im Moment nur darum, zu sensibilisieren und dadurch dazu beizutragen, dass das ausreichend zur Verfügung stehende Wasser auch gerecht verteilt werden kann an alle Anschlüsse und zu allen Tageszeiten“, so die Sprecherin.


Der Wasserverband Bersenbrück versorgt 27.800 Hausanschlüsse und 90.000 Einwohner mit Trinkwasser. Der tägliche Verbrauch liegt bei 145 Litern pro Person. Der Verband betreibt sechs Wasserwerke mit insgesamt 23 Brunnen. Gefördert werden jährlich rund sechs Millionen Kubikmeter, das sind sechs Milliarden Liter.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN