Kreisversammlung Bersenbrück: Landvolk sucht nach positivem Image

Von Siegfried Wistuba


Bersenbrück. Die Landwirtschaft müsse verstärkt den Dialog mit der Gesellschaft suchen, um von ihrem schlechten Image wegzukommen. Dies sagte Albert Schulte to Brinke, Präsident des Niedersächsischen Landvolks, in der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Bersenbrück im Hauptverband des Osnabrücker Landvolkes.

Das Landvolk füllte den Saal Hilker in Besenbrück bis auf wenige freie Plätze. Dies zeigt das große Interesse an Schulte to Brinke, der kürzlich auch zum Vorsitzenden des Hauptverbandes gewählt wurde.

Als Einstimmung wurde ein neuer Imagefilm gezeigt, in dem es um die Leidenschaft niedersächsischer Landwirte für die Themen Qualität, Nachhaltigkeit, Tierwohl, Nutzung des technischen Fortschritts und Beibehaltung von Familientraditionen ging.

Nach der Eröffnung durch den Kreisvorsitzenden Johannes Schürbrock trat der stellvertretende Landrat Werner Lager für ein Grußwort ans Mikrofon. Anschließenden informierte Kreisrat Winfried Wilkens zum Stand der Abwehrmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest im Landkreis Osnabrück. Nach wie vor sei die Hoffnung groß, dass eine Schweinepest-Epidemie vermieden werden könne, erklärte er.

Im Jahresbericht fasste Sandra Kühle von der HOL-Geschäftsstelle Bersenbrück die vielfältigen Themen der Verbandsarbeit zusammen. Viele von ihnen würden auch 2018 die Mitglieder beschäftigen, sagte sie. Dazu gehörten die Höchstspannungstrasse durch den Nordkreis, die Ausweitung der FFH-Gebiete, die Ausweitung von Wasserschutzgebieten, das Landesraumordnungsprogramm, die Düngeverordnung und die Diskussion um das Spritzmittel Glyphosat.

„Keine laute Minderheit“

Um das Image der Landwirtschaft zu verbessern, gebe es Aktionen wie den Tag des offenen Hofes, die „echt grün“-Aktion mit Großplakaten, den neuen Imagefilm, der auch in Kinos in Ankum und Osnabrück gezeigt werden solle. Der Verband startete eine Umfrage unter seinen Mitgliedern mit dem Ziel, einen „kürzeren Draht“ zu ihnen zu schaffen. „Redet mit uns, nicht über uns, denn wir sind euer Verband“, sagte Kühle.

Mit der silbernen Ehrennadel wurden für ihre ehrenamtlichen Verdienste ausgezeichnet: Ferdinand Borgmann, Ankum; Gerd Gösling, Theo Stricker-Steinlage und Antonius Wellmann, Bersenbrück; und Bernhard Abing, Neuenkirchen.

Der niedersächsische Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke sprach über „Landwirtschaft meistern“. Ihm ging es vor allem um eine Imageverbesserung der Landwirtschaft gegenüber weitverbreiteten Ansichten in der Bevölkerung. Trotz eines enormen Beitrags zur Wirtschaftsleistung sind nur 1,3 Prozent aller in Niedersachsen arbeitenden Menschen in der Landwirtschaft tätig. Sie sollten keine laute Minderheit sein, aber es müsse ihnen eine größere Stimme gegeben werden, so Schulte zur momentanen Situation.

Negativschlagzeilen, wie schon im Jahresbericht des Verbandes aufgeführt, beherrschten die Tagesthemen. Dialog mit der Gesellschaft, Transparenz und Offenheit, positive Projekte und mehr Öffentlichkeitsarbeit, aber auch die Bereitschaft für Verbesserungen und Neuerungen seien gefordert.

Manche Fragen seien offen. Was bringt die Digitalisierung, die Entwicklung des Weltmarktes und die generelle Zukunft in 20 bis 30 Jahren? Die Kernsätze „Wir arbeiten für die Menschen“ und „Wir bedienen Märkte“ seien „Grundsätze unseres Handelns, die stärker in das Bewusstsein der Menschen transportiert werden müssen“, schloss Albert Schulte to Brinke.

Zum Schluss wandte sich der stellvertretende Kreisvorsitzende Heinrich Kramer an die anwesenden Politiker, eine zufriedenstellende Entwicklung der Landwirtschaft zu unterstützen.