Zirkus der Kulturen Alfhausen: Bundesverdienstkreuz für Axel Klose

Von Judith Perez


Axel Klose, bekannt durch sein Netzwerk „Zirkus der Kulturen“, wurde am Samstagabend in der Gaststätte „Zum alten Pauker“ in Alfhausen durch Landrat Michael Lübbersmann mit dem Bundesverdienstkreuzausgezeichnet.

Alfhausen. Sichtlich gerührt und mit Tränen in den Augen stand er da und nahm das Bundesverdienstkreuz von Michael Lübbersmann, stellvertretend für den Bundesspräsidenten Frank-Walter Steinmeier, in Empfang. „Jeder Mensch hat einen Stern am Himmel, der ihm leuchtet und ihm den Weg zeigt. Du bist mein Stern und dafür danke ich dir“, hatte seine „russische Tochter“ Vladislava Reinhardt ihn mit ihrer sehr persönlichen Rede gerührt. 2008 sei sie mit 22 Jahren zum ersten Mal nach Alfhausen gekommen. Sie wohnte bei „Axel“, wie ihn alle nennen und sprach kein Wort Deutsch. Die beiden verständigten sich auf Englisch. „Er hat mich mit seinen Projekten rund um Natur, Sport, Kunst und Kultur so beeindruckt, dass ich mein Studium in Deutschland beendet habe und heute hier in einem internationalen Unternehmen arbeite. Dabei hat mir Axel, mein deutscher Vater, das Wichtigste beigebracht: Respekt, Toleranz und interkulturelle Zusammenarbeit“, schloss sie ihre Rede, bevor sich die beiden herzlich umarmten.

Zirkus der Kulturen

Reinhardt, die mittlerweile mit einem Deutschen verheiratet ist, brachte das auf den Punkt, für das sich Klose seit Jahrzehnten im „Zirkus der Kulturen“ engagiert. Er veranstaltet mit Kindern und Jugendlichen Freizeitlager in Deutschland, Russland und anderen Ländern. Dabei werden die Älteren zunächst mit der Jugendleiter-Ausbildung (Juleica) qualifiziert, um dann die Jüngeren in Workshops anzuleiten. Dabei gelingt es ihm, ganzheitlich die Bereiche Körpereinsatz - Sport, Umweltthemen, wie Wasseruntersuchungen, Kunst, Bilder werden gemalt, und Kultur, denn, verschiedene Kulturen begegnen sich, zu verbinden. Landrat Michael Lübbersmann überreichte dem 77-Jährigen „Un-Ruheständler“, wie er sich selbst nennt, für sein ehrenamtliches Engagement im Namen der Bundesrepublik das Bundesverdienstkreuz. Es ist für Klose bereits der zweite Orden. Als 21-jähriger Soldat rettete er unter Einsatz seines eigenen Lebens Ertrinkende und vom Wasser Eingeschlossene bei einer Flutkatastrophe und erhielt dafür den sogenannten Sandsackorden.

Von Überlebenskampf geprägt

Die Kindheit des in Göttingen geborenen Klose war geprägt vom Überlebenskampf der Mutter mit ihren Kindern – der Vater war als Oberleutnant nach dem Zweiten Weltkrieg in Gefangenschaft. Einer seiner Leitsätze ist, „da, wo das Leben aufhört, beginnt das Überleben“. In Zeltlagern bringt er Jugendlichen unter anderem bei, selbst Feuer zu machen. Er selbst konnte schon als Achtjähriger Feuer mit nassem Holz anzünden und hatte deshalb bei den Pfadfindern den Namen „Feu“, für Feuer, erhalten. Ganze Wochen schipperte er mit Jugendlichen auf einem Floß und reiste meist mit dem Zug oder Rad bis nach Perm, in Russland. „Einmal landete er mit seiner Gruppe sogar für eine Nacht in einem russischen Gefängnis“, berichtete, sein langjähriger Weggefährte und mittlerweile pensionierter Lehrer der Integrierten Gesamtschule Fürstenau (IGS), Klemens Wolf. Wolf war es auch, der vor zwei Jahren den Antrag beim Land Niedersachsen für die Auszeichnung stellte.

Bürgermeisterin sagt „Danke“

Bürgermeisterin von Alfhausen, Agnes Droste, bedankte sich ebenfalls im Namen der Bundesrepublik für sein Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit. „Als Bürgermeisterin und Mutter sage ich Danke für das, was Sie geleistet haben. Wir sind stolz, einen Weltbürger wie Sie, hier in Alfhausen zu haben. Klose erhielt die Auszeichnung in der Gemeinde Alfhausen, weil hier sein Wohnort liegt, obwohl eine Vielzahl seiner Projekte in Fürstenau beheimatet sind, wo er lange als Lehrer an der IGS tätig war. So wie Michael Johanning, der als Vertreter der Samtgemeinde Bersenbrück gratulierte und fragte „Woher nehmen Sie diese Energie, Herr Klose, verraten Sie mir ihr Geheimrezept?“, standen viele Mitstreiter und Weggefährten an diesem sonnigen Abend an Kloses Seite und sahen respektvoll zu ihm auf. Klose selbst sagte zu seiner Auszeichnung, „es ist genauso euer Verdienst, wie meiner, dass ich diese Auszeichnung erhalte – danke!“ Und, „ja, es ist schon etwas Besonderes“.