Stelle im Kiga-Gelände ausgekoffert Umweltskandal in Alfhausen?

Von Martin Schmitz

Blick durch die Lärmschutzwand auf das Gelände des Johanna-Kindergartens in Alfhausen. Foto: Margarete HartbeckeBlick durch die Lärmschutzwand auf das Gelände des Johanna-Kindergartens in Alfhausen. Foto: Margarete Hartbecke

Alfhausen. Beim Bau des Johanna-Kindergartens hat die Gemeinde Alfhausen eine ölhaltige Bodenpartie vom Gelände schaffen und entsorgen lassen. Das bringt sie nun in Erklärungsnot.

Gegen Ende der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates vergangenen Donnerstag sprach Georg Ratermann (CDU) vom Container eines Entsorgungsunternehmens, der während der Arbeiten am Rande des Baugeländes gesichtet worden sei. Es folgte eine lange Wutrede, in der Ratermann sich empört zeigte, dass er als Vorsitzender des Umweltausschusses nicht informiert sei. Erst ein Bürger habe ihn aufmerksam gemacht.

Plötzlich standen Verdachtsmomente aus der Vorgeschichte wieder im Raum, die längst ausgeräumt schienen. Ist es angemessen, hieß es damals, auf dem Grundstück einer Spedition einen Kindergarten zu bauen? Die Gemeinde hatte den Boden gutachterlich untersuchen lassen. Es gab keine Beanstandungen.

„Öliger Geruch“

Und war nicht mit dem Preis gekungelt worden, das angebliche Geschenk für die Gemeinde mit zusätzlichen Kosten belastet worden? Trotz allem hin und Her bleibt der Preis für die Gemeinde weit unter dem, was der Besitzer bei einem Verkauf etwa als Wohngrundstück hätte bekommen können, betonte am Donnerstag noch einmal Stefan Winter von der Gemeindeverwaltung.

Zum Vorgang, den Ratermann angesprochen hatte, erklärte Winter, in einer Ecke des Grundstücks an der Lärmschutzwand, wo Brunnenringe in die Erde eingelassen gewesen seien, sei ein „öliger Geruch“ aufgefallen. Daraufhin habe die Gemeinde die Ecke gründlich auskoffern lassen und den Boden fachgerecht entsorgen lassen. Die Kosten dafür trage als Bauherr die Gemeinde.

Ratermann wollte wissen, wie man denn hätte sicher sein können, dass danach alles in Ordnung gewesen sei? Seines Wissens sei alles in Ordnung, entgegnete Winter.

Mehr dazu sagen konnte er am anderen Tag, nach einem Blick in die Akten. Der Vorgang hatte sich im Dezember ereignet, lag also schon ein halbes Jahr zurück.

Winter erklärte gegenüber der Redaktion, der Ölgeruch sei bereits bei der Überplanung des Grundstückes aufgefallen. Das Auskoffern des verdächtigen Bodens sei von einem Gutachter und mit Bodenproben begleitet worden. Die Bodenproben hätten ergeben, dass an dieser Stelle Treibstoff oder Mineralöl versickert sein könnte. Nach dem Auskoffern hätten die Bodenproben nichts Verdächtiges mehr gezeigt. Die ölhaltige Erde sei demnach vollständig vom Grundstück entfernt worden.

Bürgermeisterin Agnes Droste wollte von ihrem Fraktionskollegen Ratermann wissen, warum der sich nicht bei der Verwaltung erkundigt hatte, nachdem er von den Vorgängen erfahren hatte? Dazu sei keine Zeit mehr gewesen, erwiderte der. Erst am Tage der Ratssitzung habe er Kenntnis erhalten.