Räselhafte Serie hält schon zwölf Jahre an Katzenkiller im Badberger Wohld?

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Vermisst: Seit 29. April ist Kater Piepser verschwunden. Im Laufe von zehn Jahren verlor seine Besitzerin über 20 Katzen. Mindestens zwei wurden erschossen. Nun setzt sie 2000 Euro als Belohnung aus für Hinweise, die zur Aufklärung dieser rätselhaften Serie führen. Foto: privatVermisst: Seit 29. April ist Kater Piepser verschwunden. Im Laufe von zehn Jahren verlor seine Besitzerin über 20 Katzen. Mindestens zwei wurden erschossen. Nun setzt sie 2000 Euro als Belohnung aus für Hinweise, die zur Aufklärung dieser rätselhaften Serie führen. Foto: privat

Badbergen. Wer macht so etwas? In zwölf Jahren kamen einer Bewohnerin des Wohld in Badbergen an die 25 Katzen abhanden. Mindestens zwei wurden mit Kleinkaliber erschossen und verendeten qualvoll. In unmittelbarer Nachbarschaft wurde vor einigen Tagen auch ein Kind angeschossen.

Nun setzt die Frau, deren Name der Redaktion bekannt ist, eine Belohnung von 2000 Euro aus für Hinweise, die zur Aufklärung dieses absonderlichen Falles führen. Vor zwölf Jahren siedelte sie sich auf einem Hof an der Wohldstraße zwischen Badbergen und Quakenbrück an. Auf einen Hof gehören auch Katzen, findet sie, allein schon, um die Mäuse kurzzuhalten. Als Tierärztin legt sie Wert darauf, dass ihre Tiere sterilisiert sind. Der Erfahrung nach sind sterilisierte Katzen sehr häuslich und streunen nicht.

Kurz nach dem Einzug war der Beagle eines Mieters verschwunden. Und nach wenigen Monaten verschwand ihre erste Katze spurlos. „In unserer Nachbarschaft werden Katzen sehr alt“, erzählt sie. Ihre hingegen werden in der Regel kaum zwei Jahre alt. Das kann natürlich damit zu tun haben, dass das Hausgrundstück an einer belebten Durchgangsstraße liegt. Doch wenn die Katzen allesamt überfahren würden, müsste zumindest der eine oder andere Kadaver an der Straße zu finden sein.

Irgendwann ließ sie im Kreise von Freunden, Bekannten und Nachbarn laut werden, sie sei froh, wenn sie wenigstens die überfahrenen Körper finde würde. Dann wisse sie, was ihren Tieren passiert sei.

Prompt tauchten zweimal hintereinander Katzenkörper auf, keine 200 Meter vom Haus entfernt an der Straße, an einem Punkt, den sie täglich mit dem Haushund beim Spazierengehen passiert.

Kugel im Röntgenbild

Es war offensichtlich, dass jemand die Kadaver dort abgelegt hatte. In einem Fall waren kaum Verletzungen zu erkennen, die auf Überfahren gedeutet hätten, lediglich eine Wunde zwischen den Kieferknochen und eine Prellung am Bein. Die Tierärztin legte den Körper unter das Röntgengerät. In der Schulter entdeckte sie eine verformte Kleinkaliberkugel, die sie mit einer Kollegin zusammen aus dem Körper schnitt. Um die Katze so von unten in den Hals zu treffen, müsste sie in einer Falle fesgesteckt haben oder festgebunden gewesen sein. Der Schuss war auch nicht sofort tödlich. Weil die Kugel keine lebenswichtigen Organe wie die Halsschlagader traf, dürfte das Tier noch lange gelitten haben, bis es starb, schließt die Tierärztin.

Sie holte einen Kadaver aus der Kühltruhe, den sie einige Monat zuvor fast an gleicher Stelle gefunden hatte und röntgte auch ihn. Auch hier konnte sie eine Kugel im Kopf ausfindig machen. Hinzu kam ein Zwischenfall mit einem auf dem Hof abgestellten Pkw. In der Seitenscheibe war ein Einschussloch zu erkennen, bei Berührung zersplitterte das Gas.

Jetzt wurde es der Frau zu viel, sie fasste die Vorfälle in eine Anzeige zusammen, die der Redaktion vorliegt, und dokumentierte sie mit Fotos. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelte, stellte aber das Verfahren ein, weil kein Täter zu ermitteln sei.

Das war 2015. Katzen verschwinden weiter vom Hof, der letzte am 29. April Kater „Piepser“ war mit einem Tracker ausgestattet, um seine Bewegungen im Freien zu verfolgen.

Die Frau setzte 500 Euro Finderlohn aus. Jetzt ist sie bereit, die Summe auf 2000 Euro zu erhöhen, wenn jemand Hinweise geben kann, die zur Aufklärung dieser abstrusen Serie führen.

Die Sorge, dass den tierischen oder menschlichen Bewohnern ihres Hofes etwas zustoßen könnte, kann ihr niemand nehmen. Vergangenen Samstag schoss ein Unbekannter mit einem Luftgewehr auf einen Zwölfjährigen und verletzte ihn am Arm. Etwa 300 Meter vom Haus entfernt.


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