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Gospel-Workshop mit Tore W. Aas in Bersenbrück Diese „ehrliche Musik“ gibt Kraft und Zuversicht

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Tore W. Aas gilt als der populärste Gospel-Komponist Europas. Um von ihm zu lernen, kamen einige Teilnehmer eines Workshops am Wochenende in Bersenbrück sogar aus der Schweiz. Foto: Thomas OsterfeldTore W. Aas gilt als der populärste Gospel-Komponist Europas. Um von ihm zu lernen, kamen einige Teilnehmer eines Workshops am Wochenende in Bersenbrück sogar aus der Schweiz. Foto: Thomas Osterfeld

Bersenbrück. Grooven mit und für Gott: 170 Frauen und Männer haben am Wochenende beim German Gospel-Wokshop in Bersenbrück geswingt und gesungen. Viele kamen, um erstmalig mit dem prominenten Gospel-Chorleiter Tore W. Aas live arbeiten und proben zu können.

„Excellent, very, very good!“ – In englischer Sprache lobt der Norweger die Sänger, die gerade sein Lied „I will lift up my eyes“ (zu Deutsch: Ich werde meinen Blick erheben) wundersam haben ausklingen lassen. Auch in der Pause schwärmt er nach nur einem Tag Probe mit diesem Chor, den es nur an diesem Wochenende gegeben haben wird. „Es sind gute Sänger, tolle Leute Gottes, und wir haben eine Menge Spaß.“

Die allermeisten von ihnen singen bereits in Gospelchören. Und sie kennen die Lieder von Tore W. Aas. Sein „Oslo Gospel Choir“ gilt als der populärste Europas, er als Komponist als einer der einflussreichsten des Kontinents. Um von ihm zu lernen, kommen einige der Workshop-Teilnehmer sogar aus der Schweiz. Oder, wie Jan Beltman, aus den benachbarten Niederlanden.

„Wir haben einige Stücke von Tore im Repertoire“, sagt der Sänger aus Loenen bei Apeldoorn. Zu diesem Workshop ist Beltman mit fünf seiner Chorkollegen angereist. Er selber singt Gospels, seit er 18 ist. Den eigenen Glauben weitertragen und zeigen – das sei seine Mission, legt der Mechaniker dar. „Ich fühle einen Auftrag von Gott, singend die Welt zu verbessern.“ Man braucht nicht gläubig oder Christ zu sein, um Gospel zu singen, erklärt der 55-jährige Chorleiter Aas. „Aber wenn du nicht glaubst, ist es auch schwer, andere zu überzeugen.“ Denn was immer Gospel genau ist, so viel stehe fest: Mit dem Singen solle die gute Nachricht verkündet werden. „Es ist eine Kirchenmusik, die die Freiheit und eine innewohnende Kraft feiert“, so Aas.

Frei von Trauer ist an diesem Workshop-Wochenende Dorit Jürgen. Zum ersten Mal seit Längerem. „Ich leide noch immer unter dem Tod meines Vaters“, sagt die Oldenburgerin offen. Erst vor sechs Wochen habe sie Tore W. Aas und den „Oslo Gospel Choir“ zufällig im Fernsehen gesehen. „Die Kraft, die von dieser Musik ausging, hat mich fasziniert. Kurze Zeit später habe sie den Workshop-Flyer entdeckt und sich sofort angemeldet. Jetzt, am zweiten Tag, spüre sie Zuversicht und sehr viel Trost durch diese „ehrliche Musik“.

Im Gospel geht es heute nicht mehr um biblische Erzählungen des Alten Testamentes, weiß Musiklehrer Joachim Muschol. Der Zeit gemäß, kommen religiöse Empfindungen und Erlebnisse in Text und Musik zum Ausdruck, sagt der Leiter des „Bersenbrück Gospel Choir“. Mit seinen Sängern hat Muschol seit Monaten diesen Workshop vorbereitet, der gestern mit einem öffentlichen Konzert im Artländer Dom zu Ende ging. „Wir wollten mit Tore als Mensch von Weltgeltung einmal etwas ganz Großes anbieten“, so Muschol.


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