Gewerbesteuer im Sinkflug? Eggermühlens Haushalt bleibt im Plus

Von Martin Schmitz

Die Gemeinde Eggermühlen muss ihr Geld zusammenhalten, kommt aber trotz eines Rückgangs der Gewerbesteuer zurecht, ist ihr Bürgermeister Markus Frerker überzeugt. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpaDie Gemeinde Eggermühlen muss ihr Geld zusammenhalten, kommt aber trotz eines Rückgangs der Gewerbesteuer zurecht, ist ihr Bürgermeister Markus Frerker überzeugt. Symbolfoto: Friso Gentsch/dpa

Eggermühlen. Für 2018 kalkuliert Eggermühlen mit 40 Prozent weniger Gewerbesteuereinnahmen als 2017. Trotzdem schließt der Haushaltsplan der Gemeinde mit einem kleinen Plus ab.

In seiner Sitzung am Dienstag verabschiedete der Gemeinderat den Haushalt einstimmig. Zum ersten Mal musste Bürgermeister Markus Frerker (CDU) das Zahlenwerk persönlich vorstellen, weil Kämmerer Reinhard Rehkamp erkrankt war. Demnach plant die Gemeinde einen Ergebnishaushalt von 1,425 Millionen Euro. Dank eines Grundstücksverkaufs, angesetzt mit 26400 Euro, schließt sie diesen Haushalt mit einem kleinen Plus von 1600 Euro ab.

Beim Neujahrsempfang hatte Frerker das gemacht, was man an der Börse eine Gewinnwarnung nennen würde: Er warnte vor einem Einbruch der Gewerbesteuereinnahmen. 2016 hatte Eggermühlen noch etwa 276000 Euro kassiert, ein Jahr darauf waren es nur noch 156000. Es sei nicht absehbar, ob dieser Rückgang nur zeitweilig wäre, weil Betriebe Abschreibungen geltend gemacht hätten, oder aber dauerhaft.

Auf alle Fälle habe die Gemeinde für 2018 den Betrag angesetzt, den sie 2017 tatsächlich eingenommen hat. Die Gewerbesteuer sei aber noch nie Eggermühlens größte Einnahmequelle gewesen, so Frerker. Die Gemeinde habe ihre Steuersätze bereits auf 400 Punkte erhöht, bei diesem Wert bleibe es. Im Moment verbleiben Eggermühlen von den Einnahmen an Grundsteuer A 14 Prozent, Grundteuer B neun und Gewerbesteuer elf Prozent. Diese Werte richten sich nach einer vom Land festgelegten Kennziffer, neigen dazu, beständig zu sinken.

Flurbereinigung

Derzeit hat die Gemeinde 3,5 Millionen Euro Altschulden unter Einbeziehung der Kredite für Flurbereinigungen. Mehr als zwei Millionen der Summe verursachte der Bau des neuen Kindergartens. Der sei aber wichtig, um Einwohner an den Ort zu binden.

Mit mehr als 2000 Euro pro Kopf liege die Verschuldungsrate über dem Landesdurchschnitt. Aussagekräftiger sei aber für ihn, dass die Gemeinde ihre Tilgungsrate pro Kopf weiter halten könne, betont Frerker. Für Zins und Tilgung will Eggermühlen 150000 Euro ausgeben.

Im Investitionsplan steht momentan nur ein Beitrag von 18000 Euro zur Breitbandoffensive des Landkreises, von der der Ort mit neuen Glasfaserkabeln im Außenbereich profitieren wird. Falls der Grunderwerb und die Erschließung eines schon länger geplanten Wohngebietes zustande kommen sollten, stünden Haushaltsreste von mehr als einer halben Million Euro zur Verfügung. Der Rest müsste per Kredit finanziert werden, heißt es im Haushaltsplan.

Abseits vom Haushalt will die Gemeinde über ein Flurbereinigungsprogramm Straßen erneuern, unter anderem die Große Allee am Schloss. Die Bauarbeiten sollen im Mai beginnen.