Serie „Azubis im Porträt“ Alfhausener: „Maurer ist nix für Weicheier“

Von Cristina Schwietert

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Bersenbrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Manuel Lange bei Fundamentarbeiten. Foto: Cristina SchwietertManuel Lange bei Fundamentarbeiten. Foto: Cristina Schwietert

Alfhausen. Maurer sind die „Kings“ unter den Azubis. Zumindest was die Ausbildungsvergütung angeht.

Maurer sind tatsächlich die am besten bezahlten Auszubildenden! „Dafür muss man aber von Anfang richtig ranklotzen. Maurer zu werden ist nix für Weicheier“, sagt Manuel Lange. Bei Wind und Wetter arbeiten, allerdings auch mit bezahlten Schlechtwettertagen, immer in Bewegung und dem Druck, das Tagwerk zu schaffen.

Wenn einer weiß, was es heiß.t auf dem Bau zu arbeiten, dann ist das der 23-jährige Alfhausener im zweiten und letzten Lehrjahr bei Neve Bau in Alfhausen. Manuel Lange hat sich Zeit gelassen. Mit sechzehn schmeißt er in der 9. Realschulklasse ohne Abschluss die Schule, versucht sich einige Zeit an der Berufsschule im BVJ und bricht auch dieses ab.

„Zu der Zeit war ich zu nichts zu gebrauchen und Schule der schlimmste Ort,“ gesteht er. „Der Vater eines Kumpels, ein Maurer, hat mich dann schließlich mit auf den Bau genommen. Und da habe ich fünf Jahre als Bauhelfer oder Handlanger, wie man früher sagte, gearbeitet.“

Lange war von da an klar, dass Maurer sein Ding ist. „Allerdings wollte ich auf keinen Fall noch mal in die Schule und einen Abschluss dafür machen. Also, Zähne zusammenbeißen.“

Verkürzte Ausbildung

Lange weiß, dass er nach fünf Jahren Praxis, mit 21, auch ohne Abschluss in einer zweijährigen, verkürzten Ausbildung Maurer werden kann. Die hat er bald hinter sich: In wenigen Wochen macht er seine Gesellenprüfung, in seiner Klasse an der BBS ist er der Zweitbeste.

So ändern sich die Dinge. „Maurer zu sein ist wirklich mein Traumberuf. Es ist wichtig, ein Ziel zu haben. Ich habe meins nie aus den Augen verloren,“ resümiert Manuel Lange.

Ernst Neve ist 55 Jahre alt, Maurer- und Betonmeister, Innungsobermeister der Bau-und Zimmermannsinnung Bersenbrück. In seinem Betrieb, der Neve Bau GmbH, gegründet 1995, beschäftigt er vierzehn Mitarbeiter, davon zwei Poliere und einen Azubi. Sohn Christofer (28), ebenfalls Maurer- und Betonmeister, ist vor einigen Jahren in die Geschäftsführung von Neve Bau eingestiegen.

„Jemand, der bei uns als Azubi anfangen möchte, sollte fleißig, pünktlich und sorgfältig sein,“ sagt Neve. „aurer brauchen keinen höheren Schulabschluss, ein Hauptschulabschluss ist ausreichend. Er sollte natürlich körperlich in der Lage sein diese Ausbildung zu machen, sich gerne bewegen und bei fast jedem Wetter draußen arbeiten können. Der Beruf des Maurers hat sich sehr gewandelt – das ist keine schwere körperliche Arbeit mehr. Wir sind ein moderner Handwerksbetrieb und arbeiten auf dem Bau mit ordentlicher technischer Unterstützung, wie Hebevorrichtungen oder Versetzkränen. Außerdem gibt es bei den Bauberufen die Schlechtwetterzeit, da kann man bezahlt zu Hause bleiben. Ein Praktikum des Bewerbers ist wünschenswert.“


Zur Sache: Der Ausbildungsberuf

Maurer ist ein dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf in Industrie und Handwerk. Maurer stellen Rohbauten her: dafür betonieren sie das Fundament, mauern oder betonieren Außen- und Innenwände sowie Geschossdecken. Sie fertigen Schalungen, setzen Bewehrungen ein, bringen frischen Beton in die Schalungen ein und verdichten diesen. Ein Maurer muss kräftig sein, handwerkliches Geschick haben und schwindelfrei sein.

Ausbildungsvergütung im ersten Lehrjahr: 785 Euro, im zweiten Lehrjahr 1135 Euro, im dritten Lehrjahr 1410 Euro.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN