Schülerbefragung ausgewertet Jugendliche in der Samtgemeinde Bersenbrück sind gut behütet

Von Sigrid Schüler-Juckenack

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Gewalt und Drogenkonsum erleben die Jugendlichen in der Samtgemeinde Bersenbrück laut einer Schülerumfrage seltener als Heranwachsende in anderen Teilen Niedersachsens. Symbolfoto: dpaGewalt und Drogenkonsum erleben die Jugendlichen in der Samtgemeinde Bersenbrück laut einer Schülerumfrage seltener als Heranwachsende in anderen Teilen Niedersachsens. Symbolfoto: dpa

Bersenbrück. In der Samtgemeinde Bersenbrück wachsen Kinder und Jugendliche behüteter auf als an anderen Orten in Niedersachsen. So lassen sich die Ergebnisse einer Befragung an drei Schulen in der Samtgemeinde zusammenfassen. Was bedenklich stimmt: Ein Drittel der Befragten fühlt sich nutzlos.

Wachsen die Kinder und Jugendlichen in der Samtgemeinde Bersenbrück eher in einer sicheren Umgebung auf? Oder finden sich in ihrem Umfeld Risikofaktoren, die Wohlbefinden, Gesundheit und soziale Entwicklung beeinträchtigen und damit die jungen Menschen gefährden? Um diese Fragen geht es bei der „Communities-That-Care“-Methode (kurz CTC), bei der mithilfe von Schülerbefragungen Risiko- und Schutzfaktoren ermittelt werden und die Hinweise gibt, mit welchen Strategien langfristig Kinder geschützt werden können.

Regina Bien vom Fachdienst für Bildung und Familie stellte die Ergebnisse in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familie, Jugend und Sport der Samtgemeinde vor. Wie Bien berichtete, hatten 439 Schüler des Gymnasiums Bersenbrück, 205 der August-Beninghaus-Schule und 38 der von-Ravensberg-Schule an der freiwilligen Befragung teilgenommen. Die Jugendlichen wurden unter anderem zu ihrem Konsum von Alkohol und anderen Drogen befragt, ob sie Gewalt in ihrer Familie oder dem Bekanntenkreis erfahren, ihre Einstellung zu Ausländern, wie in der Familie mit Problemen umgegangenen wird und ob sie Unterstützung erfahren, ob sie sich an ihrem Wohnort wohlfühlen und vieles mehr.

Die Schutzfaktoren im Bereich der Familie seien in der Samtgemeinde Bersenbrück deutlich besser ausgeprägt als im Landesdurchschnitt, so Bien. Auch im Vergleich zu einer ähnlichen Befragung im Jahr 2013 sei der Familienzusammenhalt gestiegen, und das Familienmanagement, zum Beispiel die Bewältigung von Konflikten, habe sich verbessert. Erfahrungen mit Mobbing und der Konsum problematischer Substanzen seien hier weniger stark ausgeprägt. Aber auch wenn hiesige Jugendliche weniger mit Depressionen und Ängsten kämpfen müssten als im Landesdurchschnitt, sei es doch problematisch, wenn rund ein Drittel der Befragten angeben, sie hätten das Gefühl, zu nichts zu taugen, und etwa ein Fünftel angebe, häufig traurig oder deprimiert zu sein, so Bien. Das erfordere dringend Aufmerksamkeit.

Kritische Haltung gegenüber Ausländern nimmt zu

Problematische Substanzen werden von den Jugendlichen in der Samtgemeinde weniger häufig als im Landesdurchschnitt konsumiert, so Bien weiter. Sie seien allerdings dem frühen Substanzkonsum stärker ausgesetzt. Bemerkenswert sei, dass in der Samtgemeinde die Eltern häufiger eine zustimmende Haltung zu antisozialem Verhalten ihrer Kinder zeigten. Gegenüber der Erstbefragung im Jahr 2013 habe sich dieser Wert sogar erhöht. Und: In der Samtgemeinde haben mehr Jugendliche eine kritische Haltung gegenüber Ausländern und meinen, dass Ausländer die Kriminalität erhöhen. Die Auswertung der CTC-Fragen soll in den Schulen genutzt werden, um ganz gezielt Präventionsprojekte zu entwickeln, so Bien.


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