Kampf dem Staub in der Lackiererei Zehn Bersenbrücker Gymnasiasten bei „Jugend forscht“ dabei

Von Gesa Hustede

Jugend forscht: Kai Raben vom Gymnasium Bersenbrück will wissen, ob Pflanzen auch betrunken werden können. Foto: Gesa HustedeJugend forscht: Kai Raben vom Gymnasium Bersenbrück will wissen, ob Pflanzen auch betrunken werden können. Foto: Gesa Hustede

Bersenbrück. Jetzt experimentieren sie wieder: Zehn Schüler des Gymnasiums Bersenbrück nehmen am bundesweiten Jugendwettbewerb für Naturwissenschaften und Technik „Jugend forscht“ teil. Fünf Projekte haben sie unter der Betreuung der Lehrer Kerstin Recker-Kopka und Stefan Schmit erarbeitet.

Kann Kraftstoff statt aus Mineralöl aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden? Das fragten sich Luca Kreuzhofen (13 Jahre), Fabian Jüttner (14) und Jakob Schraad (13) bei ihrem Projekt „Obst als zweiter Diesel“. Durch die Destillation unterschiedlicher Maischen haben sie herausgefunden, dass Früchte mit sehr hohem Zuckergehalt, wie ein Apfel oder eine Mandarine, am besten geeignet sind. Kartoffeln seien beispielsweise aufgrund ihres hohen Stärkegehalts nicht geeignet.

Die optimalen Seifenblasen wollten Sarah Pelters (12) und Julia Bornhorst (12) herstellen. Die Idee kam vom kleinen Bruder Bornhorsts, der seine Seifenblasen im Sommer aufgebraucht hatte. Daraufhin überlegten die beiden sich, dass es praktisch wäre, könnte man diese selber machen. Experimentiert wurde mit einfachen Hausmitteln wie Seife, Spülmittel, Wasser und Reinigungspaste. Aus Pfeifenputzern haben sie verschieden große Ringe geformt. Dabei kam heraus, dass Spülmittel kleine Seifenblasen wirft, Seife und Reinigungspaste größere. Mischt man zu viel Wasser in die Lösung, zerplatzen die Seifenblasen schneller. Aber: Fast alle Seifenblasenlösungen funktionierten besser als die gekauften. „Es kommt aber auch immer auf Höhe, Luftdruck, Wind und Stärke des Pustens an“, sagen die beiden.

Dem Graffiti keine Chance geben – darum ging es Noa Eichhorn (14) und Carina Rehkamp (14). Als Schutzhaut schmierten sie unverdünnte oder verdünnte Elefantenhaut auf Platten mit verschiedenen Oberflächen, oder sie verwendeten Bienenwachs.

Anschließend wurden die Platten mit Farbe besprüht und nach der Trocknung mit einem Hochdruckreiniger gereinigt. Die Ergebnisse waren eindeutig: Bei den Platten mit Elefantenhaut ging die Farbe gut ab. Bei einer glatten Oberfläche funktionierte es am besten. Von einer Oberfläche aus Bienenwachs ließ sich die Farbe nicht so gut abwaschen.

Versuch mit Testpersonen

Kai Raben (11) interessiert sich dafür, ob Pflanzen auch unter Alkoholeinfluss keimen und wachsen, oder ob Alkohol für die Pflanzen genauso schädlich wie für die Menschen ist. Dabei hat er herausgefunden, dass Alkohol nur in sehr hoher Verdünnung einen kleinen Einfluss auf das Wachstum der Pflanze hat.

Am größten Projekt arbeiteten Laurens Tomoor (15) und Bennet Burlage (16). Angeregt von den Staubschäden, die in der Lackiererei von Laurens Großvater vorkommen, haben die beiden ein Modell einer Schleuse gebaut, die den Körper von Staub befreien soll. Wenn Staub bei der Lackierung auf Autoteilen gerät, entstehen kleine Einschlüsse. „In der Lackiererei werden 13,6 Prozent geschädigt“, sagt Laurens. Dabei führt zu finanziellen Verluste.

Die Schleuse, die vor dem Lackieren betreten wird, soll dem entgegenwirken. Im Modell ist ein Druckluftring eingebaut, der, angetrieben durch einen Motor, auf- und abfährt. Der Staub wird durch den Luftdruck nach unten gedrückt, wo er abgesaugt und gefiltert wird.

Getestet wurden verschiedene Positionen und Stoffe, bei unterschiedlichem Druck in zwei Durchläufen. Heraus kam, dass eine möglichst gute Reinigung bei mehreren Reinigungsvorgängen und hohem Druck erzielt werden kann. Eine antistatisch wirkende Beschichtung des Stoffes zeigte zudem eine Verbesserung des Ergebnisses.

Im Vergleich mit der herkömmlichen Art – eine Druckluftpistole bläst den Staub in circa zwei Minuten vom Mitarbeiter – ist das Modell mit 30 bis 40 Sekunden um einiges schneller und reinigt gründlicher. „Am Ende werden drei bis fünf Prozent an Schaden reduziert. So könnten Betriebe auf Dauer sehr viel Geld sparen“, sagt Laurens. Im nächsten Jahr wollen sie ein größeres Modell bauen und es mit Testpersonen erproben. Dafür hat ihnen das Unternehmen Hülsmann Edelstahl aus Bersenbrück bereits einen großen Druckluftring zur Verfügung gestellt.

in diesem Jahr findet der Regionalwettbewerb zum ersten Mal in Diepholz statt, und zwar am 22. und 23. Februar. Die Schüler können Geld- und Sachpreise gewinnen. Die Besten kommen anschließend weiter in den Landeswettbewerb.