Flurbereinigung stockt Acker ohne Zufahrt in Gehrde?

Von Martin Schmitz

FlurbereinigungEN seien in der Vergangenheit schon einfacher abgelaufen, hieß es im Gemeinderat. Derzeit fehle der Gemeinde ein Ansprechpartner beim zuständigen Amt für regionale Landentwicklung. Bild: Abnahme des Hülsebuschweges 2010. Foto: Magdalena KormannFlurbereinigungEN seien in der Vergangenheit schon einfacher abgelaufen, hieß es im Gemeinderat. Derzeit fehle der Gemeinde ein Ansprechpartner beim zuständigen Amt für regionale Landentwicklung. Bild: Abnahme des Hülsebuschweges 2010. Foto: Magdalena Kormann

Gehrde. Das Flurbereinigungsverfahren in Gehrde kommt nicht voran. Der Gemeinde fehle ein Ansprechpartner, beklagte Bürgermeister Günther Voskamp (Die Grünen) in der Gemeinderatssitzung am Dienstag.

Grund sei ein personeller Engpass im federführenden Amt für Regionale Landentwicklung (ARL). Dort sei eine junge Mitarbeiterin abgesprungen, die als Nachfolgerin des für Gehrde zuständigen Sachbearbeiters eingearbeitet werden sollte. Der Sachbearbeiter wolle in Kürze in Pension gehen.

Das führe nun zu einem Problem: Im Zuge der Flächenneuordnung sei ein Weg aufgegeben und untergepflügt worden, der als Zufahrt zu einer großen Ackerfläche genutzt worden sei. Ein anderer Weg sollte als Zufahrt befestigt werden, doch das sei bislang nicht geschehen. Jetzt liege die Frühjahrsbestellung an, doch für schwere Maschinen gebe es keine befestigte Zufahrt zur Ackerfläche.

Die Personalien im Amt bestätigen Ralf Krummel, ARL-Dezernatsleiter für Flurbereinigung, und Thomas Sternitzke, verantwortlich beim ARL Osnabrück für das Gehrder Verfahren. Den Ausschlag habe allerdings nicht der personelle Engpass gegeben, sondern überraschend viele Widersprüche in den Flurbereinigungsverfahren in Eggermühlen und Hekese.

Gemeinde in Vorleistung?

Die Widersprüche seien schwierig zu bearbeiten, richteten sich aber nicht gegen die Landaufteilung, vielmehr gehe es um jagdliche Fragen. Das ARL habe gehofft, die Widersprüche weitgehend abzuarbeiten, damit in Kürze die Straßenbauarbeiten in Eggermühlen und Hekese beginnen könnten. Deshalb sei Gehrde zurückgestellt worden, zumal es dort nach der so genannten vorläufigen Einweisung in die Besitzverhältnisse etwas ruhiger zugehen dürfte. Als nächster Schritt ist die Vorlage eines Flurbereinigungsplanes als Teilabschluss im kommenden Jahr vorgesehen.

Das Problem der Zufahrt zur Ackerfläche bleibe aber offen, erklärt Günther Voskamp, das ARL könne es wohl nicht kurzfristig lösen. Nun überlege die Gemeinde, ob sie beim Wegebau in Vorleistung gehen solle.

Ihre eigenen Flächenprobleme hat die Gemeinde offensichtlich besser im Griff. Vizebürgermeister Michael Lange (Bürgerliste Gehrde) teilte in der Gemeinderatssitzung mit, dank eines preisgünstigen Flächentausches mit der evangelischen Kirchengemeinde habe Gehrde an der Straße „Im Reetern“ 2,8 Hektar Gewerbeflächen hinzugewinnen können. Lange, der für den Ausschussvorsitzenden Axel Meyer zu Drehle (CDU) berichtete, bezeichnete den Flächentausch als „Glücksfall“.

27 zusätzliche Bauplätze für Wohnhäuser gewinnt die Gemeinde auf dem Felleckenesch. Zwei Unternehmen aus dem Gewerbegebiet möchten Fernwärme dort anbieten. Ob die Erschließung noch dieses Jahr beginnt, bleibt aber offen.