„Völlig verheerendes Signal“ Kritik am Umbau der B 214 in Ankum

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Nicht mehr zeitgemäß: Das Straßenbauamt will die Ortsdurchfahrt der B 214 durch Ankum erneuern. Foto: Burkhard DrägerNicht mehr zeitgemäß: Das Straßenbauamt will die Ortsdurchfahrt der B 214 durch Ankum erneuern. Foto: Burkhard Dräger

Ankum. Die Haltung der Gemeinde Ankum zur Umgestaltung der B 214 im Ort sei ein „völlig verheerendes Signal“, wirft ihr ein Anlieger vor. Es geht um Parkplätze und die Aufteilung der Kosten. Die Aufteilung regelt aber eine Satzung.

Seit 2012 diskutieren die Gemeinde und die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eine Umgestaltung der Ortsdurchfahrt der B 2114. Die Behörde möchte weg von der veralteten offenen Bauweise, die zu schnellem Fahren verführt. Die Anlieger wurden bereits einbezogen und haben durchgesetzt, dass der Radfahrersteifen gegen den Wunsch der Straßenbauer hinter die Parkplätze verlegt wird. Die Gemeinde musste akzeptieren, dass Kreisverkehrsplätze an der Einmündung der Alfhausener Straße und am Walsumer Esch teuer und nicht unbedingt die optimale Lösung sind. An ihrem langfristigen Ziel, den Durchgangsverkehr aus der Alfhausener Straße in den Walsumer Esch zu verlegen, will sie festhalten.

Vor einigen Wochen fand eine Anliegerversammlung statt, die über den Stand der Planungen aufklären sollte. Gebaut wird die Straße wohl erst 2021. Kurz darauf tauchte in den sozialen Netzen ein „Leserbrief“ Axel Hüttmanns auf, der an der B 214 ein Restaurant betreibt. „Hier soll eine gut funktionierende Geschäftsstraße unnötig durch Umstrukturierung auf Kosten der Anlieger umgesetzt werden,“ heißt es dort.

Parkstreifen wird umgewandelt

Dann ist von der finanziellen Belastung der Anlieger die Rede. Weil die Bundesstraße eine Durchgangsstraße ist, müssen sich die Anlieger nicht am Straßenbau beteiligen, wohl aber an den Kosten für Bürgersteig, Parkplätze, Grünanlagen und Straßenleuchten. Die Sätze liegen laut Bürgermeister Deter Brummer-Bange zwischen 35 und 40 Prozent, Hüttmann gibt sie mit 40 bis 45 Prozent an. Die Summe richtet sich nach der Größe des Grundstücks, ob es für Gewerbe oder Wohnen genutzt wird, wie intensiv es bebaut ist. Zum Vergleich: Beim Bau einer reinen Wohnstraße rechnet die Gemeinde Ankum laut ihrer Satzung 60 Prozent der Kosten mit den Anliegern ab, die Straße ebenso wie das Drumherum.

Hüttmann kritisiert ferner, dass der freie Parkstreifen entlang der Straße umgewandelt werden soll in gekennzeichnete Parkflächen mit Grün dazwischen. Das verringert die Zahl der Parkgelegenheiten. „Wahnsinnig schlau“ sei gewesen, die Zahl der Parker vor seinem Restaurant zur falschen Tageszeit zu zählen.

Brummer-Bange bestätigt, dass sich nach derzeitigen Plänen die Zahl der Parkgelegenheiten vor dem Restaurant um eine verringert. Grundsätzlich hätte Geschäftsleute aber keinen Anspruch auf Parkplätze auf der Straße, müssten diese vielmehr auf dem eigenen Grundstück schaffen oder auslösen.

Für seriöse Kostenschätzungen sei es auch aufgrund der überkochenden Baukonjunktur noch zu früh. Sein Appell in der Versammlung, die kommenden Jahre zu nutzen, um eine Rücklage zu bilden, sei keineswegs zynisch gemeint gewesen, wie Hüttmann das interpretiert. Die Gemeinde werde weiter ausführlich informieren.


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