Schon früh an Vollmacht denken Altersvorsorge Thema im Medienforum Bersenbrück

Von Burkhard Dräger

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bdr Bersenbrück. Die Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück hat zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Vorsorgen und Vererben“ ins Medienforum Bersenbrück eingeladen.

Vorsorgen und Vererben? – Schon in seinem Grußwort machte Samtgemeindebürgermeister Horst Baier klar, wie wichtig eine solche Informationsveranstaltung sei. Das sehe man an den zahlreichen Besuchern, die zu diesen brisanten Themen ins Medienforum gekommen seien. Die öffentliche Hand könne nicht alles leisten, und so sei er der Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück dankbar, dass sie diese Veranstaltung anbiete. Im Hinblick auf die Caritas-Stiftung sagte Baier, dass ein Stiftungswilliger nicht unbedingt in die Ferne schweifen müsse um Gutes zu tun, auch im hiesigen Bereich gebe es gute Gelegenheiten dazu. Dann übernahm Ludger Abeln, ehemaliger NDR-Moderator und Vorstandsmitglied der Caritas-Gemeinschaftsstiftung, die Moderation. Zu seiner Verstärkung standen ihm mit Werner Negwer, Stiftungsvorstand der Caritas, Monika Schnellhammer, Geschäftsführerin des Stiftungsfonds, Rechtsanwältin Beatrix Rauf aus Bersenbrück, Betreuungsexperte Wolfgang Birke vom Sozialdienst katholischer Frauen und Männer im Artland sowie Timo Brunsmann von der Darlehnskasse Münster zur Seite. Gekonnt und in verständlicher Form wurden in wechselseitigen Gesprächen die Themen des Abends „Vorsorge und Vererben“ angegangen.

Selbstbestimmt das eigene Leben regeln

Vorsorgen heißt, selbstbestimmt sein Leben zu regeln, bevor man dazu vielleicht durch Krankheit oder Alter nicht mehr in der Lage ist. Das fängt mit der Patientenverfügung zur Regelung medizinischer Behandlungen an. Diese sollte sinnvollerweise schon im Vorfeld gemacht werden, so nimmt man sein Selbstbestimmungsrecht für die Zukunft wahr. Durch eine Vorsorgevollmacht bestimmt man eine Person seines Vertrauens, die dann bestimmte Angelegenheiten für einen regelt. Sinnvoll ist es, eine zweite Person als Ersatz zu benennen, falls die erste im entscheidenden Moment nicht zur Verfügung steht. Wenn man keine Vorsorgevollmacht erteilt hat, bestimmt das Gericht eine Person als Bevollmächtigten. Für eine Vorsorgevollmacht ist es niemals zu früh, und die Beratung und Beglaubigung durch einen Arzt oder einen Notar nicht vorgeschrieben, aber immer sinnvoll. Auch ein Testament ist wichtig. Doch viele nicht beurkundete Testamente werden falsch aufgesetzt und sind zu 70 Prozent nicht rechtskräftig. Handschriftlich verfasste Testamente für Einzelpersonen, Ehegatten oder Lebensgemeinschaften müssen komplett handschriftlich verfasst und zwingend mit Datum, Ort und vollständiger Unterschrift versehen sein, bei gemeinsamem Testament mit beiden Unterschriften. Bei beurkundeten Testamenten wird man von einem Juristen beraten, wobei eine Beurkundung nicht zwingend notwendig, aber sinnvoll ist. Viele Detailfragen zu Pflichterbe, Erbverzicht, Erbannahme oder -ablehnung kamen zur Sprache und wurden von den Experten beantwortet.

Viele Antworten – aber noch mehr Fragen...

Dazu gehörte auch das Thema Spenden und Stiften, für Menschen, die individuell und nachhaltig aus Erbschaft, Vermächtnis oder Schenkung helfen wollen. Wie zum Beispiel durch die Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück. Der Stiftungsfonds „Horizont“ bietet Hilfen für Menschen in Stadt und Landkreis Osnabrück an. Die Erträge des Stiftungsvermögens kommen karitativen Projekten im Bistum Osnabrück zugute. Außerdem unterstützt die Caritas-Gemeinschaftsstiftung das soziale Engagement von Ehrenamtlichen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass bei den Besuchern immer noch viele Fragen offenblieben, und dass dieses ganze Themenspektrum doch für viele sehr kompliziert bleibt, auch wenn Ludger Abeln und die ihm zur Seite stehenden Experten die komplexen Fragen für jeden verständlich zu beantworten versuchten. Bezeichnend, dass einige Besucher, wie sie zugaben, schon zum dritten Mal an solch einer Veranstaltung teilnahmen und immer noch Fragen hatten.


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