Auseinandersetzung beschäftigt Gerichte Alfhausen: Streit um einen Hund mit Folgen

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Mit einem Streit in Alfhausen musste sich das Landgericht Osnabrück als zweite Instanz auseinandersetzen. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpaMit einem Streit in Alfhausen musste sich das Landgericht Osnabrück als zweite Instanz auseinandersetzen. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Alfhausen. Mit einem Stockschlag auf den Arm endete ein Streit zwischen zwei Männern um einen Hund in Alfhausen. Gefährliche Körperverletzung? Oder doch nur fahrlässig? Diese Frage beschäftigte mittlerweile zwei Gerichte und scheint noch nicht ausgestanden zu sein.

Ereignet haben soll sich der Vorfall vor gut einem Jahr. Ein Mann soll einen herrenlosen Hund in seinen Pkw geladen haben. Der Hund gehörte aber offensichtlich einem damals 76-Jährigen. Dieser suchte den Zeugen zu Hause auf und stellte ihn zur Rede. Der 76-Jährige soll ihn beschimpft und bedroht haben. Und er soll einen Gehstock in der Hand gehalten haben und damit nach dem Zeugen geschlagen haben. Der drehte sich weg, sodass der Schlag auf seinem Arm gelandet sei.

Die Sache kam vors Amtsgericht Bersenbrück. Das verurteilte den 76-Jährigen im September wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung und mit Bedrohung zu einer Geldstrafe von knapp 5000 Euro.

Tatbestandsirrtum

Der Angeklagte ging in Berufung. Das Landgericht Osnabrück rollte den Fall neu auf und kam im Revisionsprozess zu der Schlussfolgerung, hier liege ein „Tatbestandsirrtum“ vor. Wie das Gericht mitteilt, sah es nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass der Angeklagte angenommen habe, der Geschädigte haben seinen Hund „entwendet“ und ihn deswegen zur Rede gestellt. Dabei habe er den Geschädigten beleidigt.

Irrtümlich habe der Angeklagte aber angenommen, dass der Geschädigte ihn bedroht habe. Und aus diesem Grund habe der Angeklagte den Geschädigten mit dem Gehstock am Oberarm getroffen.

Weil der Angeklagte aus einem Irrtum heraus geschlagen habe, sah das Gericht den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung nicht erfüllt, sondern ging von einer fahrlässigen Körperverletzung aus. Deshalb reduzierte es die Geldstraße auf 1500 Euro und setzte sie für ein Jahr zur Bewährung aus.

Wie das Gericht weiter mitteilt, hätten alle Beteiligten gegen diese Entscheidung Revision vor dem Oberlandesgericht eingelegt.


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