Unfallzahlen stagnieren Weniger Tote und Verletzte im Altkreis Bersenbrück

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Bersenbrück. Weniger Verkehrstote, stagnierende Unfallzahlen: Die Verkehrsunfallstatistik 2017 im Gebiet des Polizeikommissariats Bersenbrück sieht Oliver Voges trotzdem sehr kritisch.

Jeder Tote ist einer zuviel,“ hatte der Kommissariatsleiter schon früher die Unfallstatistiken kommentiert. Und deshalb kann er sich bei der Vorstellung der Zahlen nicht darüber freuen, dass es 2017 „nur“ sechs Verkehrstote in den Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Neuenkirchen und Fürstenau gab. 2016 waren es noch acht. Und es bessert seine Stimmung nicht, das sich die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle in seinem Verantwortungsbereich sich kaum bewegte, um weniger als ein Prozent von 1460 auf 1469 stieg.

Mehr Blechschäden

Die Zahl der Bagatellunfälle steigt um knapp vier Prozent auf 1121 (2016: 1081). Das bedeutet im Umkehrschluss weniger Tote und Verletzte. Es gibt 2017 zwei Unfälle weniger mit Schwerverletzten (60/58), die Unfallzahl mit Leichtverletzen sank um elf Prozent auf 224, die Zahl der Leichtverletzten sogar um 15 Prozent auf 288. Doch die Zahl der Schwerverletzten steigt um fünf, 2016 waren es 66, im Jahr darauf 71.

Es ist auffällig, wie wenig das Pilotprojekt gegen Baumunfälle mit Tempolimits an Landes- und Kreisstraßen, auffälligen Warnschildern und Mini-Leitplanken um Bäume bewirkt hat. Die Zahl der Unfälle blieb mit 63 in beiden Jahren gleich. Immer noch endet jeder zweite tödlich oder mit Verletzungen, so Voges. Es gab einen Toten (vier) und elf Schwerverletzte (neun). Immerhin sank die Zahl der Leichtverletzten um fast die Hälfte von 34 auf 18.

Auch der Wildreichtum des Osnabrücker Nordlandes steigert die Unfallgefahr. Mehr als jeder vierte Unfall in Voges Statistik ist ein Wildunfall, ihre Zahl stieg 2017 um fast zehn Prozent, um 38 auf 404.

Alkohol und Drogen

Bei 48 Unfällen war Alkohol im Spiel (49). 129 betrunkene Autofahrer stoppte die Polizei, bevor es zum Crash kam (131), in 107 Fällen zog sie Fahrer aus dem Verkehr, die Drogen oder starke Medikamente genommen hatten (106). Auch hier also wenig Bewegung.

Unfallstatistik Polizei Bersenbrück

Die europaweit angestrebte „Vision Zero“ (Vision Null), das Ziel, Straßen und Verkehrsmittel so sicher zu machen, dass keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr auftreten, hält Oliver Voges für ein schönes, aber kaum vollständig erreichbares Ziel. Mehr Verkehrssicherheit lasse sich am effektivsten „über den Geldbeutel“ erreichen, sagt der Kommissariatsleiter, spielt auf Kontrollen und empfindliche Strafen an.


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