Weiberfastnacht Kettenkamps Frauen vermissten die Männer nicht

Von Anita Lennartz


Kettenkamp. Wenn Kettenkamps Frauen ohne ihre Männer feiern, geht es ab. Zur Galasitzung der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) füllte sich der Saal Klaus rasch und schon in der ersten Schunkelrunde war die Stimmung mehr als gut.

„Kettenkamp Helau zum Karneval der Frau!“ – So begrüßte die Elferratspräsidentin Maria Gärke die Närrinnen und hieß auch die wenigen geduldeten Männer willkommen: Martin Singer, verantwortlich für Musik und Technik, Helmut „Helmine“ Feldker, der filmte und Hausherrn Daniel Klaus. Ein kleines Jubiläum feierte der Elferrat in diesem Jahr, sei es doch die elfte Karnevalsveranstaltung in dieser Besetzung, erläuterte Gärke.

Begleitet von den Funkenmariechen Bettina Bittner und Elke Stegemann fanden dann Trine und Klothilde den Weg auf die Bühne. Die beiden hatten sich in Kettenkamp umgehört und erzählten vom Weihnachtsmarkt und vom Bingonachmittag. Ohne Zugabe kamen die 86-jährige Gerda Theilmann und Tanja von der Haar nicht von der Bühne. In Reimform berichteten sie vom 25-jährigen „Kassenleererjubiläum bei Ansmann“ und von Moppel und Blondie, zwar unverheiratet, doch auf diese Weise hätten sie es zur Silberhochzeit geschafft.

Ihr Debüt beim Frauenkarneval gaben Franziska Heuer, Kirsten Kasfeld und Kathrin Meyer. Als ältere Damen sinnierten sie über ihre Männer. „Meiner ist so romantisch, der hat mir letztens sogar eine Rose ins Putzwasser gestellt und den Kaffee ans Bett gebracht, den ich nur noch mahlen musste“, berichtet eine der drei. Und auch „Gisela“ konnte sich vor Komplimenten kaum retten, hatte ihr Klaus doch auf ihre Frage: „Wie sehe ich aus?“ mit „Specktakulär“ geantwortet. Das brachte das Damentrio zur Schlussfolgerung, dass Männer auch nicht mehr das seien, was sie noch nie gewesen wären.

Dann war die Bühne frei für Anton (Elke Stegemann) und Erna (Mechthild Heyer), die Besuch von Hedwig (Birgit Kreye) erwarteten mitsamt Enkelkind. Die beiden staunten, was Hedwig (Birgit Kreye) alles fürs Baby brauchte: Wickeltasche, Spielzeugtasche, Beautycase mit Tüchern, Desinfektionsspray, Globuli, plastikfreies Spielzeug … Da nutzten die drei die Gelegenheit, das ein oder andere Likörchen auf die gute alte Zeit zu trinken.

„Schisslaweng“ gegen „Füüht“

Mit der Tanzgarde kochte die Stimmung dann richtig hoch: acht Mädel präsentierten einen Gardetanz, den sie danach locker noch einmal als Zugabe darboten.

Auch Marina Jokisch und Kirsten Küthe waren das erste Mal dabei und hatten als Adele und Adelchen die Lacher auf ihrer Seite. Oma Adele erkundigte sich bei ihrer Enkelin nach dem Sortiment in der Apotheke, da sie beabsichtige, dort ihren Geschenketisch für die bevorstehende Hochzeit aufzustellen. Nach der Pause ging es weiter mit einem Besuch in der Apotheke. Dort war der Kunde (Elisabeth Dettmer) auf der Suche nach einem Produkt der Marke „Schisslaweng“ gegen „Füüht“. Die Apothekerin (Bettina Bittner) und Angestellte Gisela (Sabine Füßmann) hatten Verständnis, war der Kunde doch über „Pröht“ schon längst hinweg.

Dass Rollatoren nicht nur Gehhilfe, sondern auch Tanzhilfe sein können, zeigten Brigitta Brunegraf, Anne Heiden, Petra Hollermann, Beatrix Kreye, Gaby Skubel und Andrea Zeiser. Sie begeisterten das Publikum ebenso wie die „Despärät Hausweifs“ mit ihrer Version des Hefeliedes. „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe – in manchen Männern aber auch“ trugen Karin Jenjahn, Imke Johanning, Anita Lennartz, Diane Schulte und Solveig Schröder a capella vor. Doch nicht nur das ließ die fünf verzweifeln, auch Cellulite besangen sie. Letzte Hoffnung: „Ich freu mich auf die Wechseljahre“.

Kutten flogen in die Ecke

In Nonnenkostümen zog die Tanzgruppe noch einmal auf die Bühne. Dort flogen die Kutten in die Ecke und in heißen Leggings und Bodys präsentierten Chiara Dettmer, Marika Gärke, Anna Heyer, Johanna Kasfeld, Anne-Sophie Kottmann, Nicole Küthe, Franziska Kuhlmann und Marie Viere ihre körperliche Fitness. Einstudiert hatte die Tänze Nicole Küthe.

Nach der Tanzgruppe wurde es Zeit für Playback: Bettina Bittner, Elisabeth Dettmer und Sabine Füßmann traten als „Eisbären“ auf, Elke Stegemann war die perfekte Kopie von Christian Steifen und fühlte sich „Disco“. Mit passendem Equipment ausgestattet trug Bettina Bittner dann ihre Version vom „Thermomix“ vor.

Zum Finale tanzten alle gemeinsam den Flashmob zum Culcha-Candela-Hit „Von allein“. Mit einer Polonaise läutete Martina Singer den Beginn der „After-Show-Party“ ein und die Frauen feierten noch ein bisschen, denn schließlich kommt frau erst in zwei Jahren wieder zum Kettenkamper Frauenkarneval zusammen.