Beim Maschinenring Artland Ex-Bundesligaschiedsrichter Lutz Wagner referiert in Bersenbrück

Von Heinz Benken

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Entscheiden unter Zeitdruck und Stress ist nicht leicht, merkten die Mitglieder des Maschinenrings, die tatsächlich unterschiedlich entschieden und mal die gelbe und mal die rote Karte zückten. Der frühere Bundesligaschiedsrichter Lutz Wagner (rechts) gab Tipps. Foto: Heinz BenkenEntscheiden unter Zeitdruck und Stress ist nicht leicht, merkten die Mitglieder des Maschinenrings, die tatsächlich unterschiedlich entschieden und mal die gelbe und mal die rote Karte zückten. Der frühere Bundesligaschiedsrichter Lutz Wagner (rechts) gab Tipps. Foto: Heinz Benken

Bersenbrück. Einen renommierten Referenten lädt der Maschinenring Artland in jedem Jahr zu seiner Mitgliederversammlung ein. Diesmal war Lutz Wagner der Gastreferent. Der frühere Bundesligaschiedsrichter, heute Koordinator für die Schiedsrichterausbildung und Coach der DFB-Bundesligaschiedsrichter, arbeitet auch als Keynote Speaker und Führungskräftecoach in der freien Wirtschaft und ist als Regelberater von Medienanstalten tätig. Mit 197 Bundesligaspielen in zwei Jahrzehnten gehört Lutz Wagner zu den Bundesligaschiedsrichtern mit den meisten Einsätzen.

In seinem Vortrag „Entscheiden in Stresssituationen“ übertrug Wagner die Situation auf dem Spielfeld auf das Berufsleben, in dem Führungskräfte und Selbstständige, zu denen in der Regel auch die Landwirte zählen, Entscheidungsfreudigkeit und -kompetenz zeigen sollten. „Schiedsrichter und Landwirte werden meist kritisch gesehen,“ zog Wagner eine Parallele. „Sie müssen funktionieren, auch wenn sie gefangen sind in einem Netz von Regularien“.

Die langen Hosen könnten von den kurzen Hosen lernen, betonte Wagner, der zwei Jahrzehnte als Bundesligaschiedsrichter auf höchstem Niveau pfiff. „Und was vor 80.000 funktioniert, geht auch im kleinen Kreis.“

Der Entscheider sollte seine Aufgabe nicht als Last sehen, sondern als Gestaltungsmöglichkeit. Wer am Rande steht, könne nicht mitgestalten, wer im Fokus steht, müsse entscheiden und könne gestalten und „Lieber falsch entscheiden, als gar nicht entscheiden,“ pointierte Wagner.

Der Schiedsrichter habe auf dem Fußballplatz weniger als eine Sekunde Zeit für seine Entscheidung - Foul oder nicht Foul, gelbe oder rote Karte, Elfmeter oder kein Elfmeter. „Vom Schiedsrichter werden schnelle und gradlinige Entscheidungen erwartet, muss er erst überlegen, wird ihm das als Zögern oder sogar Unkenntnis angelastet.“ Was sich auf dem Spielplatz bewahrheitet, könne meist auch in andere Lebensbereiche übertragen werden.

Entscheidungen von großer Tragweite für alle Beteiligten verlangten Fähigkeiten, die durch Erfahrung, gute aber nicht vorbelastende Vorbereitung und erworbene Automatismen vom Entscheider eingebracht werden müssen.

Kritik sollte der Entscheider nicht als Kritik an seiner Person auffassen, sondern als Kritik an der Entscheidung. Der Entscheider bereite sich optimal vor, analysiere „Wie ist meine Entscheidung angekommen?“ und sei stets bereit, auf Veränderungen zu reagieren, zu seiner Entscheidung zu stehen und sie überzeugend zu präsentieren.


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