Serie: Azubis im Porträt Wer Koch werden will, muss Leidenschaft mitbringen

Von Cristina Schwietert

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Die drei Koch-Auszubildenden vom See- und Sporthotel Ankum (von links): David Tsiantas, Tobias Lankhorst und Franziska Guhl. Foto: Cristina SchwietertDie drei Koch-Auszubildenden vom See- und Sporthotel Ankum (von links): David Tsiantas, Tobias Lankhorst und Franziska Guhl. Foto: Cristina Schwietert

Ankum. Sieht man den Fernsehköchen bei der Arbeit zu, dann scheint das Kochen ein anstrengungsloser Traumberuf zu sein: Entspannt stehen sie vor der Kamera, schick gekleidet, gekocht wird nebenbei. Das Gemüse ist geputzt und geschnitten, die Soßen stehen bereit, alles wird pünktlich fertig, irgendwer spült, irgendwer macht sauber – in der realen Küche erledigen das die Auszubildenden. Koch zu werden ist ein Knochenjob. Dass es sich bei all dem Stress aber trotzdem lohnt, schildern drei angehende Koche, die im See - und Sporthotel Ankum ihre Ausbildung absolvieren.

David Tsiantas ist 20 Jahre alt, kommt aus Quakenbrück und ist im zweiten Lehrjahr: „Nach meinem Abitur an der IGS Fürstenau wusste ich überhaupt nicht, was ich machen soll. Meine Mutter brachte mich auf die Idee, Koch zu werden. Ich habe mich dann initiativ beim See- und Sporthotel in Ankum beworben. Nach drei Tagen Probearbeiten hatte ich dann den Lehrvertrag in der Tasche. Die Ausbildung gefällt mir jetzt im zweiten Lehrjahr ganz gut. Man muss sich ja erst an die Arbeitszeiten und den Stress in der Küche gewöhnen. Jetzt habe ich sogar mein eigenes Messer. In der Küche bin ich am liebsten im Pâtisserie-Bereich. Im März gehe ich über das Erasmus-Programm für einen Monat nach Finnland, um in Tampere in einem Fünfsterne-Hotel zu arbeiten. Darauf freue ich mich wahnsinnig. Nach der Ausbildung zum Koch möchte ich studieren – Ökotrophologie oder Lebensmitteltechnik.“

Tobias Lankhorst ist 20 Jahre alt, kommt aus Bad Bentheim und ist im dritten Lehrjahr. Das See- und Sporthotel Ankum ist seine zweite Lehrstelle: „Bei meiner ersten Lehrstelle habe ich nicht viel gelernt. Ich möchte ein guter Koch werden, weiterkommen, Karriere machen. Hier in Ankum sind die Möglichkeiten bestens, ich lerne eine Menge, es gibt früh Verantwortung, und wir haben in der Küche ein breites Spektrum. Klar ist die Arbeit als Koch stressig, und es wird auch schon mal laut. Ich wollte schon als Kind nichts anderes werden als Koch. Meine Oma hat mich da entscheidend geprägt – wir haben sehr viel zusammen gekocht, und sie ist heute ganz stolz auf mich. Ich bin am liebsten am Pass. Dort werden die Teller fertiggemacht und ausdekoriert. Ich liebe es, wenn die Teller umwerfend aussehen und der Gast sich freut. Als fertiger Koch möchte ich noch ein paar Jahre hier arbeiten, aber auch die Welt sehen, etwa auf einem Kreuzfahrtschiff.“

Franziska Gohl ist 20 Jahre alt, kommt aus Uptloh bei Quakenbrück und ist im dritten Lehrjahr. Nach ihrem erweiterten Realschulabschluss besuchte sie ein Jahr lang die Fachschule Hauswirtschaft an der BBS Cloppenburg. Auch für sie ist es die zweite Lehrstelle als Köchin: „Beim ersten Mal hat es nicht gepasst. Hier habe ich nach einer Initiativ-Bewerbung das gefunden, wonach ich gesucht habe. Ich wollte schon von klein auf Köchin werden. Ich habe Spaß daran, den Gast mit einem gelungenen, schönen Gericht glücklich zu machen. Ich bin am liebsten in der Pâtisserie, weil ich sehr gerne backe und meine Kreativität dort gut ausleben kann. Nach der Ausbildung und einigen Jahren im Beruf möchte ich Ökotrophologie studieren.“

Und was sagt der Ausbilder? Christian Meijer ist seit zwei Jahren Küchenchef des Restaurants 800°C. Zuvor hat er in vielen Küchen gekocht, unter anderem im Walhalla in Osnabrück und auf einem Kreuzfahrtschiff: „Wer bei uns eine Ausbildung zum Koch machen möchte, sollte zuerst ein Praktikum absolvieren und mit 100 Prozent Leidenschaft bei der Sache sein. Sonst schafft man das nicht. Man muss bereit sein, ein anderes Leben zu führen als die meisten jungen Leute. Das heißt: Morgens später beginnen, abends spät nach Hause, Wochenendarbeit ist üblich. Wenn man sich darauf einlässt, dann macht Kochen richtig Spaß. Unser Beruf ist sehr vielfältig, abwechslungsreich und kreativ. Die Berufsaussichten sind bestens. Wir Köche können auf der ganzen Welt arbeiten: Essen müssen die Leute immer.“


Der Ausbildungsberuf: Daten und Fakten: Koch/Köchin ist ein dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf. Köche/innen machen alle Arbeiten, die zur Herstellung von Speisen gehören. Sie stellen Speisepläne auf, kalkulieren Preise, kaufen Lebensmittel und Zutaten. Sie organisieren die Arbeitsabläufe in der Küche. Sie kochen, braten, backen und garnieren die Gerichte. Auch die Beratung von Gästen etwa für eine Feier gehört zu ihren Aufgaben. Köche und Köchinnen arbeiten in Restaurants, Hotels, Kantinen Krankenhäusern, Pflegeheimen und Catering-Firmen. Beispielhafte Ausbildungsvergütung pro Monat: 1. Ausbildungsjahr: 459 bis 770 Euro, 2. Ausbildungsjahr: 574 bis 875 Euro, 3. Ausbildungsjahr: 689 bis 1000 Euro. Info im Internet: www.berufenet.arbeitsagentur.de

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