Klönfrühstück in Bersenbrück Ankumer Fahrlehrer: Fahrtüchtigkeit ist nicht abhängig vom Alter

Von Bernhard Mecklenfeld

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War zu Gast beim Klönfrühstück der Kolpingsfamilie Bersenbrück: Fahrlehrer Bernhard Albers. Er erläuterte unter anderem kniffelige Verkehrssituationen. Foto: Bernhard MecklenfeldWar zu Gast beim Klönfrühstück der Kolpingsfamilie Bersenbrück: Fahrlehrer Bernhard Albers. Er erläuterte unter anderem kniffelige Verkehrssituationen. Foto: Bernhard Mecklenfeld

Bersenbrück. Fahrtüchtigkeit ist nicht abhängig vom Alter, sondern von der körperlichen Fitness. Beim jüngsten Klönfrühstück der Kolpingsfamilie Bersenbrück gab Fahrlehrer Bernhard Albers Tipps für Senioren und stellte Gefahrenpunkte im Stadtbild vor.

Bernhard Albers sprach humorvoll aber auch nachdrücklich zahlreiche Erfahrungen aus seinem Berufsalltag als Fahrlehrer an. Es ging dabei ebenso um neue oder in Vergessenheit geratene Regeln aus der Straßenverkehrsordnung wie um praktische Alltagstipps für ältere Verkehrsteilnehmer.

Nachlassendes Sehvermögen, nachlassende Beweglichkeit und Reaktionsschnelligkeit und besonders ein geringeres Hörvermögens würden zu Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit führen. Auch wenn es in Deutschland keine verpflichtenden Gesundheitschecks für ältere Menschen gebe, so sollten Autofahrer spätestens ab dem 60. Lebensjahr besonders ihre Fähigkeit, hohe Töne wahrnehmen zu können, alle zwei Jahre überprüfen lassen, weil diese Fähigkeit entscheidend für das sogenannte Richtungshören sei.

Pkw mit Automatikgetriebe für Senioren sinnvoll

Zur Verringerung von Stresssituationen hält er für Personen im höheren Alter die Anschaffung von Fahrzeugen mit einem Automatikgetriebe für sinnvoll. So könne man sich leichter auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren. Hilfreich seien auch Fahrzeuge mit Assistenzsystemen. So beobachte ein Notbremsassistent mit Personenerkennung über Sensoren die Straße und warne den Fahrer optisch, akustisch oder durch einen spürbaren Ruck, falls ein Auffahrunfall drohe oder ein Fußgänger die Straße quert. Im Notfall stoppe der Assistent den Wagen auch selbstständig.

Vorteile biete auch ein Lichtassistent, so Bernhard Albers. Er sorge dafür, dass zum Beispiel das Fernlicht eingeschaltet bleiben kann, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Dabei würden die Scheinwerfer automatisch nach dem Fahrbahnverlauf ausgerichtet und sorgten so für bessere Sicht. Ein Spurwechselassistent warne den Fahrer, wenn sich ein Fahrzeug im toten Winkel befindet. Jeder solle mit den technischen Möglichkeiten seines eigenen Autos vertraut sein, betonte Bernhard Albers. Beim Erlernen der richtigen Bedienung könnten auch die eigenen Kinder oder Enkelkinder helfen. Sinnvoll sei auch die Teilnahme an einem Fahrertraining speziell für ältere Menschen. Informationen dazu gebe es in jeder Fahrschule.

Unklare Beschilderung melden

Mit Hilfe zahlreicher Fotos aus dem Bersenbrücker Stadtgebiet veranschaulichte der Referent außerdem besondere Verkehrssituationen und Gefahrenpunkte. Das richtige Verhalten als Fahrrad- oder Autofahrer im Kreisverkehr, die Benutzung von getrennten oder gemeinsamen Geh- und Fahrradwegen oder auch Fragen zum Parken in der Innenstadt fanden bei den Teilnehmern großes Interesse. Demnach ist das Parken an der Bramscher Straße zwischen Bahnhofstraße und Eckelkamp auf dem rot gepflasterten Gehweg ohne Ausnahme verboten. Hingegen ist das Parken auf beiden Seiten der Straße sogar ohne Parkscheibe erlaubt. Es müsse aber beachtet werden, dass bei einem beidseitigen Parken ein Durchfahrtweg von mindestens drei Metern breite eingehalten werde, so Bernhard Albers.

Aus Zeitgründen konnte unterdessen nur ein Teil der aktuellen Verkehrsprobleme angesprochen werden. Der Fahrlehrer ermunterte die Teilnehmer, bei unklaren Beschilderungen und Regelungen die Polizei, das Ordnungsamt oder auch die Straßenverkehrsabteilung des Landkreises anzusprechen.


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