Neues zur Siedlungsgeschichte Wie Höfe, Kirchen und Dörfer im Hasetal entstanden

Von Martin Schmitz


Bersenbrück. Kaum zu glauben: Auf dem Gebiet der Samtgemeinde Bersenbrück (30000 Einwohner) lebten einst nicht mehr als 100 Menschen. Jürgen Espenhorst hat Verblüffendes zur Siedlungsgeschichte des Osnabrücker Nordlandes herausgefunden. Einen Nachmittag lang will er in der Bersenbrücker Marktschule davon berichten.

„Neues aus dem Mittelalter: Wie einst Höfe, Kirchen und Dörfer im Hasetal entstanden“, darum soll es am Samstag, 24. Februar gehen. Espenhorst lebt in Nordrhein-Westfalen. Sein Berufsleben verbrachte in der Erwachsenenbildung, zuletzt in der Evangelischen Akademie Haus Villigst in Schwerte und als Lehrbeauftragter an der Universität Münster. Doch seit 1985 publiziert er auch zur Regionalgeschichte des Altkreises Bersenbrück, seine Familie kommt aus Gehrde.

Jürgen Espenhorst beschäftigt eine Frage: Wie wurde das Osnabrücker Nordland zu dem, was es heute ist? Wann und wie entstanden die Städte und Dörfer, die es bis heute prägen? Einer gängigen Theorie nach hat die Epoche der Völkerwanderung die Region wie viele andere fast menschenleer zurückgelassen. Zwischen 500 und 700, an der Scheidegrenze zwischen Spätantike und Mittelalter, stellt man sich das Hasetal zwischen den Hügelketten der Dammer und der Ankumer Höhen weitgehend als Wildnis vor. Erst allmählich erobert der Mensch den Raum zurück, die Siedlungsbewegung soll aus den Höhenlagen hinunter in die Niederungen am Fluss geführt haben.

Theorie mit Tücken

Doch diese Theorie hat ihre Tücken, sagt Espenhorst. Sie geht davon aus, dass die Plaggenwirtschaft bereits in der sächsischen Zeit begann, vor dem Jahr 800. Plaggenwirtschaft bedeutet die Düngung nährstoffarmer Eschböden mit Rasensoden, der im Marschland oder im Wald ausgestochen wird und im Stall mit Dung angereichert werden. Die Plagenwirtschaft ist typisch für Norddeutschland und führt zu einer sichtbaren Anhebung der Bodenlagen, was manchmal an Hohlwegen auszumachen ist.

Archäologen und Bodenkundler hätten aber keine Hinweise gefunden, dass die Plaggenwirtschaft in der Region schon vor dem Jahr 800 begonnen hat, berichtet Espenhorst. Sie gingen vielmehr von einem späteren Zeitpunkt aus, etwa vom elften/zwölften Jahrhundert.

Zugleich gibt es für den Abschnitt der Hase von Alfhausen bis Badbergen eine große Fülle an Quellen, nicht nur Urkunden, auch Karten. Wenn man deren Informationen in Beziehung setzt zu neueren Erkenntnissen der Bevölkerungsentwicklung im Mittelalter, ergibt sich ein neues Bild der Besiedlung des mittleren Hasetales zwischen den Jahren 700 und 1250. Davon möchte Espenhorst am 24. Februar berichten, in allgemein verständlicher und anschaulicher Form. Dazu lädt die VHS Osnabrücker Land von 15.30 bis 18 Uhr in die Alte Marktschule in Bersenbrück ein.


Anmeldung unter Telefon 0 54 39/96 23 54 oder Telefon 0 54 39/96 23 52, Internet: www.vhs-osland.de, E-Mail: vhs@bersenbrueck.de.