Wenn Kinder trauern Ein „Trostkoffer“ für die St.-Nikolaus-Kita in Ankum

Von Burkhard Dräger

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Den „Trostkoffer“ stellten Christin Listing (Dritte von links) und Daniela Grothaus (Vierte von links) den Mitgliedern des Elternbeirats der Ankumer Kindertagesstätte St. Nikolaus vor. Foto: Burkhard DrägerDen „Trostkoffer“ stellten Christin Listing (Dritte von links) und Daniela Grothaus (Vierte von links) den Mitgliedern des Elternbeirats der Ankumer Kindertagesstätte St. Nikolaus vor. Foto: Burkhard Dräger

bdr Ankum. Kinder und Trauer: Im Verlauf einer Sitzung des Elternbeirates in der Ankumer Kindertagesstätte St. Nikolaus stellten Daniela Grothaus und Christin Listing den „Trostkoffer“ vor.

Im Vorfeld hatten sich die Mitglieder des Elternbeirates der St.-Nikolaus-Kita die Frage gestellt: „Wie geht man in der Kita mit einem Trauerfall um?“ Dabei stellte sich heraus, dass Kinder in vielen Lebenssituationen Trost brauchen. Es gab den Wunsch, eine Materialsammlung für Familien zusammenzustellen, die mit einem Trauerfall konfrontiert werden.

Heraus kam ein „Trostkoffer“, der nicht nur individuell für die Kita St. Nikolaus, sondern jeweils auch für die betroffene Familie zusammengestellt wird.

Die Erzieherinnen Daniela Grothaus und Christin Listing ließen sich in einer Langzeitfortbildung zu religionspädagogischen Fachkräften für den Elementarbereich ausbilden. Darüber hinaus besuchten sie Fortbildungen zum Thema „Umgang mit Tod und Trauer“ und führten Gespräche und Treffen mit anderen Experten wie Trauerbegleitern, Pastoren oder Theologen. Dabei kam die Idee von einem „Trostkoffer“ heraus.

Der größte Teil dieses Koffers besteht aus Bilderbüchern, die eine Vielzahl von Trostsituationen abdecken. Neben diesen Bilderbüchern enthält er Ratgeber, tröstende Texte, Adressen von anderen helfenden Personen oder Institutionen, Alben zum Gestalten oder auch Gegenstände, die zum gemeinsamen Tun in der Familie einladen.

Die Familie kann zum Beispiel eine Kerze mit Wachsplatten bekommen und sie für den Verstorbenen gestalten oder auch einen Bilderrahmen mit Deko-Steinchen für ein Bild des Verstorbenen. Ein kleiner Tontopf zum Einpflanzen von Vergissmeinnicht-Samen oder ein selbst ausgesuchter Handschmeichler wie Kreuz oder Engelchen befinden sich ebenfalls im „Trostkoffer“.

Wird eine Familie mit einem Trauerfall konfrontiert, bekommt sie von den Mitarbeiterinnen der Kita St. Nikolaus einen Brief, der über das Angebot des „Trostkoffers“ informiert. Jede Familie entscheidet dann selbst, ob sie das Angebot annimmt, die Materialien des „Trostkoffers“ zu nutzen. Hat die Familie Interesse daran, wird ein Termin mit Daniela Grothaus oder Christin Listing vereinbart, an dem sie mit den Eltern überlegen, was den Kindern hilft und guttut. Die Familie kann dann die ausgewählten Dinge ausleihen, wobei Handschmeichler, Kerzen oder Bilderrahmen natürlich behalten werden können, die Bücher dagegen zurückgegeben werden.

Die Inanspruchnahme des „Trostkoffers“ ist kostenfrei und lediglich auf Spendenbasis angelegt. Das Angebot ist nicht „fertig“, wird es wohl auch nie, denn die Suche nach neuen, bereichernden Materialien wird stets fortgesetzt.

Übrigens: Auch Familien ohne Kindergartenkinder können vom „Trostkoffer“ profitieren und ihn nach Absprache anfordern.


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