Auch Urnen aus der Eisenzeit? Archäologen finden Gräber in Ankums Kastanienallee

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Ankum. Archäologen haben bei Probegrabungen an der Kastanienallee in Ankum historische Funde aus der Eisenzeit entdeckt. Dort will die Hase-Wohnbau ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohneinheiten bauen.

Die Hase-Wohnbau als Tochtergesellschaft der Samtgemeinde Bersenbrück möchte an der Kastanienallee in Ankum neben dem Friedhof ein Wohngebäude mit 14 Wohnungen errichten. Auf den Neubau sei nun die Kreisarchäologie aufmerksam geworden, die routinemäßig alle Bauvorhaben zur Kenntnis bekomme, teilt die Samtgemeinde in einem Schreiben mit. Der Leiter der Kreisarchäologie, Axel Friederichs, habe sich an einen alten Bericht aus dem Jahre 1892 bei der Anlage des neuen Friedhofs erinnert, heißt es weiter, der auf den Fund von Urnen hingewiesen habe. Eine schnell eingeleitete Probegrabung hat nun den Verdacht auf historische Funde bestätigt. Unter dem Eschboden sind Grabenstrukturen gefunden worden, die auf die Existenz von Verbrennungsplätzen aus der Eisenzeit hinweisen, berichtet die Samtgemeinde. Damit sei die Fundstelle eine der ältesten in der Region aus der Zeit von etwa 500 Jahren vor Christus.

Baier: Nachricht ist historisch bedeutend

Die Anlage der Kirchburg von Ankum wird erst sehr viel später um die Zeit vor 1100 nach Christus datiert. Friederichs hofft auf den Fund von Urnen aus der Eisenzeit. Er vermutet, dass es sich hier um ein Langbett mit einem Hügel handelt, auf dem die Verbrennungen früher stattgefunden haben. Für Horst Baier, Samtgemeindebürgermeister und Geschäftsführer der Hase-Wohnbau, sei die Nachricht zwar historisch sehr bedeutend, heißt es in dem Schreiben, als Investor müsse die Hase-Wohnbau aber nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz für die Kosten der Grabungen aufkommen. „Die Mehrkosten lassen sich nur schwer auf die Mieter umlegen, zumal die Hase-Wohnbau sich günstige Mieten zum Ziel gesetzt hat“, führt Baier aus. Zumindest könnten die Mieter davon ausgehen, dass der Bau später auf keinen alten Gräbern stehe.

Ab Juni 2018 großflächige Grabungen

Friederichs schätzt die Grabungszeit auf bis zu acht Wochen. Derzeit laufen Probegrabungen vom Team der Kreisarchäologie. Ab Juni sollen dann die Grabungen großflächig mit bis zu fünf Personen durchgeführt werden. Baier hofft aber immer noch auf einen Baubeginn im September dieses Jahres. Sollten sich wirklich Urnen finden, könne sich Baier laut Mitteilung auch eine dauerhafte Präsentation der Fundstücke an einem geeigneten Ort in Ankum vorstellen.


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