Zerknüllt und perforiert Kunstwerke aus Papier im Marienhospital in Ankum

Von Georg Geers

Eigenwillige Formen prägen die Objekte der Serie „Frau schenkt Weiß“. Reinhard Dasenbrock (von links), Edmund Zeidler, Tessa Lieffering, Sebastian Thyen und Linus Kruse präsentieren die Werke. Foto: Georg GeersEigenwillige Formen prägen die Objekte der Serie „Frau schenkt Weiß“. Reinhard Dasenbrock (von links), Edmund Zeidler, Tessa Lieffering, Sebastian Thyen und Linus Kruse präsentieren die Werke. Foto: Georg Geers

Ankum. „Frau schenkt Weiß: Dieser Titel regte die Besucher der Ausstellungsreihe „Kunst im Weg“ zu allerlei Gedankenspielen an. In der Cafeteria des Marienhospitals begrüßte Edmund Zeidler die Niederländische Künstlerin Tessa Liefering.

Musikalisch begleiteten Sebastian Thyen und Linus Kruse von der Kreismusikschule die Eröffnung mit dem Saxophon. Als Grenzgängerin und außergewöhnliche Kunstschaffende, die vermeintliche Grenzen immer wieder mutig überschreite, stellte Reinhard Dasenbrock Tessa Lieffering den Besuchern vor. Bereits vor fast zwei Jahrzehnten hatte sich der Weg der beiden Kunstschaffenden gekreuzt.

Grundlage für jedes Objekt ist der Mensch

Nicht Bilder im klassischen Sinne haben es Lieffering angetan. Ihre Ausbildung an der Akademie für bildende und formgebende Kunst in Enschede bilde die Basis für eine sehr individuelle und eigenwillige Art, Kunst in Szene zu setzen, so Dasenbrock. Zwar nutzt Tessa Lieffering für ihre Kunstwerke auch das Material Papier. Dieses aber gestaltet sie dreidimensional, zerschneidet, zerreißt, perforiert, zerknüllt oder heftet es zusammen, um aus einer Fülle von Fragmenten Modelle zu schaffen, deren Schatten für einen eigenwilligen Ausdruck sorgen. Die Grundlage eines jeden Objektes allerdings ist der Mensch, in den in Ankum gezeigten Exponaten sind es Replikte alter Strichzeichungen und Gravuren ausnahmslos fraulicher Darstellungen. Ein Diskurs mit den Ausstellungsbesuchern machte den großen Spannungsbogen der Interpretationsmöglichkeiten deutlich.

Beim Arbeiten Psychedelic Rock gehört

Der Ausstellungstitel „Frau schenkt Weiß“, ausgehend von der mit Tinte gezeichneten Frauenskizze und den weißen Papierfragmenten, eröffnete den Besuchern eine nachvollziehbare Sichtweise. „Wichtigste Zutat bei meiner Bildgestaltung“, so Lieffering, „ist die Musik.“ Rocksongs aus den 1960er Jahren gebe sie sich bei der Arbeit „auf die Ohren“. Psychedelic Rock biete die perfekte Klangkulisse für ihre schöpferische Arbeit. Nicht ohne Grund nennt sie ihre Objekte denn auch nach bekannten Songs: „White Rabbit“, „In-A-Gadda-Da-Vida“, „Daydream“ oder Santanas‘ „Stone Flower“ , lauten die Bezeichnungen einiger ihrer Kunstobjekte, die im Rahmen der Reihe „Kunst im Weg“ noch bis Juni im Flur der Cafeteria im Marienhospital zu sehen sind.