Die Talente des Gaetano Scuderi Ankumer nimmt an Koch-Weltmeisterschaft teil

Von Thomas Oeverhaus

Gaetano Scuderi (links) ist Koch in Stefano Luccheses Restaurant in Ankum. Nächste Woche nimmt er an den italienischen Landesmeisterschafen im Kochen teilt. Im Herbst will er für Italien bei der Weltmeisterschat antreten. Foto: Thomas OeverhausGaetano Scuderi (links) ist Koch in Stefano Luccheses Restaurant in Ankum. Nächste Woche nimmt er an den italienischen Landesmeisterschafen im Kochen teilt. Im Herbst will er für Italien bei der Weltmeisterschat antreten. Foto: Thomas Oeverhaus

to Ankum. Gaetano Scuderi, Koch im Ristorante Lucchese in Ankum, gehört zur Koch-Nationalmannschaft Italiens. Am Sonntag will er zu den Landesmeisterschaften in Rimini. Und im Herbst soll es zur Weltmeisterschaft gehen.

Die Freude steht Gaetano Scuderi und Stefano Lucchese ins Gesicht geschrieben. „Das ist eine tolle Sache und auch eine große Auszeichnung für unser Restaurant“, sagt Restaurantbesitzer Lucchese. Seit fünf Jahren ist Scuderi – er kommt aus Sizilien – in dem weit über Ankum hinaus bekannten italienischen Restaurant tätig. Mit regelmäßigen Aufenthalten auf dem Weingut seiner Familie in der Gegend von Treviso in Norditalien und vielen Verbindungen zu Hotelfachschulen und Verbänden hält Lucchese engen Kontakt in sein Heimatland. Auf diese Weise kam er auch in Verbindung mit Gaetano Scuderi, der seine Kochkünste in Deutschland vervollständigen wollte. Scuderi wagte den Schritt von Sizilien nach Ankum, wo sein neuer Arbeitgeber feststellte, dass er sich ein Juwel in seine Restaurantküche geholt hatte. „Ich merkte schnell, dass Gaetano sehr viel Talent hat und immer wieder eigene Ideen, eigene Kreationen entwickelte, die wir dann gemeinsam verfeinerten und in unsere Speisekarte einbanden.“

Inkognito die Speisekarte gecheckt

Im Fernsehen wurde Lucchese auf die Koch-Weltmeisterschaft aufmerksam, an der verschiedene Nationen teilnehmen. Er wendete sich an das italienische Team und erkundigte sich, ob und wie sein Koch Mitglied werden könne. Sie schickten eine Bewerbung und Informationen über das Restaurant in Ankum. Dann passierte lange nichts, erinnert sich Stefano Lucchese. „Aber nach ein paar Monaten erhielten wir plötzlich eine Einladung zum Probekochen bei der italienischen Nationalmannschaft in Stuttgart.“ Dort erfuhren Lucchese und Scuderi, dass sich die Offiziellen des Nationalteams zuvor nach Ankum aufgemacht hatten. „Sie wollten sich ein eigenes Bild machen. Sie checkten das Ambiente des Restaurants, sie checkten die Speisekarte und vor allem checkten sie unsere Gerichte – aber alles anonym, wir haben von dieser Aktion und dem Überprüfungsbesuch überhaupt nichts mitbekommen.“ Der Besuch war augenscheinlich positiv verlaufen, kurz darauf lag die Einladung zum Vorkochen in Stuttgart im Briefkasten. Dort konnte Scuderi mit seinen Kochkünsten überzeugen. Seit Mai 2017 gehört er zum Nationalteam.

Sizilianer fühlt sich in seiner zweiten Heimat pudelwohl

Bei der Frage nach seinem Lieblingsgericht braucht er nicht lange zu überlegen: „Arancini Siciliani, ein echt sizilianisches Gericht. Das sind kleine Kugeln aus Reis, Hackfleisch und einem besonderen Käse“, erklärt Scuderi, der schon als Jugendlicher seine Leidenschaft für das Kochen entdeckt hat. In Ankum, immerhin gut 2500 Kilometer von Sizilien entfernt, fühlt er sich pudelwohl, macht ihm die Arbeit großen Spaß. Er hat dort seine zweite Heimat gefunden. „Die Entwicklung von Gaetano ist wirklich toll, und ich freue mich, so einen Spitzenkoch in meinem Team zu haben“, sagt Stefano Lucchese. Er selbst hat sich in letzter Zeit aus der Küche weitgehend zurückgezogen und kümmert sich um den Service und die Zufriedenheit seiner Gäste. „Da brauche ich in der Küche jemanden, dem ich total vertrauen kann“, sagt er. Bis zum 23. Februar 2018 bleibt das Ankumer Restaurant geschlossen. Am Montag, 19. Februar 2018, findet in Rimini nämlich die nationale italienische Kochmeisterschaft statt. Dort möchte Gaetano Scuderi seine Künste unter Beweis stellen. Im Oktober 2018 findet die WM in Brüssel statt. Vielleicht wird in einigen Monaten ein echter Koch-Weltmeister im Ristorante Lucchese Pizza, Pasta & Co. kredenzen. Mamma Mia!