Zum Tag der älteren Generation Bersenbrück: Suche nach lokalen Pflegelösungen

Von Martin Schmitz

Pflegende Angehörige sollten wie Eltern in der Elternzeit abgesichert sein, fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Senioren-Organisationen. Die Samtgemeinde Bersenbrück und andere Kommunen arbeiten an lokalen Programmen gegen den Pflegenotstand. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpaPflegende Angehörige sollten wie Eltern in der Elternzeit abgesichert sein, fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Senioren-Organisationen. Die Samtgemeinde Bersenbrück und andere Kommunen arbeiten an lokalen Programmen gegen den Pflegenotstand. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Bersenbrück. Zum Tag der älteren Generation, der am Mittwoch begangen wird, fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Senioren-Organisationen (BAGSO) eine Pflegezeit nach dem Modell der Elternzeit. Auch die Samtgemeinde Bersenbrück arbeitet an Ansätzen gegen den Pflegenotstand.

n einer Presseerklärung betont der BAGSO-Vorsitzende Franz Müntefering: „In Deutschland werden die meisten Pflegebedürftigen zuhause von ihren Angehörigen gepflegt. Viele der pflegenden Angehörigen sind berufstätig. Was uns für Eltern heute als selbstverständlich erscheint, muss auch für pflegende Angehörige gelten. Sie brauchen eine staatlich finanzierte Lohnersatzleistung – mindestens für einige Monate.“

Das Pflegezeitgesetz, das zur Vereinbarkeit von beruflichen und pflegerischen Aufgaben beitragen solle, reiche nicht. Zinslose Darlehen für pflegende Angehörige, seit 2015 angeboten, seien 2017 lediglich 181 Mal bewilligt worden.

Gabriele Linster begrüßt die Forderung nach einer Pflegezeit. Seit 2015 ist sie Seniorenbeauftragte der Samtgemeinde Bersenbrück, kümmert sich auch um „vorpflegerische Versorgung“. Das ist kommunale Aufgabe, doch längst nicht alle Gemeinden im Osnabrücker Nordland haben schon Ansprechpartner für Senioren installiert.

Linster berichtet vom „Pflegetisch“, den unterschiedliche Institutionen in der Samtgemeinde kürzlich zum Austausch gegründet hatten. Aus ihm seien schon mehrere Arbeitsgemeinschaften hervorgegangen, eine davon widmet sich der hauswirtschaftlichen Versorgung. „Das größte Problem ist, wenn die Kräfte nachlassen“, beschreibt Linster die Situation älterer Menschen, die allein oder als Paar in ihrer gewohnten Umgebung leben. Wer kümmert sich um Haus und Garten? Gibt es noch einen leicht erreichbaren Lebensmittelladen im Dorf? In manchen Ecken funktioniert die Nachbarschaft noch, anderswo bereits nicht mehr. Mobilität wird zum Problem, Teilhabe am geselligen Leben.

Das hat auch der Landkreis Osnabrück erkannt und das Programm . „Solkos“ gestartet. Ein erstes Ergebnis: Wenn die Krankenhäuser Quakenbrück und Ankum über 80-jährige Patienten entlassen, wird automatisch geprüft, ob sie zurechtkommen oder Hilfe bräuchten.