Rückschritte beim Fasan Weniger Niederwild im Hegering Bersenbrück-Gehrde

Von Agatha Buitmann

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Bersenbrück/Gehrde. Ein Referat von Friedel Siekmeier zum „bleifreien Büchsenschuss“, der Rückblick auf das Jagdjahr 2017/18 und die Streckenberichte mit Bewertung der Abschüsse standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Hegerings Bersenbrück-Gehrde.

Zu Beginn der Versammlung, die nach der Schließung des Hotels Hengeholt-Heuer in der Gaststätte Hölschermann in Gehrde stattfand, berichtete Hegeringsleiter Jürgen Volkert über die von der ehemaligen rot-grünen Landesregierung geplante Novellierung des Niedersächsischen Jagdgesetzes. Eine grundlegende „Ökologisierung“ sei durch verbandliche Geschlossenheit und strategische Maßnahmen verhindert worden. Die Novellierung der Jagdzeitenverordnung ruhe aktuell, das weitere Vorgehen entscheide sich nach Vorliegen einer neuen Jagdzeitenverordnung.

Die Kleine Novelle des Niedersächsischen Jagdgesetzes sei größtenteils ohne Berücksichtigung der Forderungen des Landes-Jagdverbandes erfolgt, sie sei aber aufgrund der politischen Entwicklungen aktuell nicht umgesetzt. Für diese Legislaturperiode sei die 2. Novelle des Niedersächsischen Jagdgesetzes vorgesehen.

In der Präventionsphase Afrikanische Schweinepest gehe es um eine intensive Bejagung des Schwarzwildes, im Jagdjahr 2016/17 habe es die zweithöchste Jagdstrecke seit Beginn der Erfassung gegeben.

Aktivitäten im Hegering seien die Ferienspaßaktion, die Betonrohrfallenaktion, das Hegeringschießen und die erstmalige Raubwildwoche gewesen.

In seinem Vortrag „Der bleifreie Büchsenschuss“ spannte der Referent Friedel Siekmeier einen Bogen von der Jagd einst zur Jagd der Gegenwart, vom Schrot zum Büchsenschuss. Gestiegene Naturnutzung durch Freizeitaktivitäten und veränderte Wildbesätze durch Umbau der Kulturlandschaft brachten teilweise tief greifende Veränderungen mit sich. Dies stelle Jäger vor immer neue Herausforderungen. Um auch unter erschwerten Bedingungen waidgerecht zu jagen, so Siekmeier, sei eine Anpassung von Waffe, Munition und Optik unerlässlich.

Im Einzelnen berichtete der Referent von seinen jahrelangen Erfahrungen mit bleifreier Munition. Anschaulich stellte er in Bildern die Versuche mit dieser Munition vor, es gehe darum, das Wild sicher, schnell und tierschutzgerecht zu erlegen. In einigen Bundesländern gebe es bereits ein Bleiverbot für Büchsenpatronen. Diese gesetzliche Regelung wurde sehr kontrovers diskutiert und sorge bis heute für Aufregung und Verunsicherung in der Jägerschaft. Insgesamt aber könne man feststellen: „Die Freude an der Jagd wird auch bleifrei nicht auf der Strecke bleiben.“

Johannes Geers gab den Streckenbericht des Jagdjahres 2017/18 ab. Nach wie vor gebe es einen Rückgang beim Niederwild, vor allem beim Fasan gebe es wieder Rückschritte. Viel Wild falle dem Straßenverkehr zum Opfer, hier müssten die Straßenränder stärker bejagt werden.

Die Bewertung der Abschüsse, vorgenommen durch die Reviere Groß Drehle, Helle und Bersenbrück, stellte Heinz Bekermann vor, die Qualität der Trophäen sei sehr beachtlich. Den abnormsten Bock erlegte Gerd Fehrlage, den ältesten Johannes Geers und den stärksten Wolfgang Reilmann. Für die Kreisgehörnschau sollen aus jeder Jagd zwei Trophäen gestellt werden, die Vorbereitung des „Grünen Abends“ wird revierweise übernommen, 2019 beginnt Woltrup-Wehbergen.

Eine Beitragserhöhung, so Hegeringsleiter Volkert, sei unumgänglich, da die Beiträge an den Landes- und Bundesverband stiegen und auch die Anforderungen vor Ort größer geworden seien, die letzte Erhöhung sei 2008 gewesen. Die Versammlung beschloss daher eine Erhöhung der Beiträge ab 2019 von 50 Euro auf 70 Euro.

Lebhafte Aktivitäten im Hegering zeigten die Berichte der Fachobmänner. Der neue Schießobmann Dirk Thale informierte über beachtliche Schießergebnisse in allen Altersklassen. Hundeobmann Peter Wessling teilte mit, dass 85 von 87 vorgestellten Hunden die Prüfung bestanden haben.

Wilhelm Bergmann und Jürgen Volkert ehrten langjährige Mitglieder mit Urkunde und Nadel. 25 Jahre im Hegering ist Georg Holtvogt (Bokel), 40 Jahre Mitglied sind Klaus Bohmann (Klein Drehle) und Günther Welp (Hertmann-Lohbeck), für 50 Jahre wurden Hermann Brackmann (Groß Drehle), Gerhard Gösling (Woltrup-Wehbergen), Hans-Josef Rasche (Woltrup-Wehbergen), und Hermann Specht (Rüsfort) geehrt. Elke Fröhlich scheidet aus dem Festausschuss aus und wurde mit einem Dank und einem Blumenstrauß verabschiedet.

Abschließend informierte Volkert, dass das Blühstreifenprogramm fortgesetzt wird, die Jägerprüfung kann auf dem Schießstand in Döllinghausen abgelegt werden, für den Bereich Emsland und Bersenbrück wird ein Berufsjäger zur Revierberatung eingestellt.


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