Kostenaufstellung gefordert Natur- und Bildungszentrum am Alfsee kostet rund 1,8 Millionen Euro

Von Sigrid Schüler-Juckenack

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Die alte Segelschule am Alfseedeich soll zu einem Natur- und Bildungszentrum umgebaut werden. Archivfoto: Marcus AlwesDie alte Segelschule am Alfseedeich soll zu einem Natur- und Bildungszentrum umgebaut werden. Archivfoto: Marcus Alwes

Bersenbrück. In der alten Segelschule am Alfsee soll ein Natur- und Bildungszentrum entstehen. Wie ist der Stand der Planungen?

Nach dem jetzigen Entwurf können im Erdgeschoss das Foyer des Gebäudes und vier Büroräume untergebracht werden, mit sanitären Anlagen hinter dem Foyer, sagte Reinhold Heidemann als zuständiger Fachdienstleiter den Mitgliedern des Ausschusses für Feuerwehren, Umwelt, Soziales, Wirtschaft, Tourismus und Kultur der Samtgemeinde Bersenbrück. Das Obergeschoss soll über eine Treppe und einen außen liegenden Fahrstuhl erreichbar sein. Dort können zwei Seminarräume mit je 100 und 40 Quadratmetern eingerichtet werden, dazu ein Technikraum. Im Dachgeschoss könnten bei Bedarf noch weitere Büros eingerichtet werden. Die ehemalige Bootshalle bietet Platz für Ausstellungen.

Anderer Standort für den Aussichtsturm

Aus Kostengründen sei beim Aussichtsturm umdisponiert worden, so Heidemann. Der sei nun als separate Maßnahme, unabhängig vom Bildungszentrum, etwas nördlich geplant. Die vorhandene Bausubstanz eigne sich nicht für eine Erhöhung. Ein Aussichtsturm müsse eine Mindesthöhe von 15 Metern haben. Optimal seien 18 Meter, dann könne auch das Reservebecken überblickt werden, so Heidemann.

Die Gesamtkosten inklusive Turm schätzt Heidemann auf 1,78 Millionen Euro. Davon entfallen rund 700.000 Euro auf das Bildungszentrum, etwa 300.000 bis 350.000 Euro für den Turm und rund 660.000 Euro für die Ausstellung. Mit etwa 100.000 Euro jährlichen Betriebskosten sei zu rechnen.

Die Ausstellung werde wahrscheinlich zu zwei Dritteln mit Drittmitteln gefördert. Auch der Turm sei förderfähig, hieß es. Für das Gebäude selbst hatte die Samtgemeinde zunächst 250.000 Euro Eigenmittel veranschlagt und auf Drittmittel in Höhe von 500.000 Euro gehofft. Die werde es aber wohl nicht geben, so Heidemann.

Die Einnahmen seien nicht konkret abzuschätzen, hieß es auf Nachfrage aus dem Ausschuss. Die Vermietung der Büro- und Seminarräume werde Einnahmen generieren, und es gebe weitere Einnahmequellen durch Eintrittsgelder und Führungen. In den Büros sollen Mitarbeiter der Biologischen Station Haseniederung untergebracht werden.

Ausschussmitglieder fordern klare Kostenaufstellung

Die hohen Kosten wurden von den Ausschussmitgliedern kritisch gesehen. Allerdings sei der Bedarf an Umweltbildung groß, und das Natur- und Bildungszentrum könne eine Bereicherung für den Alfsee und die Samtgemeinde sein, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Wenn die Räume am Bootshafen nicht in eine Folgenutzung gebracht würden, dann würden sie verfallen, hieß es. Dieses Alternativszenario wünsche sich niemand, und das müsse berücksichtigt werden. Die Ausschussmitglieder forderten von der Verwaltung eine klare Kostenaufstellung, bevor über die Einrichtung eines Natur- und Bildungszentrum am Alfsee entschieden werden kann.


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