Projekt Traumfänger vorgestellt Trauerbegleitung für Kinder startet im August in Ankum

Von Anita Lennartz

Erklärungen im Kreativraum: Regenbogen-Geschäftsführerin Annette Kempe (Mitte) erläutert Kreativmöglichkeiten. Foto: Anita LennartzErklärungen im Kreativraum: Regenbogen-Geschäftsführerin Annette Kempe (Mitte) erläutert Kreativmöglichkeiten. Foto: Anita Lennartz

Ankum. Das Konzept steht, die räumlichen Voraussetzungen sind da, Fortbildungen für Mitarbeiter terminiert – im August startet die Frühförderung Regenbogen mit ihrem Projekt Traumfänger, der Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche.

Der richtige Zeitpunkt also, um das neue Projekt einmal im Netzwerk vorzustellen. Netzwerk ist in diesem Fall allerdings etwas hoch gegriffen, denn für den Bereich Trauerarbeit/Trauerbegleitung gibt es etwas Derartiges in der hiesigen Region nicht. Noch nicht – waren sich die anwesenden Vertreter unterschiedlicher Einrichtungen und Institutionen einig. Dazu gehörten beispielsweise geistliche Begleiter der Krankenhäuser in Quakenbrück und Ankum, Vertreterinnen von Hospizvereinen oder des Vereins „ Verwaiste Eltern Osnabrücker Nordland “ sowie von Familien-Servicebüros der Samtgemeinden, ausgebildete Trauerbegleiterinnen waren dabei, aber auch „Neulinge“ auf diesem Gebiet.

Im Nordkreis einmaliges Konzept

Und alle folgten interessiert den Ausführungen von Regenbogen-Mitarbeiterin Christel Feldhaus zu dem im Nordkreis einmaligen Projekt der Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen. Sehen, verstehen und akzeptieren der Trauer nannte sie dabei als oberstes Ziel der Arbeit. So sollen die vier Aufgaben der Trauerbewältigung erleichtert werden: Den Verlust als Realität akzeptieren, den Schmerz verarbeiten, sich an die Welt ohne die verstorbene Person anpassen und eine dauerhafte neue Verbindung zu der verstorbenen Person finden.

Räume zum Ausruhen und zum Bewegen

Da jeder Mensch unterschiedlich trauert und auf den Verlust reagiert – psychisch, körperlich, sozial oder mit Reaktionen im Verhalten – braucht auch jedes Kind und jeder Jugendliche eine andere Unterstützung. „Wir geben Unterstützung, sich in der neuen Realität zurechtzufinden“, erläuterte Christel Feldhaus. „Dabei schauen wir auf das einzelne Kind, was dieses braucht.“ Dafür hat sich der Regenbogen auch räumlich aufgestellt. So gibt es beispielsweise einen Kreativraum, in dem auch die Wände mit einbezogen werden können, und der umfassende Möglichkeiten zur kreativen Gestaltung bietet. Andere Kinder brauchen vielleicht Bewegung oder sonstige körperliche Aktivität, dazu dient der Bewegungsraum. Auch zur Entspannung, zum Ausruhen, zum Musik hören gibt es einen Raum, außerdem einen Raum mit Spielangeboten.

Für Trauernde von drei bis 17 Jahren

Und auch, wenn die Kinder und Jugendlichen während ihres Aufenthalts im Regenbogen verschiedene Angebote nutzen, stehen gemeinsame Rituale am Anfang und Ende der Gruppentreffen. Diese sollten vierzehntägig stattfinden und richten sich an Kinder und Jugendliche von drei bis 17 Jahren. Während des Gruppenangebotes gibt es auch die Möglichkeit zum fachlich begleiteten Austausch für Angehörige. Es ist geplant, dauerhaft auch mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zu arbeiten, auch diese würden bei Bedarf selbstverständlich entsprechende Fortbildungen erhalten. Ebenso ist eine fortlaufende Supervision geplant. Interessierte können sich gerne melden. Den Familien entstehen durch das Angebot keine Kosten. Umso wichtiger ist daher für den Regenbogen weiterhin die Akquirierung von Spendengeldern.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.trauerbegleitung-ankum.de oder telefonisch unter Telefon 05462/7 45 61 23. Erstgespräche sind ab sofort möglich, die Gruppe startet am Dienstag, 14. August, um 16 Uhr.