Burnout in der Landwirtschaft Beratungs- und Erzeugerring Bersenbrück hat getagt

Von Heinz Benken

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Bersenbrück. Die Landwirte sind starkem Druck ausgesetzt. Auch Burnout ist kein Fremdwort mehr. Daher hatte der Vorstand des Beratungs- und Erzeugerrings Bersenbrück zu seiner Mitgliederversammlung im Hotel Hilker zu einem Gastvortrag geladen.

Marianne Lammers von der Beratungsstelle Agrarstruktur Münster der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und Geschäftsführerin der Kreisstelle Coesfeld/Recklinghausen referierte vor den Mitgliedern des Beratungs- und Erzeugerrings Bersenbrück zum Thema „ Immer größer – weiter – schneller – Burnout?“. Die Landwirtschaft unterliege seit Jahren einem einschneidenden Wandel mit spürbaren Folgen für das seelische Befinden der Bauern. Gesteigertes Tempo, Ausweitung des Arbeitspensums, Doppelbelastung durch Familie und Beruf möge manchen beflügeln, führe aber bei vielen Landwirten zum Burnout. Die Referentin beleuchtete, wie Gefährdete sich selber besser einschätzen und auch Hilfe holen können. Dies erläuterte sie an mehreren Beispielen aus ihrem Umfeld.

Acht Kriterien zur Selbsteinschätzung

„Heute kennt wohl jeder jemanden in seinem Bekanntenkreis, der unter Depressionen oder Burnout leidet“, eröffnete Lammers ihren Vortrag und legte acht wichtige Kriterien zur Selbsteinschätzung vor. „Bei wem nur drei davon zutreffen, zum Beispiel, immer 100 Prozent geben zu müssen, Trost im Alkohol oder übermäßigem Essen zu suchen, oder zu meinen, ohne mich läuft nichts, kann schon gefährdet sein.“ Ihr sei aufgefallen, dass in vielen Landwirtschaftsfamilien die Arbeitsüberlastung und zunehmender Stress zu einem Hauptthema geworden seien. Auslöser seien die gefühlte Fremdbestimmung durch Politik, Wirtschaft und Kontrollen, die eigene betriebliche Situation und der starke Entwicklungs- und Wachstumsschritt. „Alles zusammen schraubt einem förmlich die Luft zum Atmen ab.“ Körperliche Warnsignale sollten ernst genommen werden. Als Gegenmaßnahmen schlug sie Selbstreflexion, Suche nach neuer Lebenskraft, aber auch Dankbarkeit üben oder das Erstellen einer Nicht-Tun-Liste vor. „Nehmen Sie jeden Tag ein wenig Zeit nur für sich“, riet sie.

Düngeverordnung wirft noch Fragen auf

Im formellen Teil der Mitgliederversammlung hob Geschäftsführer und Ringleiter Frank Gösling in seinem Jahresbericht 2017 die Tätigkeitsschwerpunkte des Erzeuger- und Maschinenrings hervor. Neben der betriebswirtschaftlichen Beratung und der Hilfe beim Erstellen von Anträgen und Dokumentationen habe die Düngeverordnung viel Einsatzzeit gekostet. „ Die neue Düngeverordnung hat leider viele Fragen offengelassen. “ Ohne wirklich brauchbare Planungsmöglichkeiten könne die Verordnung auch nur schleppend umgesetzt werden. „Die Landwirte benötigen dringend verlässliche Antworten für ihre Frühjahrsdüngung.“ Im Einsatz des Beratungs- und Erzeugerrings sind zur Zeit zwei Ringleiter, ein Ringleiter in Ausbildung und mehrere teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter.

Burkhard Schenk geht, Heiner Hundeling kommt

Bei der Vorstandswahl gab es nur eine Veränderung. Für den ausscheidenden Burkhard Schenk wurde Heiner Hundeling aus Bramsche-Epe einstimmig für vier Jahre in den Vorstand gewählt und unterstützt nun den Vorsitzenden Bernward Abing, Leonard Brinkmann und Torsten Gehrke, die alle im Amt bestätigt wurden. Die andere Hälfte des Vorstandes wird in zwei Jahren neu gewählt.


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