Demo auch im Saal Stromtrasse: 200 Gegner ziehen durch Bersenbrück

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Bersenbrück. In einem Marsch durch Bersenbrück protestierten Stromtrassengegner am Donnerstag gegen die Höchstspannungsleitung, die von Conneforde über Cloppenburg bis nach Merzen gebaut werden soll. Die rund 200 Teilnehmer zogen auch durch den Saal, in dem eine Behördenkonferenz zur Stromtrasse stattfand.

Zu diesem Scopingtermin hatte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr eingeladen. An ihm nahmen Vertreter von Behörden und Verbänden teil, des Netzbetreibers Amprion und die Bürgermeister betroffener Gemeinden. Inhaltlich sollte es um die Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens gehen.

Aus Sicht der Bürgerinitiativen, die die Stromtrasse ablehnen, ist der Start aber zu früh angesetzt und problematisch. Noch sei das Raumordnungsverfahren nicht abgeschlossen, in dem die Trasse der Stromleitung festgelegt werden solle, erklärt dazu Christian Pohlmann-Geers, Sprecher der Bürgerinitiative „Gegenstromleitung Ankum“. Die Bürgerinitiative hatte die Demonstration organisiert. Das Raumordnungsverfahren wird vom Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Oldenburg geführt, das nachgeordnete Planfeststellungsverfahren von der Landesstraßenbaubehörde.

BI-Vertreter nicht zugelassen

Zahlreiche Anlieger, so Pohlmann-Geers, hätten Einwendungen gemacht, die noch geprüft und in das Verfahren einbezogen werden müssten. Trotzdem würden erste Schritte zum Planfeststellungsverfahren eingeleitet, auf der Grundlage veralteter und fehlerhafter Pläne und ohne Einbezug der Alternativen zur vorgeschlagenen Trasse, die von Quakenbrück kommend zwischen Bersenbrück und Ankum verlaufen soll und dem Ostrands Ankum sehr nahekommt. Vertreter des Landesamts für Straßenbau und Verkehr erklärten in Bersenbrück, die Behörde sei verpflichtet, den Trassenverlauf in einem eigenen Verfahren zu prüfen und abzuwägen.

Pohlmann-Geers übergab eine Liste der Forderungen der Stromtrassengegner an die Behördenvertreter. Die Demonstranten hatten sich auf dem Parkplatz beim Tagungssaal versammelt, wo sie mit Trillerpfeifen und Sprechchören ihrem Protest gegen die Stromtrasse Nachdruck verliehen. Sie zogen von dort mit Plakaten und Transparenten in den Saal ein und räumten ihn nach kurzer Zeit wieder friedlich.

Pohlmann-Geers nahm anschließend an der Konferenz teil. Allerdings nicht als Vertreter der Bürgerinitiativen, die beim Verfahren nicht zugelassen sind, sondern als Mitglied des Landesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen.


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