Burn-Out Thema im Gottesdienst 1300 Biker bei Motorradausfahrt nach Gehrde

Von Bjoern Thienenkamp

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Gehrde. 19 Grad Celsius, Sonnenschein. Da machte den rund 1300 Teilnehmern die Demonstrationsfahrt der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Motorradfahrer (ACM) Gehrde von Quakenbrück nach Gehrde am Sonntagnachmittag reichlich Spaß.

„So eine Veranstaltung ist immer vom Wetter abhängig und jetzt ist es doch optimal, nicht zu kalt und nicht zu warm“, findet Henrik Marten am Treffpunkt beim Autohaus Böcker in der Hindenburgstraße in Quakenbrück. „Das ist ein schönes Motorradwetter ,und das Wichtigste ist: Es ist trocken“, urteilt der Polizeihauptkommissar.

„In der Strecke ist sehr viel drin, es geht über Land und im Bereich Talge durch schmale Straßen, das ist landschaftlich schick mit den grünen Bäumen, und auch die Bevölkerung wird mit einbezogen, das ist eine Superstimmung“, gerät der 49-Jährige fast ein wenig ins Schwärmen und geht zu seinem Streifenwagen, während sein Kollege Rolf Felstermann das Schlussfahrzeug besetzt.

Der Quakenbrücker Fotograf Detlef Bülow schießt noch ein paar Bilder von Babs Plohr und ihrem ferrariroten Trike. „Das ist eine RF1 GT von Rewaco“, sagt die Frau aus Essen über ihr Gefährt mit 116 PS. Sie sei bereits zum 13. Mal dabei, versammele sich ihr Freundeskreis doch seit nunmehr sechseinhalb Jahren vorher auf dem Campingplatz. „Zu unserem Trike-Treffen kommen auch Besucher aus Duisburg und der Schweiz, da kommen schon 100 Leute und 40 Trikes zusammen, einige reisen schon am Donnerstag an, sind jetzt aber schon wieder abgereist, hiergeblieben sind die Acht, die aus einem 60 Kilometer Radius kommen“, erklärt sie.

„Demofahrt für mehr Partnerschaft im Straßenverkehr“ steht auf dem Schild, das auf dem Dach des Wagens montiert ist, mit dem Hermann Urban vom Autohaus Böcker die Kolonne anführt, übrigens erstmalig. „Die Polizei fährt ja voran, und die Route kenne ich“, macht sich der ehemalige Taxifahrer keine Sorgen.

Nach der Ausfahrt, die nur einmal von einer geschlossenen Bahnschranke unterbrochen wird, trudeln die Biker in Gehrde ein. „Bei den drei Feuerwehren Bersenbrück, Gehrde und Talge sind gemeinsam 20 bis 25 Kameraden im Einsatz“, erklärt Jans Waßmund. „Das läuft wie jedes Jahr, locker und ruhig“, urteilt der Einsatzleiter. „Wegen der Baustelle auf dem Gelände der Grundschule findet die Kaffeetafel jetzt komplett um die Kirche herum statt, das ist ganz schön gelöst“, findet der 39-Jährige.

Die Akrobatikvorführungen der Gruppe Showtime unter der Leitung von Susanne Gerritsen werden im Garten durch das laute Aufheulen eines Motorrades abrupt unterbrochen. Bei stehender Maschine dreht das Hinterrad durch und verqualmt die Szene. Das ist eine recht eigenartige Werbung für den Gottesdienst, denn: „Der Schwerpunkt wird Burn-out sein, dieses überdreht sein, immer Vollgas geben. Geschwindigkeit kommt aus dem Alltag, aber auch die Biker kennen dieses heißlaufen lassen“, schildert Stefanie Lohmann in der St.-Christophorus-Kirche. „Gott gibt uns Ruhe, Kraft und Stärke, er ist nicht nur in der Euphorie, in der Anfangsbegeisterung bei uns“, erklärt die Pastorin, die zusammen mit der Kirchenvorstandsvorsitzenden Gabi Soth-Igelmann und der Gitarrengruppe G-Saiten quasi durch den Gottesdienst navigiert, unterstützt von Andreas Karsch, Rainer Molenda, Matthias Prinz und Thomas Uchtmann. Thomas Bröring stellt den Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Vechta“ vor, für den die Kollekte bestimmt ist.

„Wir haben super viel Glück mit dem Wetter, viele Leute sind mitgefahren, so um die 1300. Hinzu kommen die Besucher, die bereits hier waren, und wir haben eine neue Kulisse, rund um die Luthereiche“, resümiert Veranstalter Jürgen Kirk.


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