Zwei Weggefährten im Ehrenamt Seit 50 Jahren bei den Maltesern in Alfhausen

Von Margarete Hartbecke

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Johannes von der Haar (links) und Peter Zurhorst – das rotweiße Malteserzeichen ist immer dabei. Foto: Margarete HartbeckeJohannes von der Haar (links) und Peter Zurhorst – das rotweiße Malteserzeichen ist immer dabei. Foto: Margarete Hartbecke

Alfhausen. Seit 50 Jahren sind Johannes von der Haar und Peter Zurhorst ununterbrochen ehrenamtlich für den Malteser Hilfsdienst in Alfhausen aktiv. Zusammen mit anderen Mitstreitern haben sie großen Anteil an dessen kontinuierlicher Entwicklung.

Seit 50 Jahren sind Johannes von der Haar und Peter Zurhorst ununterbrochen ehrenamtlich für den Malteser Hilfsdienst in Alfhausen im Einsatz. Zusammen mit anderen Mitstreitern haben sie großen Anteil an dessen kontinuierlicher Entwicklung. Was hat die damals Fünfzehnjährigen veranlasst, den Maltesern beizutreten? Der eine fand den Einstieg durch einen Erste-Hilfe-Kurs. Dem anderen riet der Vater, aufgrund der jugendlichen Flausen etwas Sinnvolles zu machen: „Geh mal zu den Maltesern, die haben eine Jugendgruppe.“ Zum Ende der Schulzeit trafen sich die beiden dort dann wieder. Im Rückblick kommen so viele Erinnerungen, dass der chronologische Verlauf von fünf Jahrzehnten nicht leicht zusammenzufassen ist. In den ersten 15 Jahren prägten Rettungs- und Sanitätsdienst sowie Katastrophenschutz die Arbeit. Damals wurde der Autobahndienst an der A1 bereitgestellt, Hilfsmaßnahmen bei großen Verkehrsunfällen sollten gewährleistet sein. 1978 spezialisierte sich Zurhorst zum Rettungssanitäter, ein Jahr später erhielten die Alfhausener Malteser den ersten Rettungswagen. Damit waren sie damals die einzige Dienststelle im Umkreis, die rund um die Uhr einen Krankenwagen ehrenamtlich personell besetzte. Bis zu 200 Einsätze fuhren sie pro Jahr. Das änderte sich 1995, als diese Aufgaben durch hauptamtliche Stellen erledigt wurden.

Persönliche Vorlieben prägten die Entwicklung

Die Hilfsgütertransporte nach Polen waren in den 80er Jahren eine zeitaufwendige Sache, erinnern sich von der Haar und Zurhorst, bis sich 1987 die Hilfsgüter-Aktionen abgliederten. Auch danach wurden die Fahrten, speziell nach Königsberg, weiter begleitet. Die weitere Entwicklung der Alfhausener Malteser Dienststelle war geprägt von den Vorlieben der Ehrenamtlichen. Das zeige sich auch in anderen Orten, erläutert von der Haar. Peter Zurhorst kümmerte sich vorrangig um die sozialpflegerischen Belange. Er wurde auf Ortsebene Referent für Rettungsdienste und Krankenfahrten, ließ sich ausbilden zum Hospizhelfer, zum Pflegedozent für sozialpflegerische Ausbildung und zum Pflegeberater. „1996 war ich der erste männliche Schwesternhelferinnenreferent in der Diözese Osnabrück“, so Zurhorst. Johannes von der Haar wurde 1987 zum Ortsbeauftragten. Laut Satzung „obliegt ihm die Leitung der Dienststelle“. Das bedeutet, dass er vieles entscheiden kann, aber auch vieles an ihm hängenbleibt. Durch seine Freude an Fahrzeugen wurden die Fahrdienste stetig ausgebaut. Sein Steckenpferd sind die Rollstuhlfahrdienste. Seit 1990 fahren die Malteser offiziell für die Heilpädagogische Hilfe Bersenbrück. Mittlerweile zählt der Fuhrpark zwanzig Fahrzeuge. Als der Bereich der Fahrdienste 2014 zur gemeinnützigen Gesellschaft (gGmbH) wurde, übernahm von der Haar für zwei Jahre die Leitung der Dienststelle, jetzt ist er der Stellvertreter. Bis 2014 hatte er auch diese Dienste ehrenamtlich geführt. Für das Ehrenamt (Malteser Hilfsdienst Alfhausen) ist er weiter der Leiter.

„Wir haben toll was auf die Beine gestellt“

Fünfzig Jahre für den Malteser im Einsatz heißt auch, dass einige Aufgaben sich häufen. Die bewältigen von der Haar und Zurhorst als Minijob. Ehrenamtliches bleibt darüber hinaus aber noch genug. Auf die Frage nach weniger schönen Erfahrungen gestehen sie, dass es in all den Jahren trotz gemeinsamer Ziele auch belastende Konflikte im Malteserteam gab. Manches habe sehr zugesetzt, aber auf lange Sicht hätten viele Kritiker ihre Ansicht zurückgenommen. Das versöhnt, aber die vergangenen Anspannungen sind noch zu spüren. Und die Glanzpunkte? Die Malteserfeste seien viele Jahre ein Highlight gewesen. „Da wurde ausgelassen gefeiert bis in die Morgenstunden“. Peter Zurhorst schwärmt vom 50. Jubiläum Malteser Deutschland. Der Einzug in den Kölner Dom mit den Fahnenträgern aus allen Diözesen und den Ordensrittern und –frauen sei überwältigend gewesen. Johannes von der Haar haben es dagegen besonders die jährlichen Krankenwallfahrten nach Lage und das Kreuztragen der Malteser in der Karwoche mit anschließendem Teetrinken angetan. „In fünfzig Jahren haben wir toll was auf die Beine gestellt“, da sind sich beide einig. Sie seien nicht immer der gleichen Meinung gewesen. „Aber man ergänzt sich. Wir sind einander gute Weggefährten“, betont von der Haar. „Und was beschlossen war, das wurde gemeinsam getragen“, ergänzt Zurhorst.


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