Gemeide will Mischgebiet Ankum im Aufstand gegen Amprion?

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Am Ostende ihres Gewerbegebietes „Walsumer Esch“ möchte die Gemeinde Ankum ein Mischgebiet schaffen. Das könnte problematisch werden, weil in der Nähe die Höchstspannungsleitung verlaufen soll. Zeichnung: Dehling & TwisselmannAm Ostende ihres Gewerbegebietes „Walsumer Esch“ möchte die Gemeinde Ankum ein Mischgebiet schaffen. Das könnte problematisch werden, weil in der Nähe die Höchstspannungsleitung verlaufen soll. Zeichnung: Dehling & Twisselmann

Bersenbrück/Ankum. Die niedersächsische Landesverwaltung will keine Flächenplanungen zulassen, die der Höchstspannungsleitung in die Quere kommen könnten. Dies zeigt ein Beispiel aus Ankum.

Der Bauausschuss der Samtgemeinde Bersenbrück musste sich am Donnerstag mit einem Antrag der Gemeinde Ankum beschäftigen. Sie möchte einen Teil der Erweiterung ihres Gewerbegebietes auf dem Walsumer Esch in ein Mischgebiet umwandeln. Die Fläche liegt westlich der Walsumer Straße, nahe der Ecke Walsumer und Wehbergener Straße. Dies wurde am Rande einer Ankumer Gemeinderatssitzung im Dezember zufällig bekannt. Für dieses Mischgebiet muss die Samtgemeinde die Voraussetzung schaffen, indem sie im Flächennutzungsplan das Gebiet als Mischfläche ausweist.

Das Problem dabei ist, dass die in Betracht kommende Fläche in den Korridor hineinragt, den das Unternehmen Amprion für den Bau der Höchstspannungsleitung vorgeschlagen hat. Weil ein Mischgebiet zugleich auch Wohngebiet ist, müsste die Trasse einen Mindestabstand von 400 Metern einhalten.

Vorrang für die Stromtrasse?

Ankum hätte aber keine Wahl, erklärte in der Ausschusssitzung Bürgermeister Detert Brummer-Bange: Es gebe Interessenten und konkrete Anfragen nach Mischgebietsflächen, in denen auch Wohnen möglich sei. Wegen der Abstandsregeln zu gewerblichen Betrieben ließe sich ein Mischgebiet aber nur in dieser Ecke realisieren, andere Flächen könne die Gemeinde nicht anbieten.

Ob die Pläne für die Stromleitung oder die für das Mischgebiet Vorrang haben, ist im Moment unklar. Zwar liegen die Trassenpläne auf dem Tisch. Verbindlich sind sie aber wohl erst dann, wenn ein Planfeststellungsbeschluss gefasst ist, was frühestens im Herbst der Fall sein soll.

Die Samtgemeinde Bersenbrück lud daraufhin den Landkreis Osnabrück als Genehmigungsbehörde für Flächenplanungen und das Amt für Regionale Landentwicklung (ARL) Oldenburg zu einen klärenden Gespräch ein, das als Behörde für das Planverfahren für die Stromtrasse zuständig ist. Die Konferenz fand diese Woche statt, berichtete Reinhold Heidemann, Bauamtsleiter der Samtgemeinde. Dort habe der ARL-Vertreter unmissverständlich deutlich gemacht, dass das zuständige Ministerium in Hannover zwar Planungen tolerieren würde, die mit der Vorzugstrasse nicht konform seien. Ihre Verwirklichung würde es aber verbieten. Dazu sehe es sich rechtlich in der Lage, und das habe es in einem ähnlich gelagerten Fall schon einmal getan.

„Keine Zeit verlieren“

Die Teilnehmer hätten sich geeinigt, das Planverfahren für das Mischgebiet weiter voranzutreiben, aber nicht abzuschließen, bevor geklärt sei, ob die Stromtrasse tatsächlich östlich von Ankum verlaufen solle oder nicht.

„Wir sollten uns nicht beeinflussen lassen,“ sprach sich in der Ausschusssitzung auch Samtgemeindebürgermeister Horst Baier für eine Fortsetzung des Planverfahrens für das Mischgebiet aus. Andernfalls könne wertvolle Zeit verloren gehen. Noch sei nicht klar, ob es zu einem Konflikt der beiden Planverfahren komme. Wenn aber doch, könne es „spannend werden“, deutet Baier an. Er spielte damit darauf an, dass es theoretisch zumindest auch die Möglichkeit geben könne, ein Verbot des Mischgebietes gerichtlich prüfen zu lassen.


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