„Rothertarier“ halten zusammen Familiäre Atmosphäre beim Straßenflohmarkt in Bersenbrück

Von Reinhard Rehkamp


rr Bersenbrück. Wenn die Bewohner der Hermann-Rothert-Straße in Bersenbrück zum Flohmarkt bitten, stehen Amateure mit Herz hinter den Ständen. Doch ihr Gemeinschaftswerk Straßenflohmarkt ist professionell aufgezogen, zeigte der vergangene Sonntag.

2016 hatten die Straßenbewohner zum ersten Mal einen eigenen Flohmarkt ausgerichtet. Einen Gewinn verbuchte damals wohl auch das Zusammengehörigkeitsgefühl. Das halten die Anwohner nämlich hoch, pflegen es unter anderem beim gemeinsamen Tannenbaumsingen am vierten Advent.

Zu dieser Gemeinschaft gehören auch die, die in der Straße aufwuchsen, flügge wurden und in die Welt hinauszogen. Und für ihren Anhang: Wie 2016 wurde dieser Straßenflohmarkt zum Stelldichein Erwachsener, die mit ihren Kindern nach Bersenbrück kamen, um Eltern beziehungsweise Großeltern zu besuchen, und bei der Gelegenheit auch ihre ehemaligen Spielkameraden aus der Wohnstraße wiederzusehen. Dafür wurden sogar weite Anreisen etwa aus Süddeutschland in Kauf genommen.

Zur familiären Atmosphäre dieses Flohmarktes trug sicherlich dazu bei, dass keine professionellen Trödelhändler zugelassen waren. Kaum hatte Karl-Heinz Diersing am frühen Morgen um 7 Uhr seinen Verkaufstisch aufgestellt und die ersten Waren darauf abgelegt, kam schon der erste Käufer und wollte wissen, was er denn noch so alles anbieten würde.

Ein buntes Durcheinander aus Schnickschnack, Antiquitäten und Kunst, Haushaltsgegenständen, Glas, Porzellan, Kleidung und Nippes aus Blech, Messing und Kupfer waren genauso im Angebot wie Kinderspielzeug, Plüschtiere, Legosteine und Playmobilfiguren. Gelegentliche Regentropfen am Vormittag hielten offensichtlich kaum jemanden davon ab, bei den „Rothertariern“ vorbeizuschauen, wie Mitorganisator Jürgen Brinker seine Mitstreiter und Nachbarn nennt.

Gerne in Anspruch genommen wurde von den Kindern eine erstmals aufgestellt Hüpfburg. Für die Pause gab es einen Imbisswagen und ein Zelt mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Aus dem Erlös des Zeltverkaufs wollen die „Rothertarier“ dann ein Fest für ihre verschworene Gemeinschaft ausrichten.