Widu Höckelmanns Abschied „Vertrauen ist spärlich im Bersenbrücker Stadtrat “

Von Martin Schmitz

Einmal im Jahr, zur Reggae Jam, wird der Hastruper Weg Fußgängerzone. Sein Ausbau zur Radfahrerstraße wird teurer als gedacht. Foto: Rolf KamperEinmal im Jahr, zur Reggae Jam, wird der Hastruper Weg Fußgängerzone. Sein Ausbau zur Radfahrerstraße wird teurer als gedacht. Foto: Rolf Kamper

Bersenbrück-Talge. So ehrlich und aufrecht, wie er Politik machte, verabschiedete sich Widu Höckelmann aus dem Bersenbrücker Stadtrat.

Anderthalb Jahre nach seiner Wahl zieht sich der SPD-Franktionssprecher zurück, „aus gesundheitlichen Grünen“, wie er sagt. „Aber es ist mir verdammt schwergefallen,“ fügte er in einer Stadtratssitzung am Mittwochabend im Talger Schützenhaus hinzu.

Dort hatte ihn Bürgermeister Christian Klütsch als einen verabschiedet, der in kurzer Zeit viel bewegt habe. Höckelmann habe für den offenen Bücherschrank am Marktplatz gesorgt, sich vor allem um die Themen Radwege und Verkehrssicherheit gekümmert.

Die Erfolge bleiben ihm, zog Höckelmann Bilanz. Und zugleich gestand er ein: „Ich bin an meine Grenzen gestoßen . Ich bin an mir selbst gescheitert.“

Holger Paulsen rückt nach

Wirklich? Es kam sogleich der Hinweis, dass „Vertrauen ein wichtiges Merkmal der Politik ist.“ Doch Vertrauen sei unter den Mitgliedern des Bersenbrücker Stadtrates „spärlich“. Die Auseinandersetzungen um Horst Baier, den die CDU-Mehrheit als Stadtdirektor abwählte, und Johannes Koop, der nach dem Verlust des Postens des Ersten Samtgemeinderates eine zentrale Rolle in der Stadtpolitik übernommen hatte, dies habe dem Stadtrat nicht gutgetan.

Holger Paulsen rückte an diesem Abend für Höckelmann in die SPD-Stadtratsfraktion nach, übernimmt auch seinen Sitz im Bauausschuss. Sein Mandat im Verwaltungsausschuss nimmt künftig Franz Wiewel wahr.

Eines der Projekte, das Höckelmann angestoßen hatte, war der Umbau des Hastruper Weges zu einer Radfahrerstraße. Die kleine Straße ist die kürzeste Verbindung für Radler von Hastrup nach Bersenbrück, wird von vielen Schulkinder genutzt.

Leider kommt das Projekt ins Stocken. Die Stadt hatte mit Baukosten von 200000 Euro gerechnet. Weil die Baupreise rasant steigen, muss sie nach der jüngsten Berechnung 285000 Euro kalkulieren, berichtete Vizebürgermeister Johannes Koop. Kommende Woche soll der Bauausschuss nach einer Lösung suchen.