CDU und SPD laden ein Schwarz-rote Diskussionsrunde am 26. Mai in Alfhausen

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Klausur auf der Terrasse: Zeljko Dragic (links) und Andreas Hettwer planen eine Podiumsdiskussion mit Landtagsabgeordneten, zu der erstmals SPD und CDU in der Samtgemeinde Bersenbrück gemeinsam einladen. Foto: Martin SchmitzKlausur auf der Terrasse: Zeljko Dragic (links) und Andreas Hettwer planen eine Podiumsdiskussion mit Landtagsabgeordneten, zu der erstmals SPD und CDU in der Samtgemeinde Bersenbrück gemeinsam einladen. Foto: Martin Schmitz

Alfhausen/Bersenbrück. Wenn schon GroKo, dann richtig: CDU und SPD in der Samtgemeinde Bersenbrück planen eine gemeinsame Diskussion mit den Landtagsabgeordneten beider Parteien. Stattfinden soll sie am Samstag, 26. Mai, in Alfhausen.

In Berlin stellt eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD die Bundesregierung. Und auch das Land Niedersachsen wird neuerdings von einem schwarzroten Zweckbündnis regiert. Man kann solche Konstellationen kritisch sehen. Zeljko Dragic zum Beispiel hat in der innerparteilichen Diskussion keinen Hehl daraus gemacht, dass ihm lieber gewesen wäre, seine Partei würde sich auf den Oppositionsbänken im Bundestag regenerieren.

Doch in einem Punkt ist der neue Vorsitzende des Bersenbrücker SPD-Samtgemeinderates mit Andreas Hettwer einig, dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Samtgemeindefraktion und Nummer eins ihres Verbandes Ankum-Eggermühlen-Kettenkamp: Große Koalitionen, sagen beide, sind Umsetzung eines Wahlergebnisses. Der Wähler hat entschieden und nun hat er ein Recht zu erfahren, was seine Regierung unternehmen und für ihn tun will.

Und er hat ein Recht, seine Wünsche zu äußern und mit seinen Abgeordneten zu diskutieren. Am besten in einer Runde, in der nicht die Parteifarbe zählt, sondern alle Bürger willkommen sind. Und wenn man die Bürger der Samtgemeinde Bersenbrück schon in einer solchen Runde versammelt, sollen auch lokale Probleme zur Sprache kommen. „Am Ende soll etwas für die Samtgemeinde herauskommen,“ sagt Hettwer. Dragic nickt.

Die Landtagsabgeordneten Christian Calderone aus Quakenbrück und Guido Pott aus Bramsche seien angetan von der Idee und hätten spontan zugestimmt, berichten die beiden.

Neue politische Kultur

Ungewöhnlich daran ist nur, das sich SPD und CDU in der Samtgemeinde zum ersten Mal zu einer solchen Aktion zusammentun. Das hängt damit zusammen, dass sich das tradierte politische System der Samtgemeinde überlebt hat. 40 Jahre hatte die CDU die absolute Mehrheit, war bestimmende Kraft, obwohl sie durchaus Konsens suchte mit den anderen politischen Kräften, je nach Charakter ihrer führenden Persönlichkeiten.

Samtgemeinderat und viele Gemeinderäte sind bunter geworden, vielgestaltiger, auf der Suche nach einer neuen politischen Kultur, in der alle sich zu Hause fühlen können.

Dragic und Hettwer stehen für diesen Aufbruch. Sie kennen keine Berührungsängste, fühlen sich nicht nur im eigenen Milieu zu Hause. Dragic strebt im Lokalen die dringend notwendige Erneuerung der SPD an der Basis an, eine Erneuerung, die sie sich bundesweit auf die Fahnen schreiben muss. Und Andreas Hettwer will die CDU herausholen aus ihrer unfreiwilligen Rolle als Opposition im Samtgemeinderat und ihr das Gewicht geben, das ihr als immer noch stärkster politischer Kraft in der Samtgemeinde zusteht.


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