Der Kälte getrotzt Schafschurtag bei der Arche Alfsee in Rieste

Von Judith Perez

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Gespannt verfolgen die Besucher, wie Marc Berger (rechts) die Schafe von ihrem dicken Fell befreit.  Foto: Judith PerezGespannt verfolgen die Besucher, wie Marc Berger (rechts) die Schafe von ihrem dicken Fell befreit. Foto: Judith Perez

Traditionell findet am 1. Mai im Haustierpark der Arche Alfsee die jährliche Schafschur statt. Dieses Jahr schon zum 20. Mal, so der Leiter der pädagogischen Einrichtung, Siegbert Ehmann-Wulf. Neben den 16 Jakobschafen sollen an diesem Tag auch die Angoraziegen geschoren werden.

Rieste. Marc Berger nimmt sich mit seinem Rasierer jedes einzelne Tier gewissenhaft vor. Zwar sind aufgrund des schlechten Wetters in diesem Jahr nur wenige Besucher zum Aktionstag in die Arche gekommen, diese allerdings zeigen höchstes Interesse an der Schafschur im Stall. Die achtjährige Runa aus Melle guckt gebannt zu, dreht sich dann aber weg. „Die Arme“, befindet sie. Ihr zwölfjähriger Bruder Fionn guckt ebenfalls interessiert zu und stellt fest, „man muss das schon können“. In der Tat geht es professionell zu und die Angoraziege hält geduldig still. Die aus dem Mittelmeerraum stammende Rasse wird normalerweise zweimal im Jahr geschoren. „Dafür ist es bei uns im Norden zu kalt“, erklärt Ehmann-Wulf. „Deshalb neigen die Tiere auf der Haut unter dem dicken Fell zu Schorfbildung. Das nerve dann bei der weiteren Verarbeitung der Wolle, erklärt Andrea Gerhards vor ihrem Spinnrad. Wie jedes Jahr verarbeitet sie die soeben geschorene, fettige Wolle, direkt weiter zu einem Faden, um den Prozess zu zeigen. „Die Schorfreste in der Wolle machen das Spinnen schwer“, so die Frau, die in Kalkriese einen Beerenobsthof betreibt.

Zeit für Gespräche

„Heute Morgen haben wir wegen des schlechten Wetters überlegt, den Aktionstag ausfallen zu lassen“, berichtet Ehmann-Wulf. „Als dann aber alle Akteure erschienen sind und bester Laune waren, haben wir die Sache durchgezogen“, so der gut gelaunte Leiter. „Das Schöne ist, ich habe endlich Zeit für Gespräche“, so der Pädagoge. Der befreundete Verein Amal e.V. hielt ebenfalls die Stellung und sorgte mit der Amal-Band (Gitarre und Bongo) für musikalische Unterhaltung im Café.


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