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26.04.2018, 18:05 Uhr SESSHAFTE UND EINWANDERER

Berger Wanderritt: Wir Steppennomaden

Kommentar von Martin Schmitz

Unterwegs beim Berger Wanderritt. Foto: RZFV BergeUnterwegs beim Berger Wanderritt. Foto: RZFV Berge

Berge. Was verbindet Reiter und Jäger? Ihr Hobby knüpft an das ursprüngliche Leben des Menschen an, bevor er sesshaft wurde, wie auch der 40. Wanderritt in Berge zeigt. Dazu ein Kommentar.

Was macht die Jagd so anziehend? Sie stellt eine Verbindung her zum Leben, das der Mensch führte, bevor er sesshaft wurde, sagt der Wissenschaftler Hansjörg Küster. Seine erhellende Randbemerkung aus der Landschaftskunde lässt sich übertragen auf Laufen, Wandern, Reisen, Campen, Radeln und eben auf das Reitwandern, den pferdeverträglichsten Pferdesport überhaupt.

Wanderreiter tun etwas, was ihnen Spaß macht. Ähnlich den Jägern knüpfen sie damit an ein ursprüngliches Leben an, das irgendwann in der Jungsteinzeit in den Steppen nördlich des Schwarzen Meeres begann. Dort entstand die Urform der indogermanischen Sprachen, die die meisten Europäer sprechen. Und dort machte der Mensch das Pferd zum Haustier, mit dem er in die Welt hinauszog. Beides können Paläogenetiker mittlerweile am Erbgut in vorzeitlichen Knochen nachweisen.

In gewisser Weise sind wir also die Nachfahren von Steppennomaden und von Einwanderern. Das sollten wir im Sinn behalten, wenn wir das nächste Mal unser komfortables sesshaftes Leben bedroht sehen von Einwanderern.


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